Sein bislang größer Moment: Valentin Risch (rechts) turnt mit Miguel Feyh im Dezember 2019 im Gymnastik-Center in Tokio zum Weltmeister-Titel der Altersklasse 13 und 14 Jahre. Foto: Imago images
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Sein bislang größer Moment: Valentin Risch (rechts) turnt mit Miguel Feyh im Dezember 2019 im Gymnastik-Center in Tokio zum Weltmeister-Titel der Altersklasse 13 und 14 Jahre.

Trampolinturnen, SG Nied

Höher, immer höher

  • Harald Joisten
    VonHarald Joisten
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TRAMPOLINTURNEN Jugend-Weltmeister Valentin Risch aus Nied holt seine erste EM-Medaille

Frankfurt-Nied -Manchmal geht es im Leben ziemlich hoch hinaus. Mal beruflich, mal privat. Oder eben im Sport. Valentin Risch hat in seiner jungen Karriere schon große Höhen erlebt - und am vergangenen Wochenende bei den Trampolin-Europameisterschaften im russischen Sotschi doch eine ganz neue Erfahrung gemacht. "Ein Weißrusse hat gezeigt, dass man um die zehn Meter hoch springen kann. Das war schon sehr faszinierend", sagte der 16-Jährige. Dabei braucht auch er sich selbst keineswegs zu verstecken. Nicht nur, weil das Top-Talent der SG Nied bei seinen Trampolin-Übungen selbst enorm hoch fliegt: "Ich schätze, zwischen fünf und acht Meter." Er hat zugleich bei der Junioren-EM in Russland bereits seine zweite internationale Medaille erobert. Anderthalb Jahre nach seinem Weltmeister-Titel im Synchronspringen in der Altersklasse 13/14 Jahre gewann Risch nun mit dem Team Bronze. "Ich bin mega zufrieden", sagte der 16-Jährige, der dem Nachwuchskader (NK1) des Deutschen Turner-Bundes (DTB) angehört.

Auch im Einzel hatte sich Valentin Risch als Achter sportlich für das EM-Finale qualifiziert. Doch weil pro Nation nur zwei Sportler im Endkampf antreten dürfen, rutschte Risch nachträglich raus: Seine deutschen Teamkollegen Miguel Feyh (DTV Die Kängurus) und Lars Garmann (SC Cottbus) lagen im Halbfinale noch vor ihm. "Das Einzel war ein bisschen schade. Platz acht in Europa ist dennoch super."

Risch konnte wahrlich hochzufrieden sein, zumal er im Halbfinale eine knifflige Situation meisterte. Nach den ersten beiden Sprüngen landete er etwas weit am Rand des Trampolins. "Ich war nahe an der Abdeckung. Daher musste ich meinen dritten und vierten Sprung umstellen, etwas leichter turnen." Das reduzierte Risiko war die richtige Taktik: Danach fand er wieder seinen Rhythmus und turnte noch auf Rang acht. "Ich habe kühlen Kopf bewahrt", meinte der 16-Jährige, der in Frankfurt-Nied aufwuchs und auch weiterhin dort wohnt.

Salto? Auch am

Boden kein Problem

Die Reise nach Sotschi wird auch deshalb in Erinnerung bleiben, weil Corona die Titelkämpfe beeinflusste. "Wir mussten überall strenge Hygiene-Maßnahmen einhalten und uns in einer Art Blase aufhalten", so Risch. Das machte er gerne, er war froh, überhaupt an einer EM teilnehmen zu dürfen. "Wir hatten Riesen-Glück, dass unsere EM stattfand. Bei den Kunstturnern wurde sie abgesagt." Das Mitgefühl ist groß, schließlich sind viele Trampolinturner auch gute Turner. Valentin Risch kann auf dem Boden locker einen Salto vorwärts und rückwärts hinlegen.

Doch natürlich hängt sein Herz am Trampolin. Das nächste Ziel hat er bereits vor Augen: Die WM vom 11. bis 14. November in Aserbaidschan (Baku). "Da freue ich mich schon darauf." Dort will er nicht nur im Einzel eine gute Figur machen. Er tritt auch im Synchron-Wettbewerb wieder mit seinem Freund Miguel Feyh an, mit dem er im Dezember 2019 in Tokio den Weltmeister-Titel gewonnen hatte. "Wir möchten richtig absahen. Es wäre super, wenn wir unseren Titel verteidigen könnten", so Risch. Beide kennen sich gut, nicht nur vom Kadertraining beim Hessischen Turnverband. Beide gehen auf die Frankfurter Carl-von-Weinberg-Schule. Zeit genug also, über den nächsten Coup zu plaudern. Harald Joisten

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