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TTC-OE-Trainer Xiaojun Gao (links) und Team-Manager Johannes Herrmann

Tischtennis, 2. Bundesliga

Der TTC OE Bad Homburg greift bald mit Nils Hohmeier an

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Ein U23-Nationalspieler ist der erste Neuzugang für die nächste Saison. Der TTC OE Bad Homburg möchte mittelfristig in die Tischtennis-Bundesliga. Dabei hält er an seinem Konzept fest, junge Spieler besser zu machen – „am besten junge deutsche Spieler“, wie Manager Herrmann sagt.

Die ersten Tischtennis-Kenner haben es gestern schon gewusst, wenn sie genau hingeschaut haben. Der TTC OE Bad Homburg hatte auf seiner Facebook-Seite eine ungewöhnliche Verlosungsaktion gestartet. Wer den nächsten Neuzugang erriet, konnte Eintrittskarten für ein Heimspiel des Zweitligisten gewinnen.

Zu sehen war ein Spieler, dessen Gesicht verpixelt war, wie es sonst bei Tätern oder Opfern üblich ist. Nils Hohmeier – auf den Namen tippten die allermeisten Facebook-User richtigerweise – ist aber vielmehr als ein Helfer anzusehen. Der Spieler des deutschen U23-Nationalkaders, bis jetzt noch für Ligakonkurrent TuS Celle aktiv, soll ab der kommenden Saison die Ober-Erlenbachern tatkräftig dabei unterstützen, den schon länger gehegten Wunsch vom Bundesliga-Aufstieg zu verwirklichen.

„Ein gemeinsames Ziel“

„Ich freue mich riesig – der TTC OE ist ein Verein, der mir im Moment die beste Perspektive bietet“, sagt der 21-jährige Hohmeier in seinem ersten Statement zum Vereinswechsel, „wir haben ja ein gemeinsames Ziel: Bad Homburg möchte in die TTBL. Das möchte ich auch schaffen in nächster Zeit. Und es wäre eine runde Sache, wenn wir das zusammen schaffen würden.“ Für den deutschen Schüler-Meister von 2013 und Jugend-Europameister im Doppel von 2016 (mit Clubkamerad Tobias Hippler) ist der Wechsel in den Taunus nach sechs Jahren bei TuS Celle kein so großer Schritt, wie man vielleicht glaubt. Hohmeier trainiert und wohnt bereits in Düsseldorf, wo er am Bundesstützpunkt von Timo-Boll-Entdecker Helmut Hampl gefördert wird.

Bei den TTC-OE-Verantwortlichen ist nach der Zusage von Hohmeier, der in dieser Saison bis dato auf eine positive Bilanz von 6:5 in Einzel und Doppel kommt, Erleichterung zu spüren. „Wir sind sehr froh, dass sich mit Nils ein junges deutsches Talent für uns entschieden hat“, sagt der Sportliche Leiter Mirko Kupfer. Er betont das so, weil „zu Beginn der Mission“, wie Team-Manager Johannes Herrmann ausführt, der Verein bewusst deutschen Nachwuchskräften wie Dominik Scheja, Jens Schabacker und Julian Mohr eine Plattform gegeben habe.

Kader nimmt Formen an

„Dauerbrenner“ Scheja (21) gehört Jahre später mit der Nummer eins aus Rumänien, Rares Sipos (18), und jetzt Hohmeier zu jenen Spielern, die dem Bad Homburger Kader in der Zweitliga-Saison 2019/20 angehören werden. Für die 1. Liga haben die Verantwortlichen aus finanziellen Gründen erneut keine Lizenz beantragt, wie Herrmann bestätigt. Die TTBL bleibt aber das Ziel des Clubs.

„Junge Spieler zu fördern, am liebsten Deutsche“, das sei schon immer der Plan gewesen, betont Herrmann indes. Jedoch kommt der Verein wegen seiner weiterhin begrenzten finanziellen Mittel (der Saisonetat beträgt rund 80 000 Euro) nicht immer an die Top-Talente heran. Oder sie verlassen den beschaulichen Homburger Stadtteil Ober-Erlenbach nach einer Saison schon wieder, um höhere Ziele zu verfolgen. Wie Dang Qiu, der gerade bei den deutschen Meisterschaften Timo Boll an den Rand einer Niederlage brachte.

Vielleicht wird Nils Hohmeier auch einmal so gut. Aber eins nach dem anderen. Der TTC OE sei als sehr professioneller Verein für ihn in einer Phase wichtig, in der er sich im Profibereich etablieren wolle, sagt Hohmeier erst einmal. Er erwähnt die vielen Helfer und Fans, die den familiären Verein auf seinem Weg begleiten. Und der soll noch weiter nach oben führen. Wann, das kann Manager Herrmann nicht sagen. Was er aber gerne schon einmal vor dem nächsten Heimspiel des derzeitigen Tabellendritten gegen den TTC Grün-Weiß Bad Hamm (Samstag, 18 Uhr) für die kommende Saison ankündigt: „Wir werden mit der stärksten Mannschaft antreten, die wir je hatten.“

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