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Gleiche Höhe: Florian Kister (SF Friedrichsdorf, rotes Trikot) und Joel Tekie (DJK Bad Homburg) im Kopfballduell.

Fußball Hochtaunus, Spiel der Woche

DJK Bad Homburg vs. SF Friedrichsdorf: Ein 1:1 als Fortschritt

Im Spiel der Woche trennen sich die DJK Bad Homburg und die Sportfreunde Friedrichsdorf unentschieden. Beide Mannschaften beenden im Hochtaunus-Derby der Fußball-Gruppenliga Frankfurt West einen Negativtrend.

Sowohl die DJK Bad Homburg als auch die Sportfreunde Friedrichsdorf wirkten in den letzten Wochen angeschlagen. Gerade so, als ob die Fußballspieler beider Vereine die Winterpause dringend herbeisehnten. Die Kräfte wirkten aufgebraucht, die Konzentration hielt nicht mehr über die vollen 90 Minuten und daraus resultierten vermeidbare, dann aber spielentscheidende Fehler.

Im direkten Aufeinandertreffen am Sonntagmittag widerlegten die beiden Hochtaunusmannschaften diesen Eindruck allerdings eindrucksvoll. Beide agierten engagiert, betrieben einen hohen Aufwand und ließen hier und da in dieser Saison bereits gezeigte Klasse zumindest stellenweise wieder aufblitzen.

Zu Spielbeginn waren die Gastgeber einen Tick besser, weil zielstrebiger und spritziger. Und schon nach vier Minuten führte dies zu zwei großen Torchancen, die beide in der Folge von Eckstößen zustande kamen. Zunächst testete Ibrahim El Ouahiani SF-Keeper Enver Osmanovic mit einem satten, aber mittigen Schuss, kurz darauf probierte Ibrahim Cigdem sein Glück mit einem präzisen Abschluss ins Eck. Den ersten Schuss parierte Osmanovic gut, beim zweiten tauchte er sogar überragend ab und hielt so die Null für die Gäste. Für die Gastgeber vollbrachte Torhüter Marco Kapias Ähnliches in der 17. Minute. Friedrichsdorfs Stürmer Florian Kister hatte am gegnerischen Strafraum eigentlich den Ball schon vertändelt, holte sich das Spielgerät aber zurück und schloss gegen drei Verteidiger ab, doch Kapias konnte abwehren.

In der 25. Minute war der Schlussmann der Gastgeber aber vollkommen machtlos. Raffaele Banchetto versuchte, eine Flanke von der Grundlinie in den Strafraum zu schlagen, erwischte den Ball aber so kurios, dass dieser über Kapias hinweg an den langen Pfosten und letztlich über die Linie flog. Banchettos Torjubel ließ keinerlei Zweifel, dass es sich bei dem Kunstschuss um ein geniales Versehen handelte: Wie vom Donner gerührt blieb er nahe der Eckfahne stehen, riss beide Arme in die Höhe und schaute wie entgeistert aus der Wäsche.

Alles andere als schockiert machte die DJK weiter. Schon fünf Minuten später fiel der Ausgleich. Routinier Cigdem zog auf der linken Außenbahn zu einem Sprint an und zeigte, dass er auch im fortgeschrittenen Fußballalter noch ordentlich PS auf den Rasen bringen kann. Seinen Gegenspieler ließ der Stürmer stehen und drang dann in den Strafraum ein. Osmanovic tat, was man von einem Torwart erwartet: Er stürmte aus seinem Kasten. Und Cigdem tat, was ein erfahrener Torjäger eben tut: Er legte den Ball an Osmanovic vorbei und nahm den Kontakt an. Den anschließenden Foulelfmeter verwandelte Soufian Chihab souverän links unten zum 1:1.

Die letzten Chancen

Bei diesem Spielstand blieb es dann auch, weil sich beide Mannschaften im zweiten Durchgang weitestgehend in Schach hielten. Klare Tormöglichkeiten gab es zwar noch, doch weder Kister noch DJK-Wechselspieler Mohamed Akil konnten diese nutzen.

Kister rutschte in der 72. Minute nach einer scharfen Hereingabe knapp am Ball vorbei, in der zweiten Minute der Nachspielzeit vergab er zudem freistehend einen Kopfball. Akil tauchte in der 87. Spielminute nach einem langen Ball am Strafraum der Sportfreunde auf und wollte den herauseilenden Osmanovic überlupfen, verzog dabei jedoch. Längst nicht alles wollte klappen, doch beide Mannschaften zeigten einen klaren Aufwärtstrend im Vergleich zu den Vorwochen.

Florian Kister (Nummer 14) vergibt in der Nachspielzeit die große Chance zum 2:1 für Friedrichsdorf. Sein Kopfball geht rechts neben das Tor.

DJK Bad Homburg - SF Friedrichsd. 1:1

DJK Bad Homburg: Kapias (68. Döring) - Omowe, Lorenz, Mouma, El Maimouni - Jänsch, Tekie, Chihab, Skoczny (78. Sladojevic) - El Ouahiani (61. Akil), Cigdem.

Sportfreunde Friedrichsdorf: Osmanovic - Razai (76. Paci), Strenkert, Theodosiadis, Banchetto - Pekgüzelyigit (89. Wenk), Füssel, Pulino, Basdar (19. Alemdar) - Koyun, Kister.

Tore: 0:1 Banchetto (25.), 1:1 Chihab (30.).

Torchancen: 5:4. - Eckbälle: 5:3. - Zuschauer: 120. - Gelbe Karten: El Maimouni, Mouma, Lorenz/Razai, Füssel, Pekgüzelyigit, Alemdar.

Beste Spieler: Mouma, Lorenz, Chihab/Theodosiadis, Banchetto, Füssel.

Spielnote: 3. Guter, weil couragierter Auftritt zweier Mannschaften, die sich allerdings speziell in der zweiten Halbzeit gegenseitig neutralisierten.

Schiedsrichter: Marcus Klimek (Dirlos). Note: 4. Hatte keine klare Linie, machte aber keine spielentscheidenden Fehler. Lag bei der Elfmeterentscheidung richtig.

Zwei frühere Fußballprofis analysieren das Derby am Wiesenborn

Diesen Wunsch konnte Enis Dzihic seinen Spielern einfach nicht abschlagen. "Sie wollten unbedingt auf dem Rasen spielen, und ich denke ohnehin, dass Fußball auf echtem Rasen und nicht auf Kunstrasen gespielt werden sollte", sagte der Trainer der DJK Bad Homburg augenzwinkernd. Also schnappte sich der Coach trotz einer leichten Erkältung vor der Gruppenliga-Partie gegen die Sportfreunde Friedrichsdorf den Streuwagen und machte den Platz spielbereit. Zum Lohn schenkte ihm seine Mannschaft zwar keinen Sieg, aber einen couragierten Auftritt, der immerhin zu einem Punktgewinn führte. Den nahmen Dzihic und die DJK gerne mit, nachdem die letzten drei Pflichtspiele allesamt verloren wurden. Gerade mit der Defensivleistung seiner Elf war er in dem "erwartet schweren Spiel" zufrieden.

Coacht auf dem Spielfeld: Alexandros Theodosiadis (Sportfreunde).

"Nach so einer Durststrecke war es ein Schritt nach vorne", lautete Dzihics Fazit zum 1:1. Diesem schloss sich auch Alexandros Theodosiadis, Spielertrainer der SF Friedrichsdorf, an. Auch die Gäste gingen in der Liga mehrfach leer aus. "Nach drei Ligaspielen mit drei Niederlagen sind wir erstmal froh über diesen Punkt", sagte Theodosiadis. Der 30-Jährige - wie Dzihic früher Fußball-Profi - hatte in der Vorberichterstattung die Summe der individuellen Fehler in den vergangenen Partien moniert. Diesmal gab es allerdings kaum etwas zu bemängeln. Dazu trug auch Theodosiadis selbst bei, da er nach abgesessener Vier-Spiele-Sperre wieder auflaufen durfte und an der Seite von Ulrich Strenkert für Ordnung im Abwehrverbund sorgte. Der ganz große Sprung raus aus der kleinen Formkrise gelang weder dem einen noch dem anderen Verein. Die ersten Schritte sind aber sowohl bei der DJK als auch bei den Sportfreunden gemacht worden.

ROBIN KUNZE

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