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Ungläubige Blicke: Jürgen Bornschein (li.) und Stephan Bodenröder wurden bei der DJK die Trainerstühle vor die Tür gesetzt.

Fußball, Gruppenliga

DJK Bad Homburg: Bodenröder/Bornschein gefeuert

„Sportliche Gründe“ führt Goran Skeledzic, neuer Sportlicher Leiter der DJK Bad Homburg, für die Entlassung des Trainerduos an. Dieses fühlt sich regelrecht „abserviert“. Der Nachfolger von Bodenröder/Bornschein soll ein alter Bekannter werden, der kürzlich noch in der Nachbarschaft beschäftigt war.

Überraschender Trainerwechsel in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt/West: Der am Rande zur Abstiegszone entlang balancierende Tabellenzwölfte DJK Bad Homburg und sein bisheriges Trainergespann Stephan Bodenröder/Jürgen Bornschein gehen ab sofort getrennte Wege. Das kam für das Duo, mit dem der Verein im Sommer den Aufstieg schaffte, zu diesem Zeitpunkt überraschend. Doch der Reihe nach . . .

Der Verein aus dem Bad Homburger Ortsteil Kirdorf hat immer noch so etwas wie ein familiäres Image. Dass viele ihrer Mitstreiter an einem Strang ziehen, bewies die DJK erst kürzlich beim Turnier in der Sporthalle der Gesamtschule. Gut organisiert über zwei Tage klappte das nur, weil mehr als zwei Dutzend Vereinsmitglieder mit anpackten. Aber dass bei den „Schwarzen“, wie man die DJK nennt (im Gegensatz zu den „Roten“ des Kirdorfer Nachbarn SGK), nicht alles heile Welt ist, sah man im vergangenen Jahr. Es gab heftige Querelen in und um die Jugendabteilung. Auch die hohe Spielerfluktuation kürzlich in der Winterpause ließ aufhorchen.

Skeledzic am Ruder

Seit kurzem ist Ex-Profi Goran Skeledzic (49) Sportlicher Leiter der Senioren-Fußballmannschaft. Früher stürmte Skeledzic für Kickers Offenbach, Dynamo Dresden und bei den Darmstädter Lilien. „Vorerst kommissarisch, bis zur Bestätigung in der nächsten Mitgliederversammlung, trage ich die Verantwortung“ teilte er gegenüber dieser Zeitung mit. Skeledzic bestätigte, dass Trainer Stephan Bodenröder und „Co“ Jürgen Bornschein ab sofort von ihren Ämtern entbunden seien. „Aus sportlichen Gründen“, fügt er hinzu. Pikanterie am Rande: Skeledzic war Anfang 2012 nach vier Trainerjahren bei der DJK vom damaligen Geschäftsführer Rolf Voigt gefeuert worden.

Über den Nachfolger des bewährten Trainerduos wollte sich Skeledzic noch nicht äußern. Dieser solle Anfang der Woche offiziell vorgestellt werden. Allerdings pfeifen es die Bad Homburger Spatzen schon von den Dächern: Enis Dzihic wird als neuer Besen am Wiesenborn kehren.

Dzihic hielt sich auf Nachfrage der TZ bedeckt – und verwies an den Verein. Der 44-Jährige war vor wenigen Wochen als Trainer des Kreisoberligisten Sportfreunde Friedrichsdorf entlassen worden. Inzwischen hat der in Bad Homburg geborene Ex-Profi den Trainer-A-Schein gemacht (wir berichteten). Dzihic war „auf dem Markt“, wie es so schön heißt. Dass er so schnell wieder „im Geschäft“ sein würde, haben nur wenige erwartet.

Trennung per E-Mail

Geschockt und tief enttäuscht ist Stephan Bodenröder insbesondere von der Art und Weise, wie der Verein mit seiner Entlassung und der von Jürgen Bornschein vorgegangen sei. „Es ist ein Hammer, wie Jürgen Bornschein und ich regelrecht abserviert wurden“, meint er nach fast sechs Jahren als Trainer der 1. Mannschaft.

Bodenröder erzählt: „Am Freitag war ein Testspiel gegen den SV Nieder-Weisel angesetzt. Wenige Stunden zuvor hatte ich per E-Mail die Kündigung erhalten, die vom Gesamtvorstand unterzeichnet war.“ Ebenso Bornschein, der zuvor auf einer Dienstreise weilte. „Hätte ich nicht zufällig noch in mein Postfach gesehen, wären wir beide wenig später wie zwei dumme Buben auf dem Platz erschienen und hätten von nichts gewusst“, schimpft Bodenröder.

„Thema erledigt“

Sogar der Nieder-Weiseler Trainer sei früher informiert gewesen, da „irgendjemand“ das Spiel abgesagt habe. Das Thema DJK sei für ihn, Bodenröder („Jürgen und ich, wir hinterlassen eine intakte, engagierte Mannschaft“), nun erledigt. Eine weitere Tätigkeit für die Kirdorfer könne er sich nicht vorstellen, nachdem er früher bereits im Jugendbereich der DJK erfolgreich tätig war. Gespannt darf man sein, wie die Vereinssponsoren den Wechsel auf der Trainerbank aufnehmen.

Wolfgang Kullmann

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