Hessenmeisterschaften

Der Höhenflug des Jan Felix Knobel

  • schließen

Bei den „Hessischen“ hätte es zu einem raren Ergebnis kommen können. Dass der Sieger im Hürdensprint mit dem im Stabhochspringen identisch ist. Wenn das Wetter nicht gewesen wäre. . .

Die Formkurve von Jan Felix Knobel steigt weiter an. Der frühere Olympiateilnehmer aus Friedrichsdorf absolvierte bei den hessischen Meisterschaften in Fulda sozusagen einen starken Vierkampf, der aus den Disziplinen Stabhochsprung, Kugelstoßen, 110 Meter Hürden und Diskuswerfen bestand. Der 28-jährige Athlet des Königsteiner LV nähert sich also langsam, aber sicher seinem Ziel an, wieder einen kompletten Zehnkampf zu absolvieren.

Ganz stark war Knobels Leistung mit dem Stab. Mit 4,90 Metern hielt der frühere Junioren-Weltmeister in Abwesenheit von Gordon Porsch – der Neu-Anspacher ist am Fuß verletzt – die anderen reinen Sprungspezialisten in Schach und holte sich den Hessentitel.

Es war ein sehr langer Wettkampf, der wegen heftigen Regens rund eine Stunde unterbrochen werden musste. Trotzdem gelang es Knobel, auf „Wettkampf-Temperatur“ zu bleiben. Durch die Pause verpasste der KLV-Athlet aber einen quasi sicheren zweiten Titel. Knobel hatte den Vorlauf über 110 Meter Hürden in 14,99 Sekunden als Schnellster absolviert. Beim Finale konnte Knobel jedoch wegen des zeitgleichen Stabhochsprungs nicht mehr in den Block gehen. Seine Vorlaufzeit wurde im Endlauf von keinem der Konkurrenten unterboten.

Einen starken Auftritt hatte Knobel auch beim Kugelstoßen, das zu seinen Lieblingsdiziplinen gehört. Mit der Weite von 15,73 Metern kam er bis auf 19 Zentimeter an seinen Kreisrekord heran und wurde Vizemeister. Mit dem zwei Kilogramm schweren Diskus markierte Knobel zudem noch 47,03 Meter. Das reichte für Rang vier. In beiden technischen Disziplinen zeigte Adrian Ernst (TSG Wehrheim), dass er als M50er mit den Konkurrenten aus der Hauptklasse noch bestens mithalten kann. Zwei Endkampfplatzierungen, Rang sechs mit dem Diskus (35,23 Meter) und Rang sieben mit der Kugel (12,37 Meter), sind der eindrucksvolle Beweis.

In einem typischen Meisterschaftsrennen, in dem es eher um die Platzierung, als um eine flotte Zeit ging, reichten dem Oberurseler Sultan Abdu (LG Eintracht Frankfurt) über 800 Meter 1:58,74 Minuten zur Vizemeisterschaft. Bronze hatte Marvin Kappes von der TSG Wehrheim im Gepäck. Der Stabhochspringer musste diesmal mit 4,70 Metern zufrieden sein.

Dominik Wessling lief über 100 Meter in 11,12 Sekunden in den Bereich seiner Jahresbestmarke. Fürs U-23-Finale hätte der Königsteiner aber unter elf Sekunden bleiben müssen. Der Neu-Anspacher Dirk Leiacker (11,70) schied ebenfalls aus. Das Finale über 200 Meter (nach 22,77 Sekunden im Vorlauf) hätte Wessling bestreiten können. Er verzichtete aber wegen leichter muskulärer Probleme. Sein Teamkollege Patrick Hessami (noch A-Jugend) lief über 800 Meter als Neunter in 2:03,03 Minuten zwar Jahresbestzeit, wollte jedoch eigentlich unter zwei Minuten bleiben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare