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Spielerin mit Vorwärtsdrang: Tosca Steinhoff lässt sich nicht aufhalten, der Münchener Gegenspielerin bleibt da nur das Nachsehen. Sieben Punkte steuerte Steinhoff zum klaren Heimsieg der Bad Homburgerinnen bei.

Basketball, Hochtaunus

Die Bad Homburg Falcons zeigen gegen Jahn München, warum sie die 2. Liga anführen

  • vonGerhard Strohmann
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Der Zweitliga-Tabellenführer aus Bad Homburg findet einen Sponsor für die Corona-Tests, um spielen zu dürfen. Dann laufen die Falcons zu großer Form auf und bleiben unbesiegt. Aber dennoch gibt es einen dicken Wermutstropfen.

Wer will diese Falcons stoppen? Auch im vierten Spiel der Saison 2020/21 feierten die Bad Homburgerinnen mit dem gestrigen 76:52-Erfolg gegen die Turnerschaft Jahn München in der Südgruppe der 2. Basketball-Bundesliga den dritten deutlichen Sieg.

„Das war mit Abstand unser bestes Spiel seit langem“, war der nicht zu übermäßiger Euphorie neigende Headcoach Jay Russell hellauf begeistert vom Auftritt seiner Mannschaft, die im Primodeus-Park vor allem in punkto Einstellung und Moral Basketball vom Feinsten geboten hatte.

Dabei standen der Vorzeichen vor der ersten Partie nach der dreiwöchigen Pandemie-Pause für den Tabellenführer denkbar schlecht. Zwar waren die für das Team der HTG Bad Homburg und deren Betreuerstab von einem HTG-Mitglied finanzierten (und von der DBBL geforderten) Corona-Tests am Freitagabend allesamt negativ ausgefallen, aber neben der Spanierin Nerea Garmendia Odroziola (beruflich bedingt) fiel auch noch Kapitänin Gergana Georgieva aus.

"Geri" hofft auf Glück im Unglück

„Ich bin ohne Einwirkung einer Gegenspielerin umgeknickt und haben mir einen Schaden im linken Knie zugezogen“, schilderte die 33-jährige Lehrerin das Malheur, das sich am Freitagabend fünf Minuten vor dem Ende des Abschlusstrainings ereignet hatte. „Ich hoffe nur, dass es kein Kreuzbandriss ist, sondern nur eine leichte Verletzung am Meniskus“, sieht „Geri“ – in Personalunion auch Trainerin der Zweiten Damen-Mannschaft der HTG – der Kernspintomographie (MRT) in dieser Woche mit einigem Bangen entgegen. Vor allem deshalb, weil sie in ihrer langen Basketball-Karriere bis dato noch nie schwer verletzt war.

Mit starken Schmerztabletten, auf Krücken und mit hochgelegtem linken Bein verfolgte Georgieva von der Bank aus den Gala-Auftritt ihrer Kolleginnen, bei denen vor allem Wirbelwind Isabel Gregor auf der Spielmacherposition dafür sorgte, dass gegen München niemand die Routiniers Odroziola und Georgieva vermisste. „Sie ist von niemandem zu stoppen gewesen und zeigt jetzt das großartige Potenzial, das in ihr steckt“, erhielt die Spielerin mit der Nummer 4 von Brown ein dickes Kompliment.

Junge Spielmacherin strahlt viel Ruhe aus

Die Ruhe und Übersicht der 165 Zentimeter großen Studentin hatte auch dafür gesorgt, dass sich die Gäste aus München lediglich 41 Sekunden lang an einer Führung erfreuen durften. Nach dem anfänglichen 3:4 zogen die Falcons nämlich mit einem 19:0-Lauf (!) bis zur neunten Minute auf 22:4 davon und hatten damit die junge Jahn-Truppe frühzeitig demoralisiert. Auch zwei Auszeiten von Gäste-Coach Markus Klusemann vermochten in dieser Phase den Angriffswirbel der Gastgeberinnen nicht zu stoppen.

Die deutliche Überlegenheit der Bad Homburgerinnen belegt der Gewinn aller vier Zehn-Minuten-Abschnitte (24:9, 20:19, 19:16 und 13:8). Und auch die Foul-Statistik von 8:17 zeigt, dass sich die Mädels aus Bayern oft nur mit unfairen Mitteln zu helfen wussten. Mit Olivia Borsutzki (31.) und Leonie Kambach (38.) mussten zwei Jahn-Spielerinnen im letzten Abschnitt nach dem jeweils fünften Foul vorzeitig vom Feld.

Mehr als 100 Fans online

Wegen der derzeit geltenden strengen Hygienevorschriften fand auch diese Begegnung als „Geisterspiel“ unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, aber mehr als 100 Fans verfolgten die gestrige Begegnung live auf dem YouTube-Kanal.

Am kommenden Sonntag bestreiten die Falcons bereits das nächste Heimspiel. Ab 16.30 Uhr geht es gegen die Saarlouis/Dillingen Diamonds. Da gegen die Sharks Würzburg das Heimrecht getauscht wurde und die Partie am 12. Dezember nun in der Feggrube in Würzburg stattfindet, ist die nächste Begegnung bereits das vorletzte Heimspiel im Jahr 2020. Vorbehaltlich jedoch möglicher weiterer Corona-Einschränkungen.

Falcons Bad Homburg: Gregor (21 Punkte/1 Dreier), Kämpf (16), Kammer (13/3), James (9/1), Steinhoff (7/1), Johanns (6), Koopmann (4), Bokemeyer, Rhein.

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