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Freude über den ersten gemeinsamen Pflichtspielsieg: Trainer Enis Dzihic und Goran Skeledzic, Sportlicher Leiter von DJK Bad Homburg; rechts der Neu-Anspacher Abwehrspieler Alexander Clark.

Fußball, Gruppenliga

DJK Bad Homburg jubelt im Derby erstmals mit Trainer Dzihic

Drei Punkte im Abstiegskampf fährt die DJK Bad Homburg beim FC Neu-Anspach ein – im Duell eines neuen Trainers gegen einen alten Trainer, dessen Ende der Amtszeit schon besiegelt ist.

Nach erst zwei Einheiten unter ihrem neuen Trainer Enis Dzihic besannen sich die Gruppenliga-Fußballer von DJK Bad Homburg im Spiel beim FC Neu-Anspach auf die einfachen Dinge: einen geordneten Spielaufbau ohne unnötige Ballverluste und eine geschlossene Zusammenarbeit in der Defensive.

In einem Derby auf schwachem Gruppenliganiveau feierte die DJK schließlich einen 2:0-Sieg in Neu-Anspach. Ein gelungener Einstand für Enis Dzihic, der erst vor einer Woche die Mannschaft nach der Trennung von Stephan Bodenröder und Jürgen Bornschein übernommen hatte. Vor rund 80 Zuschauern bestimmten die Gäste von Beginn an das Tempo, ohne dabei aber wirklich zu überragen.

Nur hin und wieder ließ die DJK das von Dzihic favorisierte aggressive Pressing aufblitzen. „Erst wenn wir die nötige Fitness haben, können wir das auch häufiger umsetzen“, erklärte der Coach nach dem Spiel. Gegen den FCNA war das frühe Erobern des Balles aber auch nicht nötig, denn der Gegner lieferte zum 1:0 in der 13. Minute mächtig Beihilfe. Eine weite Flanke wollte Winterneuzugang Faruk Cirak lässig per Kopf zu Torhüter Mario Schreiber ablegen, doch die Rückgabe des Ex-DJKlers geriet viel zu kurz und landete bei seinem ehemaligen Mitspieler Celil Günay. Der Angreifer traf freistehend erst den Pfosten und verwandelte den Abpraller per Kopf zum 1:0.

Auf der Gegenseite vergab Torjäger Christian Kaus aus rund 18 Metern eine Möglichkeit zum Ausgleich (15.). Der Schuss des „22-Tore-Manns“ ging zu zentral auf den Kasten und stellte DJK-Keeper Nico Molitor vor keine allzu großen Schwierigkeiten. Wirklich zwingende Chancen hatte keines der beiden Teams mehr, bis Neu-Anspach kurz vor der Pause einen Eckball bekam. Dieser führte nicht zum Torerfolg, sondern zu einer Kontergelegenheit der Gäste, die erst durch eine Notbremse von Vladislav Fomin unterbunden werden konnte.

„Weder beim 0:1 noch vor der Roten Karte hat uns Bad Homburg wirklich ausgespielt“, haderte Trainer Rico Henrici mit seinen Spielern, „wir haben es uns durch eigene Fehler schwer gemacht.“ Die Leichtigkeit ist weg

Dass Henrici den Verein im Sommer verlassen muss, steht schon fest. Doch Dienst nach Vorschrift gab es von dem Trainer nicht, wie vielleicht manch einer befürchtet hatte. Wie gewohnt war der Fußballlehrer über 90 Minuten lang lautstark am Motivieren und Korrigieren, doch die Worte hatten scheinbar keine Wirkung auf seine Mannschaft. Der Wille war den Spielern nicht abzusprechen, doch insgesamt wirkte der FCNA weder körperlich noch geistig fit genug, um sich gegen die drohende Niederlage zu wehren. Die Leichtigkeit, die im Spätsommer noch zu tollem Fußball sowie guten Ergebnissen führte und die im Herbst abhandenkam, ist auch über die Winterpause nicht zurückgekehrt.

Gleichzeitig muss erwähnt werden, dass auch die DJK Bad Homburg im zweiten Durchgang einiges schuldig blieb. Gegen zehn Anspacher schaffte man es nicht, frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. „Du weißt ja nie, ob dann doch noch ein Gegentreffer durchrutscht“, kommentierte Dzihic die mangelnde Chancenauswertung. Erst in der letzten Spielminute gelang es Günay, seinen neuen Trainer mit dem zweiten Treffer zu beruhigen. Er staubte aus kurzer Distanz ab, nachdem Torwart Schreiber stark gegen Yassin Belfkih pariert hatte. Zu diesem Zeitpunkt war der FCNA sogar nur noch zu neunt auf dem Feld, denn Tobias Hagen musste fünf Minuten vor dem Abpfiff mit Krämpfen runter.

Eine gute Nachricht gab es aus Sicht der Gastgeber aber doch zu vermelden: Turan Pekdemir wird ab der kommenden Saison dem neuen Cheftrainer Jörg Loutchan als Assistent zur Seite stehen. Das Duo arbeitete bereits beim TSV Vatanspor Bad Homburg erfolgreich zusammen.

FCNA: Schreiber – Fomin, Cirak, Clark, S. Paul, J. Paul (57. Schmidt) – Hagen, Kraus (70. Kraus), Pauls (53. Pauly), Gara Ali – Kaus. – DJK: Molitor – Talhaoui (53. Jänsch), Hohmann, Lorenz, Azariohi – Stoss, Ochmann (67. Wolf), Belfkih, Mouzong (63. Schaidreiter) – Günay, El Ouahian. – Tore: 0:1/0:2 Günay (13., 90.). – Rote Karte: Fomin (44., Verhinderung einer klaren Torchance).

TuS Merzhausen - FSV Friedrichsdorf 1:0 (0:0):

Wirklich viel sprach vor der Partie nicht für einen Erfolg von TuS Merzhausen über den FSV Friedrichsdorf in der Fußball-Gruppenliga. Acht Punkte Vorsprung hatte der FSV in der Tabelle und konnte zudem im Winter relativ vernünftig trainieren dank des eigenen Kunstrasenplatzes. In Merzhausen fielen dagegen viele Einheiten auf dem Rasenplatz dem Wetter zum Opfer. Doch eben dieses Geläuf hatte nun Anteil am Überraschungserfolg. „Ich habe mir schon gedacht, dass es schwer wird“, sagte FSV-Coach Metin Yildiz, „auf dem Platz war an Fußballspielen nicht zu denken.“ Das eher auf schnelle Kurzpässe ausgelegte Spiel des FSV musste umgestellt werden. Doch das klappte beim 0:1 nicht.

„Sie haben es sehr häufig – vielleicht sogar zu häufig – mit langen Bällen probiert“, beobachtete Merzhausens Abteilungsleiter Uwe Hartmann, „und neun von zehn dieser Bälle hat Toni Castellino hinten rausgeköpft.“ Doch nicht nur im eigenen Strafraum bewies der frühere Regionalliga-Spieler Köpfchen. Auch vor dem gegnerischen Kasten setzte er das Haupt gewinnbringend ein. Nach knapp einer Stunde holte Iulian Ivan einen Eckball heraus, den der Italiener anschließend zum 1:0 veredelte. „Er kam mittig vor dem Tor vollkommen frei zum Kopfball“, beschrieb Yildiz die Szene, „das darf natürlich nicht passieren.“ Eine feste Zuordnung gab es zwar beim FSV, doch wurde diese durch eine einfache Körpertäuschung des Gegners zu leicht ausgehebelt.

In der Schlussphase verpasste Mustafa Koyun knapp den Ausgleich – vor allem wegen eines Platzfehlers (70.). Auch der eingewechselte Adrian Bitiq (75., Pfosten) und Kapitän Marc Reichert (83.) hatten kein Glück.

„Der Rasen hat uns sicherlich geholfen“, gestand Hartmann nach dem Spiel, „aber wir haben auch eine wirklich geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt, was mich ein bisschen stolz macht.“ Lobend erwähnte er auch Schiedsrichter Kai Vonderschmidt (Mühlheim) und dessen Assistenten Tobias Michler und Adil Challioui. „Wir hatten selten so ein gutes Gespann in Merzhausen“, sagte Hartmann. Yildiz sah es dagegen etwas anders. „In der ersten Halbzeit haben sie sowohl einen klaren Handelfmeter als auch eine Tätlichkeit im gegnerischen Strafraum übersehen“, ärgerte sich der FSV-Coach, der trotz der Niederlage im Derby mit seinem Team auf dem sechsten Tabellenrang bleibt. Der Anschluss zu den ersten fünf Plätzen ist nun aber bei neun Punkten Rückstand erst einmal außer Reichweite.

Merzhausen: Meiller – Castellino, Vidovic, Gratieux, Hohmann, Corrado, Zrakic, Ivan, Maric, Berschick, Fliess. – Friedrichsdorf: Mohr – Mouma, Schwarzer, Güven, Bueno Oliva, Bussian, Celikci, Crecelius, Koyun, Reichert, Zejnullahu. – Tor: 1:0 Castellino (58.).

1. FC-TSG Königstein – FV Hausen 3:0 (1:0):

In der Regel zeigt sich Bayram Mechmet als Perfektionist. Selbst nach Siegen seines Teams sieht der Trainer immer auch Verbesserungspotential. Nach dem Erfolg zum Restrundenauftakt fielen nun aber nur lobende Worte. „Es war eine sehr gute Mannschaftsleistung“, sagte Mechmet, „und es ist erfreulich, dass wir nicht nur mit drei Toren Unterschied, sondern auch zu null gewonnen haben.“ Nach einem Foul an Vincent Schandry bekamen die Hausherren einen Strafstoß zugesprochen, den Leonard Kovacevic ins linke untere Eck verwandelte (1:0, 28.). Beim 2:0 war es dann Schandry selbst, der bei einem Eins-gegen-eins mit Keeper Marc Sieber Nervenstärke bewies (60.). Den Schlusspunkt setzte Luis Dahl, der sich mit Sieber ein Laufduell um den Ball lieferte und einen Moment schneller am Spielgerät war (3:0, 72.). Wayne Schäfer hatte kurz zuvor und kurz danach noch Gelegenheiten, um zu erhöhen (70., 76.), scheiterte jedoch einmal am Pfosten und zielte das andere Mal am Tor vorbei. Ein bisschen Luft nach oben gibt’s in Königstein also noch immer.

FC Oberstedten – Spvgg. Fechenheim 1:1 (0:1):

Es lief bereits die Nachspielzeit, als Marko Mitrovic einen Angreifer der Gäste per Foulspiel am sicheren Tor hinderte. „Er hat sich für die Mannschaft geopfert“, berichtet Manager Rüdiger Rau, der die Gesamtleistung des Gruppenliga-Debütanten lobte. Die Notbremse (90. + 1, Rote Karte) des Innenverteidigers sicherte Oberstedten einen Punkt, nachdem zuvor Kamil Yikilmaz per Foulelfmeter (0:1, 9.) und Nouri Jegham per Beinschuss gegen Schlussmann Mert Aydin (1:1, 69.) trafen.

„Für die Moral der Mannschaft ist der Punkt sicher gut“, sagte Rau, „aber im Grunde ist er zu wenig. Wir hätten drei gebraucht.“ Die wären auch drin, denn ab der 60. Minute konnte der FCO fast nach Belieben agieren. Während den Fechenheimern die Puste ausging, kam den Gastgebern die im Winter erarbeitete Kondition zugute. Doch der Ball wollte nicht mehr über die Linie. Zum Schluss verfehlte Jegham den Kasten nach einem direkten Freistoß nur hauchzart.

ROBIN KUNZE

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