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Enis Dzihic

Fußball, Gruppenliga

DJK Bad Homburg: Dzihics schwieriger Start

Nach dem Trainerwechsel bei Fußball-Gruppenligist DJK Bad Homburg ist mit Jörg Denfeld ein wichtiger Unterstützer zurückgetreten. Der neue Coach Enis Dzihic zeigt sich beim Debüt begeistert von seinem Team.

Als die beiden ranghöchsten Fußballmannschaften Bad Homburgs am Mittwochabend aufeinandertrafen, waren nicht unbedingt die sportlichen Leistungen das Gesprächsthema. Gruppenligist DJK Bad Homburg empfing den klassenhöheren TSV Vatanspor auf dem Sportplatz am Wiesenborn, und erstmals coachte Enis Dzihic das gastgebende Team. Vatanspor hatte der A-Lizenz-Inhaber einst in die Verbandsliga geführt.

Doch nicht Dzihic selbst sorgt dieser Tage für Schlagzeilen, sondern der mit seiner Verpflichtung verbundene Trainerwechsel. Seine Vorgänger Stephan Bodenröder und Jürgen Bornschein – im Sommer mit der DJK aufgestiegen – hatten am vergangenen Freitag per E-Mail wenige Stunden vor einem geplanten Testspiel erfahren, dass sie ab sofort nicht mehr für den Tabellenzwölften zuständig sind. Die Partie wurde vom Verein abgesagt.

Es gibt Menschen, die das in einem solchen Fall auch im digitalen Zeitalter für eine ungewöhnliche Form der Kommunikation halten. Die DJK-Vorsitzende Monika Kaiser und der Sportliche Leiter Goran Skeledzic sagten nun am Rande des Testspiels, es habe Gründe dafür gegeben, dass der Verein so gehandelt habe. Sie sagten jedoch nicht, welche konkreten Gründe das gewesen seien. „Stephan Bodenröder und Jürgen Bornschein haben hervorragende Arbeit geleistet“, sagte Kaiser, „die Entscheidung hat uns menschlich leid getan. Die Kündigung war mit dem Vorstand abgesprochen, die Entscheidung fiel fast einhellig.“ Die langjährige Vereinschefin sagte aber auch, dass diese Form der Trennung so sicher nicht wiederholt werden würde.

„Respekt gehört dazu“

Sponsorenbetreuer Jörg Denfeld, selbst seit Jahren einer der Geldgeber des Vereins, hat derweil aus Verärgerung sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. „Ich kann die Art und Weise, wie hier vorgegangen wurde, nicht mittragen“, sagte er. Das habe nichts mit seiner Freundschaft zu Stephan Bodenröder zu tun. Bei jedem anderen Trainer hätte er so entschieden. „Wenn man sportlich in eine neue Richtung gehen will, ist das legitim“, sagt Denfeld, „aber dann muss man mit Mannschaft und Trainern so reden und umgehen, dass man sich hinterher noch in die Augen sehen kann. Verschiedene Meinungen sind zu akzeptieren, aber Respekt gehört dazu.“ An seinem Sponsorenpaket für diese Saison werde er unabhängig davon festhalten.

Bei der Trainerauswahl hat sich der DJK-Vorstand auf Skeledzic verlassen. „Es musste schnell reagiert werden“, erläuterte dieser am Mittwochabend. „Enis Dzihic, unser Wunschtrainer, war verfügbar. In ein paar Monaten wäre das sicher anders gewesen.“ Gemeinsam würde jetzt das Ziel Klassenerhalt angegangen. „Dann werden wir uns wieder zusammensetzen“, sagte Skeledzic.

Dessen Wunschkandidat war nach dem Testspiel sehr angetan von der Leistung seiner neuen Mannschaft: „Da geht mir das Herz auf, wenn ich diese jungen Spieler sehe“, sagte Dzihic, „wie sie mit Begeisterung ihre Aufgabe erledigen. Immerhin waren drei A-Jugendspieler dabei.“ Das, erläuterte er, habe ihn dazu bewogen, bei den Kirdorfern zuzusagen. Skeledzic trainiere die A-Jugend, und aus diesem Team erwarte er Verstärkungen für das Gruppenliga-Team.

Traumtor von Kadimli

Die DJK hatte im Homburger Duell den Rückstand durch einen Foulelfmeter von Dino Cakovic (18.) mit einem Tor von Celil Günay (38.) ausgeglichen. Emre Kadimli traf in der zweiten Halbzeit mit einem Traumtor in den rechten Winkel zum 2:1-Siegtreffer für Vatanspor. Dessen Keeper Rachid Döring (Stammtorwart Yüksel Deliktas fällt verletzt aus) verhinderte mehrfach ein zweites Gegentor. Mit der Partie beim FC Neu-Anspach setzen die Kirdorfer am Sonntag (14.30 Uhr) die Runde fort. Momentan trennt sie nur die gute Tordifferenz von einem Abstiegsplatz. Mittelfristig, da sind sich Skeledzic („Ich will Strukturen im Verein verbessern und weiter vorankommen“) und Dzihic einig, könne auch über die Gruppenliga hinaus nachgedacht werden. „Doch“, sagt Dzihic, „eins nach dem anderen. Das ist wie beim Klöße-Essen.“

WOLFGANG KULLMANN

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