Gleich rollt der Ball zum ersten Mal ins Usinger Tor. Torschütze Kyle Howie (Nr. 17) und Vladislav Fomin (Nr. 2) schauen hinterher. Foto: Rhode
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Gleich rollt der Ball zum ersten Mal ins Usinger Tor. Torschütze Kyle Howie (Nr. 17) und Vladislav Fomin (Nr. 2) schauen hinterher.

Fußball, Hochtaunus

Die DJK Bad Homburg mag englische Wochen lieber als die Usinger TSG

Bad Homburg bringt Spitzenreiter Usingen am Mittwochabend die erste Niederlage bei. Vatanspor und Königstein punkten im Abstiegskampf der Gruppenliga Frankfurt West im Gleichschritt.

Das Topspiel des 5. Spieltages in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt West hielt, was sich die Trainer davon versprochen hatten. Es war torreich. Allerdings nur für eine Mannschaft: DJK Bad Homburg brachte gestern Abend unter Flutlicht mit einem 3:0 der Usinger TSG die erste Saisonniederlage bei.

Bei Anpfiff des jungen Schiedsrichters Olaf Kehne (Altenstadt) stand die UTSG vor einer schwierigen Aufgabe. Es galt den sehr schnellen Angriffsfußball der DJK auszubremsen. Dafür hatte Trainer Marius Walz sich einen Kniff ausgedacht: Je nach Situation verteidigte Usingen mit vier oder fünf Leuten. Rechts ergänzte Niklas Lerch die Abwehrreihe bei Bedarf am eigenen Strafraum, links pendelte Pierre Hübsch zwischen den beiden Sechzehnern.

So konnte Innenverteidiger Robert Scheithauer immer wieder als eine Art Libero das Zentrum verdichten. Doch just durch die Mitte kam die DJK zur ersten großen Abschlussmöglichkeit und damit auch gleich zum 1:0. Kyle Howie schlich sich vom linken Flügel in zentrale Position, wurde aus dem Mittelfeld zur richtigen Zeit bedient und stand frei vor dem Kasten, von wo er, vorbei an Torwart Dominik Roos, cool ins rechte Ecke einschob (13.).

Strittige Szenen im Strafraum

Rund zehn Minuten später verursachte Tim Tilger einen heiß diskutierten Strafstoß an Salih Yasaroglu. Tilger hatte Yasaroglu zwar gerempelt, der war aber erst spät gefallen. Soufian Chihab scheiterte vom Punkt, weil Roos stark ins untere Eck abgetaucht war. In der 39. Minute forderte die UTSG dann Strafstoß, doch Kehnes Pfeife blieb stumm, nachdem Christian Kaus im Strafraum zu Fall gekommen war. An der Überlegenheit der DJK änderte das nichts.

Nach 60 Minuten konnte das Team von Trainer Ibrahim Cigdem nachlegen. Yasaroglu behauptete einen langen Ball stark gegen zwei Verteidiger und legte dann auf den nachgerückten Christopher Skoczny ab, der mit einem wuchtigen Schuss auf 2:0 erhöhte (57.). Als in der 70. Minute dann Usingens Perica Zrakic seine zweite Gelbe Karte sah - er erwischte im Zweikampf seinen Gegenspieler im Gesicht - war die Partie gelaufen.

"Wir wollten in den letzten 20 Minuten alles reinwerfen, was noch im Tank war, doch mit der Gelb-Roten war das dann hinfällig", erklärte Marius Walz. Für den Coach der UTSG war der Gegner an diesem Abend schlicht die bessere, weil physisch und mental die fittere Mannschaft.

"Man hat dem Gegner angemerkt, dass er mehr Probleme mit den englischen Wochen hat als wir", gab Cigdem seinem Usinger Kollegen recht.

Den Schlusspunkt setzte fünf Minuten vor dem Abpfiff Kenam Hodzic (früher Zejnelovic). Der Neuzugang vom FC Mammolshain traf aus kurzer Distanz nach Vorarbeit von Skoczny zum 3:0. Es hätte sogar noch deutlicher ausfallen können. Scheiterte der Tabellensechste im ersten Durchgang daran, die Feldüberlegenheit in glasklare Chancen umzumünzen, so vergab die DJK im zweiten Durchgang eine Reihe an Hochkarätern. Emin Basdar (78.) und Chihab (89.) vergaben freistehend aus fünf Metern, Julian Paul (48., 71.) scheiterte zweimal per Kopf nach einem Eckstoß und Adam El Mai Mouni (65.) fand bei einem Schuss aus dem Rückraum in Keeper Roos seinen Meister.

"Ich bin sehr zufrieden", resümierte Trainer Cigdem, "im Großen und Ganzen waren wir souverän, defensiv wie offensiv."

Tore:1:0 Howie (13.), 2:0 Skoczny (57.), 3:0 Hodzic (85.). (rk)

Vatanspor Bad Homburg – SV Gronau 4:1 (2:1): Der TSV hat einen Lauf. Nach dem, vor einer Woche noch überraschenden, 1:0 in Seckbach und dem 3:1 in Burg-Gräfenrode siegten die Bad Homburger auch in ihrem dritten Spiel binnen sieben Tagen. „Ein Vereinsrekord für mich“, lächelte Trainer Necip Incesu, „aber für uns Punkte gegen den Abstieg.“

Schon nach acht Minuten brachte Ömer Hotaman die Hausherren in Führung, nachdem er sich im Strafraum elegant um die eigene Achse gedreht hatte. Nach dem prompten 1:1 durch Sergen Bayraktar (11.) bekam Gronau Oberwasser, auch die verletzungsbedingten Auswechslungen von Dorian Segovic (33., Platzwunde am Kinn) und Nikolaus Pauly (45., Pferdekuss an der Hüfte) spielten Vatanspor nicht in die Karten. In der Nachspielzeit köpfte Gurkaraman Singh jedoch nach einem Freistoß von Alexander Ujma das 2:1. Artverwandt war die Entstehung des 3:1 nach 55 Minuten: Eckball Ujma, Kopfball Singh.

Zwar musste sich auch TSV-Torwart Armin Buchholz mehrfach bewähren, doch ging die Führung für die Gastgeber mittlerweile in Ordnung. Erst recht nach dem 4:1 durch einen abgefälschten Freistoß von Hotaman (78.). Asmir Hajdarovic traf noch den Pfosten. „Wir hatten in der zweiten Halbzeit das Spiel unter Kontrolle, es macht Spaß, den Jungs zuzusehen“, freute sich Incesu. (rem)

1. FC-TSG Königstein – TSG Niederrad 4:1 (2:1): Im fünften Anlauf hat es für die jüngste Mannschaft der Liga geklappt. „Der Knoten ist geplatzt, viel Last ist von den Schultern der Spieler gefallen“, freute sich Till Sommerfeld, Königsteins Sportlicher Leiter, gestern am späten Abend.

Dabei hatte alles denkbar ungünstig begonnen: Torwart Bugra Dursun ließ sich von Daniel Sousa den Ball abluchsen – 0:1 (5.). Luis Dahl hätte alleine vor Mert Aydin schon bald ausgleichen können, doch parierte der Niederräder Keeper. Königstein machte weiter Druck und drehte noch vor der Pause verdientermaßen die Partie: Jonas Löffler (29.) und Mert Özbek (43.) waren nach Flanken in die Spitze zur Stelle. Das 3:1 hatte dann wieder Dahl auf dem Fuß. Nach einem Fehlpass von Torwart Aydin prallte der Ball nach dem Schuss aus 30 Metern an die Latte (66.).

Die „98er“ aus dem Frankfurter Süden erhöhten mehr und mehr den Druck, „das Spiel stand auf des Messers Schneide“, so Sommerfeld, doch Königstein konterte erfolgreich: Aaron Schlünz (85.) und nochmals Jonas Löffler (90. + 1) machten alles klar. Ein Lob erhielt Schiedsrichter Mark-Oliver Ney (Bierstadt) vom FC für seine tadellose Leistung. (rem)

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