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Die deutsche Nummer eins: Petrissa Solja, WM-Bronzemedaillen-Gewinnerin im Mixed.

Tischtennis

Bad Homburg freut sich auf das Länderspiel

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Diese Veranstaltung hat im Hochtaunus absoluten Seltenheitswert. Wie es dazu kam, dass die Nationalteams von Deutschland und Luxemburg am Dienstag in der Wingert-Sporthalle aufschlagen.

Ein Länderspiel in Bad Homburg – man muss schon tief in den Annalen kramen, um auf ein solches Ereignis zu stoßen. 1976 schlug einmal die deutsche Mannschaft im Davis Cup auf der Anlage im Kurpark auf, Gegner war die Tennis-Asse der UdSSR. 2014 empfingen die besten Baseballer der Nation im Sportzentrum Nord-West die Auswahl Schwedens. Und mit Stolz kann nun der TTC OE Bad Homburg, Vizemeister der 2. Tischtennis-Bundesliga, verkünden, dass bald in der Ober-Erlenbacher Wingert-Sporthalle ein Länderspiel über die Bühne gehen wird. Am Dienstag schmettern im „Wingert-Dome“ von 19 Uhr an die Frauen-Nationalmannschaften von Deutschland und Luxemburg am blauen Spieltisch, der von der Tribüne bestens zu beobachten ist. Einlass in die Halle ist um 17.30 Uhr, die Vorstellung der Teams beginnt um 18.45 Uhr.

Als im Mai die Bad Homburger Tischtennis-Verantwortlichen davon Wind bekamen, dass für die EM-Qualifikation noch ein Ausrichter gesucht wird, war deren erster Reflex: machen. „Mehr als ein Club“ lautet der Leitfaden, an dem es der ambitionierte Verein bis in die Bundesliga schaffen möchte. Um das Motto auch mit Leben zu füllen, hat der TTC OE beispielsweise im Januar zu einer großen Benefizveranstaltung Tischtennis-Star Timo Boll – und mit ihm 450 Zuschauer – nach Ober-Erlenbach gelotst. „Der Spitzensport ist eine Säule unseres Vereins“, erläutert Team-Manager Johannes Herrmann, die Zweitliga-Mannschaft aber eben nur ein Projekt davon.

Mit besonderen Events wollte man den Tischtennis-Fans der Region etwas bieten, so Herrmann. Weitere Säulen seien der Nachwuchssport (mit vier regelmäßigen Schul-Kooperationen), Gesundheits- und Freizeitsportgruppen, eine Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungswerk, Engagement im sozialen Bereich und der Firmen-Cup für Unternehmen der Region.

Der Fokus der TTC OE liege jetzt aber auf dem Nationalteam von Jie Schöpp, in dem am Dienstag mit der Weltranglisten-44. Petrissa Solja vom südhessischen Bundesligisten TSV Langstadt und Chantal Matz (TTG Bingen) auch Spielerinnen aus Vereinen aufschlagen werden, mit denen der TTC OE gerne eine Kooperation eingehen würde. „Voneinander zu lernen“, darum geht es Herrmann dabei.

Erfahrung bei der Durchführung von Events hat man indes schon. So selbstverständlich, wie sich die Durchführung des Länderspiels durch den umtriebigen Club anhört, ist sie aber nicht. „Wir mussten schon zweimal drüber schlafen und uns zweimal schütteln, ob wir das denn auch machen wollen“, sagt Sportchef Mirko Kupfer. Nach der Bewerbung wurde der potenzielle Ausrichter aus dem Taunus vom Deutschen Tischtennis-Bund während einer Besichtigung auf Herz und Nieren geprüft. Es ging um die Hallenkapazität, die Logistik, aber auch die Unterbringung der Mannschaften inklusive Shuttle-Service. Ein Länderspiel will also nicht nur personell durch viele Helfer, sondern auch finanziell erstmal gestemmt sein.

Neue Sponsoren für das Ereignis zu gewinnen, sei aufgrund des späten Zeitpunkts in der zweiten Jahreshälfte eher schwierig bis unmöglich gewesen. „Viele Werbe-Budgets sind schon ausgeschöpft“, sagt Kupfer. Umso mehr weiß der TTC OE das zusätzliche Engagement manches Partners zu schätzen. Profitieren könnten alle, meint Herrmann. Von den Sponsoren, Zuschauern bis hin zu Volunteers und Einlaufkindern, die sich auch spontan noch beim Club per E-Mail melden könnten. Der TTC OE sei am Dienstag ein Botschafter in Europa“, sagt Herrmann, und er beweise erneut, dass ein solch hochkarätiges Sportprojekt nach Bad Homburg gehört.

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