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Die Hoffnung schwindet

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Von: Nils Malzahn

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Hielt mit ihren Toren Kriftel in der ersten Halbzeit im Spiel: Isabel Göbel (links).
Hielt mit ihren Toren Kriftel in der ersten Halbzeit im Spiel: Isabel Göbel (links). © Marcel Lorenz

Mit hohen Erwartungen waren die Handballerinnen der TuS Kriftel in das Drittliga-Kellerduell gegen den HSV Solingen gestartet. Am Ende stand beim 22:35 (13:17) die wohl bitterste Niederlage dieser Saison auf der Anzeigetafel.

Geknickt saßen die Spielerinnen der TuS Kriftel nach der Schlusssirene auf der Bank. Einigen von ihnen fiel der obligatorische Gang vor die heimischen Zuschauer sichtlich schwer. Eine desaströse zweite Halbzeit gipfelte in der höchsten Heimniederlage dieser Saison. Die Hoffnung auf den Klassenverbleib, die mit einem Sieg vielleicht noch einmal neue Nahrung erhalten hätte, schwindet schon nach dem neunten Spieltag.

„Der Verein müsste mich sofort entlassen, wenn ich sagen würde, dass es schon vorbei ist. Aber natürlich wird es jetzt brutal schwer“, gestand Kriftels Trainerin Ilka Fickinger. Die Enttäuschung stand auch ihr ins Gesicht geschrieben, nachdem sie zuvor eine zweite Halbzeit gesehen hatte, in der die Gastgeberinnen unzählige Fehler machten und Solingen sich plötzlich in einen Rausch spielte.

Nach einer ordentlichen ersten Halbzeit stand es 13:17. Schon da verpasste der Aufsteiger ein besseres Zwischenergebnis, denn im ersten Durchgang konnte sich keines der beiden Teams einen spielerischen Vorteil erarbeiten. Kriftel lag zwar nach sieben Minuten mit 1:4 zurück und Ilka Fickinger nahm früh die Auszeit, doch danach liefen die Angriffe der Kriftelerinnen so flott, dass sich so mancher Zuschauer an die zurückliegende Aufstiegssaison erinnert fühlte. Absolut sehenswert, wie Kristin „Din“ Nietzig und Janine Pfuhl kluge Anspiele auf Isabel Göbel gelangen, die fünf ihrer sechs Tore in der ersten Halbzeit erzielte. Nachdem Kriftel beim 7:6 (14.) erstmals in Führung lag, stand es fünf Minuten vor der Pause 12:13. Den folgenden 4:1-Lauf der Gäste deutete die Mehrheit der 120 Zuschauer in der Schwarzbachhalle noch nicht als schlechtes Omen.

Der HSV Solingen, der nach dem Rücktritt des Ersten Vorsitzenden Stefan Clauberg und dem drohenden Ausstieg von Mäzen Michael Kölker selbst gerade unruhige Zeiten erlebt, nahm diesen Schwung mit in die zweite Halbzeit. Nach 38 Minuten stand es 14:22 – das Spiel war verloren. Im Minutentakt baute der Tabellenvorletzte den Vorsprung aus, immer wieder eingeladen durch einfache Krifteler Abspielfehler. „Das war einfach nur ein gebrauchter Tag. Am Ende haben wir den Kopf verloren und es nicht mal mehr geschafft, unsere Angriffe möglichst lang auszuspielen“, analysierte Ilka Fickinger. Es passte ins Bild, dass sich die stärkste Kriftelerin, Torhüterin Stefanie Hill, Mitte der zweiten Halbzeit am Knie verletzte und nicht weiterspielen konnte. Wiederholt von ihren Vorderleuten im Stich gelassen, konnte ihre Vertreterin Melanie Nickel gegen die allein auf sie zulaufenden Solinger Angreiferinnen nichts ausrichten.

Heute Abend trifft sich die Mannschaft zur Analyse der Begegnung. „Wir müssen auch klar in die individuelle Besprechung gehen“, will Ilka Fickinger die Schwächen schonungslos offen legen. Zwei Spiele stehen bis Weihnachten aus, danach ist die Vorrunde beendet. Es sieht so aus, dass die Bescherung in Form der ersten Punkte in diesem Jahr ausfallen wird.

TuS Kriftel: Stefanie Hill (1.-43.), Melanie Nickel (ab 44.); Isabel Göbel (6), Janine Pfuhl (5), Alina Volke (3), Jaqueline von Moltke, Kim Körber (je 2), Kristin Nietzig, Maya Höhne, Lisa Schütz, Finja Seeharsch (je 1), Helen Schütz.

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