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Sicher einer der Schlüsselspieler im Pokalfinale: Florian Kister (links) traf in der Kreisoberliga 35 Mal für die SF Friedrichsdorf.

Fußball, Kreispokalfinale Hochtaunus

Holen die Sportfreunde Friedrichsdorf das Tripel?

Das sieht sich nach einer offenen Partie aus. Beide Finalisten haben am Donnerstag um 18 Uhr in Usingen gute Argumente für einen Sieg im Endspiel des Fußball-Kreispokals Hochtaunus. Bereits um 16 Uhr spielen die Fußballerinnen ihren Pokalsieger aus.

Am Sonntag durfte Raffaele Banchetto schon den zweiten Titel in dieser Saison bejubeln. Der Stammspieler des Kreisoberliga-Meisters Sportfreunde Friedrichsdorf half bei der Reserve aus und konnte am letzten Spieltag auch den Titelgewinn in der B-Liga feiern. „Jetzt hole ich mir noch mein persönliches Tripel“, verkündete der Linksverteidiger noch auf dem Feld und spielte dabei auf das Finale des Kreispokals am morgigen Donnerstag an. Die „Erste“ der Sportfreunde trifft auf den 1. FC-TSG Königstein. Anpfiff ist um 18 Uhr auf der Sportanlage „Muckenäckern“ in Usingen. Wem die Favoritenrolle zukommt, darüber lässt sich im Vorfeld trefflich streiten. Es gibt gute Argumente für beide Kontrahenten.

„Geht man nach Ligazugehörigkeit, wären wir als Gruppenligist Favorit“, erklärt Bayram Mechmet, „was aber die individuelle Klasse des Kaders angeht, hat Friedrichsdorf deutlich mehr zu bieten.“ Zudem können die Sportfreunde personell aus dem Vollen schöpfen, während der Königsteiner Coach wohl auf ein Quintett verzichten muss: Die Japaner Keito Takahashi und Shuichi Tani befinden sich im Heimaturlaub, Adrian Sobotzik hat sein Studium in Düsseldorf begonnen, Wayne Schäfer fiel zuletzt mit Knieproblemen aus und Sebastian Fay leidet unter Rückenbeschwerden. Doch unterschätzen wird Bodo Dick, Trainer der Sportfreunde, den Gegner nicht. Er sagt: „Sie haben eine frische, junge und zielstrebige Mannschaft, sind sehr aggressiv sowie spielstark und daher für mich sogar leicht favorisiert.“

Aufgrund der genannten Tugenden gleicht die Mannschaft von Königstein der SG Ober-Erlenbach. Also jenem Team, das den Sportfreunden im Ligabetrieb Ende April mit 3:2 überlegen war. Einen alles überstrahlenden Einzelakteur wie SGOler Adrian Matuschewski weist Mechmets Kader zwar nicht auf, dafür sind seine Spieler mannschaftstaktisch noch einen Tick besser geschult. Zudem zählte der 1. FC-TSG in der Rückrunde zu den körperlich fittesten und damit laufstärksten Teams der Gruppenliga. Darüber hinaus lief es im Kreispokal in der jüngeren Vergangenheit sehr gut. Im Vorjahr musste man sich erst im Finale Verbandsligist Usinger TSG geschlagen geben (0:3), im Jahr davor gelang nach Elfmeterschießen der Titelgewinn gegen den TSV Vatanspor Bad Homburg, damals ebenfalls Verbandsligist.

Auf dem Weg ins diesjährige Finale schlug Königstein den B-Ligisten SG Mönstadt/Grävenwiesbach mit 8:0, ehe man den KOL-Vertreter SpVgg 05/99 Bomber Bad Homburg (3:0), Gruppenligarivale FC Neu-Anspach (3:2 n. V.) und A-Liga-Meister SG Eschbach/Wernborn (3:0) ausschaltete. Friedrichsdorf startete im Pokal mit einem 11:1-Sieg gegen Ligakonkurrent FC Weißkirchen. Es folgten Siege über die A-Ligisten SG Oberhöchstadt (1:0) und SGE Feldberg (2:0) sowie über Favoritenschreck Eintracht Oberursel aus der KOL (4:1).

Trotz der gegenseitigen Respektsbekundungen wollen beide Trainer auf Sieg spielen lassen. „Nachdem wir im letzten Jahr verloren haben, wollen wir das Ding jetzt natürlich wieder holen“, sagt Mechmet, „doch egal wie es ausgeht, ich bin jetzt schon stolz auf meine Jungs, die stets das umgesetzt haben, was wir ihnen abgefordert haben.“

Bodo Dick fordert im Vergleich zum Liga-Ausklang, als die Meisterschaft bereits feststand, wieder ein wenig mehr von seinen Spielern. „Da lief es zuletzt nicht immer optimal, also müssen wir jetzt wieder Farbe bekennen.“ Für ihn wird’s das letzte Spiel vor der Rückkehr in die „Fußball-Rente“.

Das Frauenfinale: FSG Usinger Land - 1. FFV Oberursel

In der Frauen-Gruppenliga Frankfurt konnten weder der 1.FFV Oberursel noch die FSG Usinger Land den Abstieg in diesem Jahr verhindern. Doch eines der beiden Teams kann die Saison mit einem Erfolg beenden, steht man sich morgen in Usingen doch im Finale des Kreispokals gegenüber (16 Uhr). „Schwer zu sagen, wer da der Favorit ist. Der Pokal hat dann doch seine eigenen Gesetze, auch wenn ich für die Phrase fünf Euro ins Schweinchen werfen muss“, erklärt Kai Hartherz. Für den Interimstrainer der FSG wird es das letzte Spiel auf der Bank. Gerne würde der Vereinsvorsitzende die Mannschaft samt Titel an seinen Nachfolger Maik Reinhold übergeben. „Wenn wir so spielen, wie zuletzt in der Liga, dann bin ich auch zuversichtlich, dass wir es schaffen“, sagt Hartherz. Fast im selben Atemzug betont er aber, dass auch der 1.FFV unter Trainer Maurice Privat eine starke Rückrunde hingelegt habe. „Zuletzt konnten sie zweimal in Folge gewinnen (in den 16 Spielen zuvor aber nicht, Anm. d. Red.). Es wird für uns eine harte Nummer, da Oberursel gegen uns immer hochmotiviert ist.“

Generell ist der 1. FFV eine ehrgeizige Pokalmannschaft: In den vergangenen zehn Jahren schaffte es das Team fünfmal ins Finale und stets wurde der Titel gewonnen. So auch 2018, als die SG Bad Homburg/Köppen nach Verlängerung 2:1 bezwungen wurde. Den sechsten Titelgewinn will die FSG, die den Cup 2014 und 2015 gewann, nun verhindern. Allerdings wird das Vorhaben erschwert, da vier Stammspielerinnen fehlen werden. Am schwersten wiegt wohl der Ausfall von Spielmacherin Larissa Gailing (Kreuzbandriss). Nimmt man die beiden Partien aus dem Ligabetrieb zum Maßstab, so haben die Usinger Frauen übrigens die Nase leicht vorne (0:0, 2:1). Aber der Pokal hat ja nun bekanntlich seine ganz eigenen Gesetze, fünf Euro hin oder her.

ROBIN KUNZE

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