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Auf dem Vordach des Hotels: Rares Sipos (links) und Lev Katsman; gefilmt von Hans-Jürgen "Hennes" Kleemann.

Tischtennis, 2. Bundesliga

Für den TTC OE Bad Homburg geht's hoch hinaus

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Mit einem Marketing-Gag verdauen Bad Homburgs Tischtennis-Profis die erste Rundenniederlage. Zum "sportlichen Unfall" kam glücklicherweise kein richtiger hinzu.

In Gefahrenstufe "Rot" haben sich die Tischtennisprofis Rares Sipos und Lev Katsman begeben. Nicht nur Marketing-Geschäftsführer Mirko Kupfer vom Zweitliga-Tabellenführer TTC OE Bad Homburg hielt bei ihrer waghalsigen Aktion mehr als einmal die Luft an. Auch Autofahrer und Fußgänger staunten auf der Kaiser-Friedrich-Promenade.

Was war geschehen? Knapp 14 Stunden nach der 4:6-Heimniederlage im Derby der 2. Tischtennis-Bundesliga gegen den FSV Mainz 05 war die Ober-Erlenbacher Mannschaft mit Betreuern und Mitgliedern des Vorstands zum Brunch in ein Nobelhotel eingeladen worden. Dieser Termin am Sonntag stand schon länger fest und hatte absolut nichts mit der ersten Rundenniederlage tags zuvor im "Wingert-Dome" zu tun.

Wer die Schnapsidee hatte

Dass sich mit dem 19-jährigen Rumänen Sipos und dem 18-jährigen Katsman zwei der Top-Spieler dann auf dem Vordach des Hotels in fünf Metern Höhe den Zelluloidball auf einer Tischtennis-Platte zugespielt haben, entsprang einer sprichwörtlichen Schnapsidee. Diese ist in einem Gespräch zwischen Kupfer und dem General Manager des Hotels, Albert Mayr, entwickelt worden. Ursprünglich war es nur darum gegangen, ob das Hotel als Kooperationspartner des TTC OE im Dezember Betten für die Sportler zur Verfügung stellen kann. Dabei hat der 38-jährige Mayr als diplomierter Marketing-Fachwirt und PR-Profi den Vorschlag "Vordach-Tischtennis" ins Gespräch gebracht.

Den wetterfesten Tisch auf das Dach zu bringen, war die erste Herausforderung. Die zweite bestand darin, dass Rares Sipos und Lev Katsman eine sechs Meter lange, schmale Alu-Leiter empor klettern mussten, um auf das Vordach zu gelangen. Dort wartete ein Pfützen-übersäter Boden in luftiger Höhe als dritte große Herausforderung.

Hotel-Chef Mayr und ein Mitarbeiter hielten die Leiter, und unter dem Beifall der Kollegen aus dem Zweitbundesliga-Team sowie knapp zwei Dutzend weiterer Schaulustiger schafften die sportlichen Youngster sowohl den Auf- wie auch den Abstieg unfallfrei. Sie hatten zwischendurch auch die Gelegenheit, trotz des Windes einige Bälle über das Netz zu spielen. Die komplette Aktion wurde dabei per Handy-Video dokumentiert von Team-Betreuer Hans-Jürgen "Hennes" Kleemann, der als Dritter die Leiter emporgekraxelt war.

Die ebenfalls anwesenden Spieler Harmeet Desai, Nils Hohmeier und Samuel Kulczycki waren begeistert vom Wagemut ihrer beiden Kollegen, sparten nicht mit Beifall und lustigen Kommentaren und zückten ihre Smartphones, um dieses wohl einmalige Ereignis festzuhalten. Beim Gang ans Frühstücksbüfett hatten Sipos und Katsman natürlich Vorrang vor allen anderen, und geschmeckt hat der Brunch in der Bad Homburger Nobelherberge hervorragend - wenngleich das 4:6 vom Vorabend gegen Mainz 05 dem einen oder anderen Ober-Erlenbacher doch noch schwer im Magen lag.

"Für uns als Verein sind regionale Partner schon seit Jahren wichtig. Wir bleiben im Austausch und wollen mal sehen, ob uns noch weitere Ideen einfallen", plant Kupfer, dass der TTC OE Bad Homburg mit ähnlich spektakulären Aktionen noch öfters von sich reden machen wird. In sportlicher Hinsicht ist er trotz der ersten Saisonniederlage als Tabellenführer der 2. Bundesliga ja bereits top - und der Aufstieg in die 1. Liga ist nach wie das ambitionierte Ziel des Clubs.

Zwei Spiele in drei Tagen

Diesem Ziel können die Ober-Erlenbacher bis Sonntagabend wieder zwei Schritte näher kommen: Am Freitag um 19 Uhr findet in der Wingert-Sporthalle die Nachholpartie gegen TuS Celle statt. Schon am Sonntag um 14 Uhr steht dann das letzte Auswärtsspiel des Jahres bei Borussia Dortmund, dem Vizemeister der Vorsaison, auf dem Terminplan.

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