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Nandor Ecseki (hinten, links) und Alexander Valuch in ihrem letzten Heimspiel für den TTC OE Bad Homburg.

Tischtennis, 2. Bundesliga

TTC OE Bad Homburg scheidet aus dem Titelrennen aus

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Mit einer enttäuschenden Leistung verabschiedet sich der TTC OE in dieser Saison von seinem Publikum. Ausgerechnet der baldige Neuzugang Nils Hohmeier sorgt für den Schlusspunkt.

Flugs warf ihm Mirko Kupfer das rote Trikot entgegen. Nils Hohmeier fing es auf, zog sich sein blaues Celler Shirt vom Leib und das Ober-Erlenbacher an, setzte sich an den kleinen Tisch neben den Sportlichen Leiter des Tischtennis-Zweitligisten TTC OE Bad Homburg und unterschrieb seinen neuen Vertrag. Minuten zuvor hatte sich der U23-Nationalspieler allerdings noch als Spielverderber für seinen neuen Verein erwiesen. Den 6:3-Erfolg der Niedersachsen vor knapp 300 Zuschauern im „Wingert Dome“ hatte er perfekt gemacht und damit die Titelträume der Gastgeber beendet.

Die Entscheidung fällt nun am letzten Spieltag (14. April) im Fernduell zwischen Mainz 05 (beim TTC Fulda-Maberzell II) und Borussia Dortmund (gegen den TV Hilpoltstein), das einen Punkt weniger auf dem Konto hat als der Spitzenreiter aus Rheinhessen. Der TTC OE gastiert beim 1. FC Saarbrücken II und kann von dem Tabellenvierten noch vom dritten Rang verdrängt werden.

„Unglaubliche Atmosphäre“

„Es tut mir leid, aber es war klar, dass ich für mein aktuelles Team Celle alles geben werde“, sagte Hohmeier. Der 21-jährige Angriffsakteur war angetan „von der unglaublichen Atmosphäre. Als Gast hast du es schwer hier; ich bin froh, nächste Saison beim Gastgeber zu sein.“

Während Hohmeier mit einem guten Gefühl seine künftige Spielstätte verließ, brauchte Kupfer eine Weile, um sich zu fangen. „So will man sich nicht von den Zuschauern verabschieden“, sagte er mit angestrengter Stimme. Schon zu Beginn hatte sich bei ihm die Laune verschlechtert. Die Umstellung der Doppel fruchtete nicht, beide Ober-Erlenbacher Duos kamen nach knapp verlorenem Auftaktsatz nicht wirklich in die Gänge.

Einer war schlecht drauf

Der 0:2-Rückstand wäre gewiss noch zu kompensieren gewesen, wenn nicht ein Akteur einen rabenschwarzen Tag gehabt hätte: Nandor Ecseki. Der Ungar, immerhin 118. der Weltrangliste, gab seine beiden Einzel ab. Der negative Höhepunkt: Gegen den Celler Ersatzspieler Jannik Xu vergab Ecseki fünf Matchbälle in Folge, dazu verspielte er gegen Hohmeier kläglich eine 2:1-Führung. „Ich weiß nicht, was in den Köpfen der Spieler vor sich geht“, fand Kupfer keinen Erklärungsansatz für diese Aussetzer des klar favorisierten Magyaren.

So ging die starke Leistung von Alexander Valuch etwas unter. Der Slowake ließ Hohmeier keine Chance und führte gegen Xu 1:0, doch das finale Einzel konnte nach Ecsekis Pleite am Nebentisch nicht mehr in die Wertung kommen. Rares Sipos und Harald Andersson hatten Celles Spitzen- und Angriffsspieler Tobias Hippler wegen geringerer Fehlerquote zwar im Griff, doch gegen den russischen Routinier Fedor Kuzmin (35), EM-Dritter von 2009, gab es jeweils kein Happy End nach deren Aufholjagd.

TTC OE Bad Homburg – TuS Celle 3:6 (18:20 Sätze): Ecseki/Valuch – Hippler/Kuzmin 0:3 (12:14, 3:11, 14:16), Andersson/Scheja – Xu/Meissner 1:3 (10:12, 8:11, 11:6, 8:11), Sipos – Kuzmin 2:3 (11:3, 11:13, 5:11, 11:7, 9:11), Andersson – Hippler 3:1 (11:8, 14:12, 7:11, 11:7), Ecseki – Xu 2:3 (11:5, 9:11, 11:5, 8:11, 10:12), Valuch – Hohmeier 3:0 (11:9, 12:10, 11:3), Sipos – Hippler 3:1 (11:5, 11:5, 8:11, 11:8), Andersson – Kuzmin 2:3 (10:12, 5:11, 11:5, 11:6, 7:11), Ecseki – Hohmeier 2:3 (5:11, 11:6, 11:9, 3:11, 5:11).

Abschied von einem Trio

Vor dem ersten Ballwechsel bekamen Harald Andersson, Nandor Ecseki und Alexander Valuch Abschiedsgeschenke überreicht. Die drei stellten sich danach vor die Zuschauer, reichlich Beifall war ihnen gewiss. Während Ecseki zum schwedischen Spitzenclub Eslövs AI BTK wechselt, ist die Zukunft der anderen beiden Tischtennisprofis noch ungewiss. „In Deutschland werde ich nicht bleiben. Wahrscheinlich gehe ich zurück in die Slowakei“, sagte Valuch. Auch den Schweden Andersson zieht es in seine Heimat. Ihr Verein, für den sie zwei Jahre spielten, hat seine Personalplanungen schon abgeschlossen. Der Rumäne Rares Sipos und der Inder Harmeet Desai bilden künftig das vordere Paarkreuz. Zudem stehen der Russe Lev Katsman, der Pole Samuel Kulczycki , Nils Hohmeier und Kapitän Dominik Scheja im Kader. „Wir haben sechs Spieler im Aufgebot, da wir noch nicht wissen, wie häufig Katsman und Kulczycki für ihre U-Nationalteams abberufen werden“, erklärte Mirko Kupfer.

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