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Luki Matondo bejubelt mit Jeff Thielmann und Soufian Chihab (von links) sein Tor zum 3:1.

Spiel der Woche

Bad Homburg gelingt gegen Viktoria Urberach der erste Heimsieg dieser Saison

Sie haben sich bis zum letzten Heimspiel der Vorrunde Zeit gelassen, jetzt hat es geklappt. Zuvor hatten Bad Homburgs Fußballer laut ihrem Trainer „alles reingeworfen“.

Er hoffe, dass er sich „einen Punkt ermauern könne“, sagte uns Viktoria Urberachs Trainer Lars Schmidt vor dem Spiel. Ob er da eine falsche Fährte legen wollte oder ob das ironisch gemeint war, wer weiß . . .

Glaubwürdig war diese Aussage. Das zeigte das bisherige Torverhältnis von 18:17. Das Hauptgewicht liegt auf der Defensive. Schließlich muss die Viktoria mit den Abgängen von Tim Kalzu (TS Ober-Roden) und Tom Niegisch (1. FC Erlensee) leben, die letztes Jahr gemeinsam für 28 Tore gut waren.

„Gemauert“ haben die Gäste nicht, aber sie machten es dem jungen Vatanspor-Sturm, wahrscheinlich der jüngste in der Liga, gestern recht schwer. Für Luki Matondo stürmte von Beginn an Dario Stange (20), flankiert von Marvin Diehl (20) und Jeff Thielmann (19). Im Spielverlauf sah man, warum beide Teams so wenige Torerfolge zu verzeichnen hatten. Die Mannschaften isolierten sich gegenseitig, allerdings auf mäßigem Niveau. Die Torleute blieben fast beschäftigungslos. Keine einzige Ecke gab es in der ersten Hälfte. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit passierte Nennenswertes. Dario Stange fasste sich in der 38. Minute ein Herz, riskierte im gegnerischen Strafraum einen Slalom an vier Gegenspielern vorbei und wurde erst durch ein Foul gestoppt. Schiedsrichter Marius Ulbrich pfiff, ohne zu zögern. Seongsu Kim verwandelte eiskalt zum 1:0-Führungstreffer. Diesen rettete Torwart Yüksel Deliktas in die Pause, als er dem einschussbereiten Marco di Maria den Ball von den Füßen holte.

„Viel Kampf und Krampf“ hatte Ex-Co-Trainer Turan Pekdemir in den ersten 45 Minuten gesehen, wie er sich ausdrückte und: „Beide Teams kommen nur bis zum Strafraum, dann ist meist Schluss.“

Vatanspors Trainer „Ibo“ Cigdem hätte nach der Zeitumstellung in der Nacht vor dem Spiel am liebsten nach Halbzeitpfiff die Uhr wieder eine Stunde vorgestellt. Das 1:0 für sein Team hätte ihm genügt. Das wäre allerdings schade gewesen, denn es passierte noch einiges. Die „heiße Phase“ begann in der 62. Min. mit der Gelb-Roten Karte für Urberachs Robin Schnitzer wegen Meckerns. Kurz zuvor hatte er nach einem Foulspiel schon Gelb gesehen. Und wieder kassierten die Homburger trotz Überzahl ein Gegentor. Di Maria wuselte sich durch die wie paralysiert wirkende Abwehr der Gastgeber und stocherte den Ball ins Tor.

Auf diese Szene kam auch trotz aller Freude nach dem Spiel Trainer Cigdem wieder zu sprechen: „Diese Unsicherheiten haben wir immer noch nicht komplett ablegen können. So ein Spiel müssen wir normal mit 3:0 oder 4:0 heimschaukeln.“ Er meinte auch den Fehler von Ömer Dursun, der in der 90. Minute eine hohe Flanke unterlief. Andre Schneider angelte sich das Leder und erzielte den Anschlusstreffer für die Gäste, die es danach noch einmal spannend in der Nachspielzeit machten.

Vorausgegangen war allerdings zum Glück für die Homburger ein Traumtor von Mannschaftskapitän Soufian Chihab. Aus 20 Metern schlenzte er den Ball gefühlvoll ins Netz über Torwart Schürmann hinweg. Wenig später war Luki Matondo dran, inzwischen für Marvin Diehl eingewechselt. Jeff Thielmann schickte ihn nach Balleroberung aus der eigenen Hälfte, Matondo zog auf und davon und ließ dem Schlussmann keine Chance. So einen Jubel mit einer Spielertraube an der Eckfahne hatte man in dieser Saison auf dem Sportplatz Nord-West noch nicht gesehen.

Auch den Coach sah man noch nie so strahlend nach einem Heimspiel. Sein Kommentar: „Großes Kompliment an meine Jungs. Sie haben alles rein geworfen und wurden endlich belohnt.“

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