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Andreas Bernhardt möchte auch in den nächsten vier Jahren die Richtung als Kreisfußballwart vorgeben.

Fußball, Hochtaunus

Heute ist Kreisfußballtag: News und Änderungen im Überblick

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Am Freitagabend wird in Usingen der neue Kreisfußballausschuss gewählt. Wir geben vorab einen Überblick über die wichtigsten Themen.

Wenn sich heute Abend um 19 Uhr die Vertreter der Vereine aus dem Hochtaunus zum Kreisfußballtag versammeln, werden sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den bisherigen „obersten Fußballer“ auch zum neuen wählen. Andreas Bernhardt stellt sich in der Mensa der Christian-Wirth-Schule zum dritten Mal zur Wahl. „Ich hatte mich im Kreisfußballausschuss (KFA) erkundigt, ob es jemand anderes machen möchte, es hat sich aber niemand gemeldet“, sagt der 49-jährige Finanzmakler aus Oberursel, der dem Gremium nun schon seit acht Jahren vorsteht. „Da habe ich gesagt: Ich mache es noch mal. Es wird aber meine letzte Amtszeit sein. In vier Jahren ist für mich definitiv Schluss.“

Heute wird nur die Ehrenamtsbeauftragte Ingrid Wernher (Teutonia Köppern) nach 16-jähriger Tätigkeit aus dem Gremium ausscheiden, als ihre Nachfolgerin ist Jessica Schmitz (JSG Wehrheim/Pfaffenwiesbach) vorgesehen. Ansonsten wird sich zwar der komplette seitherige Ausschuss zur Wahl stellen, jedoch ist bei dem einen oder anderen fleißigen Funktionär das Ende der Amtszeit abzusehen. Wie die Akquise von Nachfolgern läuft, aber auch über ganz andere Themen, die den heimischen Fußball betreffen, bieten wir nach einem Gespräch mit Bernhardt eine Übersicht.

Coronavirus: Das derzeitige Thema Nummer eins in den deutschen Haushalten hat die Hochtaunus-Fußballer bisher nur minimal tangiert. Nachdem der Kreisfußballausschuss am Wochenende den Mannschaften empfohlen hatte, sich vor dem Spiel lieber nicht die Hände zu geben und zu weiteren Vorsichtsmaßnahmen geraten hatte, wurde die Partie zwischen der FSG Niederlauken/Laubach und dem TV Burgholzhausen II im Rahmen der C-Liga-Pokalrunde vom Gastgeber abgesetzt. Dass der Verein auf die Schnelle keine Seifenspender und Desinfektionsmittel besorgen konnte, sei aber nur einer von mehreren Gründen gewesen, verrät Bernhardt schmunzelnd.

Ansonsten vertrat der Kreisfußballwart (KFW) am Mittwochnachmittag folgende Meinung: Solange das öffentliche Leben normal stattfinde, Kinder zur Schule gingen und die Leute auf die Arbeit, müssten wegen des Coronavirus im Kreis auch weder Treffen noch Spiele von Fußballern abgesagt werden.

Änderungen im Fußballkreis: Heute Abend wird es auf Kreisebene nur um eine Satzungsänderung gehen, durch die nicht mehr jedes einzelne Vorstandsmitglied des KFA im Vierjahresrhythmus gewählt werden müsste, sondern das Gremium auch verschiedene Vertreter berufen könnte. „Zwei Leute haben Interesse, bei uns mitzuarbeiten, aber nicht schon jetzt“, erläutert Bernhardt diesen Punkt. Bis 2024 zu warten, würde aber auch keinen Sinn ergeben.

Spielklassenreform: Mit Spannung wird der Verbandstag des Hessischen Fußballverbandes (HFV) erwartet, der am 6. Juni in Grünberg sein wird. Für diesen werden in Usingen zunächst die Delegierten für den Hochtaunus gewählt. Bernhardt hat für die Region Frankfurt in den vergangenen vier Jahren der Kommission für Entwicklung und Nachhaltigkeit des Fußballs angehört und sagte auf Nachfrage, dass ein Grundsatzbeschluss für die Organisation des hessischen Fußballs anstehe. Im Kern ginge es um eine Reform der Spielklassen.

Bisher existieren eine Hessenliga, drei Verbandsligen und acht Gruppenligen. Der HFV-Vorstand, so Bernhardt, habe über einen Vorschlag der Kommission beraten und werde diesen zur Abstimmung stellen. Er sieht für die Zukunft nur noch eine Hessenliga, zwei Verbandsligen und sechs Gruppenligen vor. Was dies für die Einteilung der Kreise betrifft, wird sicher heiß diskutiert werden. „Das ist im Fußball wie in der Politik, es soll möglichst keinem wehgetan werden“, weiß Bernhardt. Jeder Fußballkreis habe seine eigenen Vorstellungen. An der Spielklassen-Einteilung auf Hochtaunus-Ebene (Kreisoberliga bis Kreisliga C) werde sich nichts ändern, sagt der KFW.

Schiedsrichter:  Was Bernhardt für den Verbandsfußballtag am Herzen liegt, ist die Wiedereinführung einer Identitätsprüfung durch die Schiedsrichter vor den Spielen. Vor vier Jahren haben diese die hessischen Vereinsvertreter erst abgeschafft. Allerdings ohne zu überlegen, glaubt Bernhardt, der Verbands-Vize habe kurz zuvor schon das Mittagessen im Nebenraum angekündigt. „Wir sprechen vermehrt über Gewalt gegen Schiedsrichter. Was ich sagen kann: Die Intensität der Kritik hat sich erhöht. Wenn der Schiedsrichter sich aber wieder den Mannschaften in der Kabine vorstellt und die Pässe kontrolliert, wird der ein oder andere Konflikt auf dem Feld gar nicht erst vorkommen.“ Davon ist Bernhardt fest überzeugt. Schiri und Spieler gingen so schon einmal auf Tuchfühlung. Er wisse aber auch, dass die Unparteiischen über diesen zeitlichen Mehraufwand geteilter Meinung seien.

Belohnung statt Bestrafung: Bernhard Klimmek von der FSG Weilnau/Weilrod/Steinfischbach hatte auf der Rückrundenbesprechung viel Beachtung für seinen Vorstoß erhalten, seitens des Verbandes die Vereine doch nicht immer nur zu bestrafen – Stichwort: Schiedsrichtersoll – sondern auch zu belohnen und die ehrenamtlichen Helfer damit zu motivieren. Bernhardt ist der Meinung, dass an den Geldstrafen und Punktabzügen im Falle von zu wenigen Schiedsrichtern in den Vereinen festgehalten werden soll. „Wenn die belohnt werden, die genug Schiedsrichter haben, hilft uns das nicht weiter. Die anderen müssen sich aufgefordert fühlen, mehr zu tun.“

Der HFV werde aber bald auf die Strafen verzichten, die Vereine zahlen müssen, wenn sie das Ergebnis am Spieltag nicht bis zu einer gewissen Uhrzeit eingegeben haben. Der Schiedsrichter stelle die Daten der Spiele ohnehin ins Internet ein, erläutert Bernhardt.

Ziele: Ganz allgemein hat sich der KFW vorgenommen, Vereinen mehr Arbeit abzunehmen und neues Personal für die Verbandsarbeit zu gewinnen. In Sachen Kommunikation sei es zum Beispiel sinnvoll, nur gebündelte Informationen in Mails zu verschicken, damit die Postfächer der Vereine nicht „überliefen“.

Gezielt gehe man auf der Suche nach „eigenem Nachwuchs“ auf ehemalige Vereinsfunktionäre zu, um den Clubs keine Helfer wegzunehmen. Frank Zweifel (zuletzt EFC Kronberg) habe beispielsweise Interesse signalisiert, im Sportgericht mitzuarbeiten.

E-Soccer würde Bernhardt zudem gerne als neue Sparte im Fußballkreis installieren. „Wenn die Leute in den Clubhäusern spielen, würde der ein oder andere vielleicht auch draußen auf dem Feld kicken wollen“, so seine Vorstellung. Jedoch sei das Thema nicht so unkompliziert, da es beim E-Soccer nicht um Sport im klassischen Sinne gehe und dieser deshalb nicht unter gemeinnützige Bestrebungen eines Vereins fiele. Grundsätzlich fehle es derzeit einfach an einem E-Soccer-Experten im Kreis, der sich dem Thema im Sinne des KFA annehme.

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