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TTC-Trainer Tobias Beck (mit Mund-/Nasenschutz) beglückwünscht Lev Katsman und Maksim Grebnev nach ihrem Doppelerfolg gegen den TTC Zugbrücke Grenzau, der den 3:2-Sieg bedeutete.

Tischtennis, Hochtaunus

Der TTC OE Bad Homburg schafft seinen ersten Bundesliga-Sieg

  • vonGerhard Strohmann
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Der Aufsteiger gewinnt das Kellerduell gegen den TTC Zugbrücke Grenzau mit 3:2. Ober-Erlenbachs Trainer Tobias Beck meint, dieser Tischtennis-Krimi am Sonntagabend konnte es mit dem "Tatort" im Fernsehprogramm aufnehmen.

Ober-Erlenbach – Geschafft: Mit einem 3:2 gegen den TTC Zugbrücke Grenzau hat Aufsteiger TTC OE Bad Homburg im achten Anlauf endlich den historischen ersten Sieg in der 1. Tischtennis-Bundesliga der Herren (TTBL) gefeiert.

Wohl noch nie hat sich Sven Rehde, Sportliche Leiter des TTC OE, über eine Fehlprognose so gefreut wie die, die er gestern vor dem zweiten Einzel des Nachmittags zwischen Lev Katsman und Tischtennis-Legende Aleksandar Karakasevic geäußert hat. „Wenn Lev gewinnt, haben wir auch eine Chance auf den Gesamterfolg“, legte sich Rehde fest. Aber Katsman gewann nicht. Er lag zwar mit 2:1 in Führung, ehe er gegen 45-jährigen dreifachen Olympia-Teilnehmer noch mit 7:11, 11:9, 14:12, 10:12, 9:11 verlor.

Damit stand es zwischenzeitlich 1:2 aus Sicht der Ober-Erlenbacher gegen den bis vor der Begegnung ebenfalls noch sieglosen Kontrahenten aus dem Westerwald, der immerhin auf 39 Jahre Bundesliga-Zugehörigkeit zurückblicken kann. Kaum einer der Corona-bedingt wenigen Anwesenden, unter denen sich auch Tischtennis-Weltverband-Präsident Thomas Weikert befand, hätte zu diesem Zeitpunkt noch einen Pfifferling auf den TTC OE gegeben.

Aber dann erwies sich Spitzenspieler Gustavo Tsuboi ein zweites Mal als „Mentalitätsmonster“. Nachdem der gesundheitlich angeschlagene Brasilianer mit einem 3:2-Sieg gegen Cristian Pletea bereits für die 1:0-Führung im Gesamtergebnis gesorgt hatte, setzte er sich auch im Spitzen-Einzel gegen den Griechen Ioannis Sgouropoulos nach erneutem 1:2-Rückstand noch mit 11:9, 5:11, 8:11, 11:9, 11:7 durch.

Dieser zweite Punkt hatte zur Folge, dass der Aufsteiger aus dem Taunus in seinem achten Bundesligaspiel zum ersten Mal das Doppel ins Rennen schicken konnte, das nur bei einem Zwischenstand von 2:2 nötig wird, um einen Sieger zu vermitteln.

Dass dieses Doppel für den TTC OE eine echte Waffe ist, bewies das russische Jugend-Duo in der Besetzung Lev Katsman (19) und Maksim Grebnev (18). Die U18-Vizeweltmeister im Doppel aus dem Jahr 2018 fegten die Grenzauer Pletea/Karabasevic mit 11:6, 11:8, 11:9 von der Platte und sorgten für Jubelstürme auf der mit den Ersatzspielern Nils Hohmeier, Dominik Scheja und Tayler Fox besetzten Bank.

„Der Tatort läuft normalerweise sonntags um 20.15 Uhr, aber dieses Tischtennisspiel braucht sich hinter keinem Krimi zu verstecken“, geriet Bad Homburgs Trainer Tobias Beck bei der Würdigung der Leistung seines Trios ins Schwärmen, „auch wenn Gustavo Tsuboi mit seinen beiden Punkten natürlich erheblichen Anteil an diesem Erfolg hat, war es eine großartige Teamleistung, die zu Recht belohnt worden ist.“

Der erfahrene Coach, der das Amt beim Bundesliga-Neuling vor 32 Tagen angetreten hat, verhehlte allerdings auch nicht, dass die Partie angesichts des 1:2-Rückstands von Tsuboi gegen Sgouropoulos auch sehr leicht mit 1:3 hätte verloren werden können.

Mit dem gebotenen Abstand durfte der historische Erfolg gestern Abend nach dem Abbau der Bundesliga-Spielstätte gebührend gefeiert werden. „Dieses 3:2 wird uns sicherlich auch am kommenden Wochenende beflügeln“, sieht Rehde dem Doppel-Spieltag mit der Partie in Ochsenhausen (Freitag, 19 Uhr) und dem Heimspiel gegen Bad Königshofen (Sonntag, 15 Uhr im Wingert-Dome) erwartungsvoll entgegen.

TTC OE Bad Homburg – TTC Zugbrücke Grenzau 3:2 (12.10 Sätze): Gustavo Tsuboi – Cristian Pletea 3:2 (8:11, 11:9, 9:11, 11:4, 11:7), Rares Sipos – Ioannis Sgouropoulos 1:3 (7:11, 11:13, 11:4, 4:11), Lev Katsman – Aleksandar Karakasevic 2:3 (7:11, 11:9, 14:12, 10:12, 9:11), Gustavo Tsuboi – Ioannis Sgouropoulos 3:2 (11:9, 5:11, 8:11, 11:9, 11:7), Lev Katsman/Maksim Grebnev – Cristian Pletea/Aleksandar Karakasevic 3:0 (11:6, 11:8, 11:9).

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