Hochmotiviert: Linebacker Isaac Silva übt im Mannschaftstraining der Sentinels auf dem Ober-Eschbacher Sportplatz des Tackeln. FOTO: Dmitrij Zibart
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Hochmotiviert: Linebacker Isaac Silva übt im Mannschaftstraining der Sentinels auf dem Ober-Eschbacher Sportplatz des Tackeln.

Die Bad Homburg Sentinels fiebern der verkürzten Saison entgegen

  • vonStefan Fritschi
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Im September soll die Regionalliga Mitte starten. Der Verzicht der Gießen Golden Dragons bringt derweil den Alternativ-Spielplan durcheinander.

Die goldenen Drachen bereiten den ambitionierten Bad Homburg Sentinels und den restlichen Teams der Regionalliga Mitte Unbehagen. Es ist gewiss nicht so, dass die Gießen Golden Dragons sportlich einiges zu bieten hätten. Der Absteiger aus der German Football League 2 (GFL2) hat vielmehr einen Tag vor Ablauf der Meldefrist doch noch sein Team zurückgezogen, damit sind die bisherigen Planungen für einen Spielbetrieb hinfällig.

"Es wäre schön gewesen, wenn dies früher kommuniziert worden wäre", übt Maximilian Schwarz, 2. Vorsitzender und Offense Coach der Sentinels, dezent Kritik. Allerdings sei der Gießener Rückzug nicht überraschend erfolgt, die Mittelhessen hätten dies schon in Erwägung gezogen gehabt. Spielermangel und organisatorische Gründe waren dafür ausschlaggebend.

Eigentlich hätten die Bad Homburger mit den Gießenern und Aufsteiger Rüsselsheim Crusaders in der Ost-Gruppe der Regionalliga Mitte eine Runde mit Hin- und Rückspiel absolvieren sollen, in der West-Gruppe die Mainz Golden Eagles, Montabaur Fighting Farmers und Trier Stampers. Die jeweiligen Staffel-Ersten hätten dann den Meister ermittelt.

Nun steht eine normale Runde mit allen fünf Teams zur Debatte, oder es bleibt wie vereinbart - nur müssten dann die Sentinels viermal gegen die Crusaders spielen. Nicht gerade leistungsfördernd. Schwarz: "Vielleicht klappt's ja mit einer Zwischenlösung." Anfang September soll jedenfalls die verkürzte Saison starten.

Das Problem: Während in Hessen seit dem 1. August wieder voll und somit auch mit Kontakt trainiert werden darf, ist in Rheinland-Pfalz der Mannschaftssport noch auf 30 Spieler begrenzt. Egal, auf welchen Modus man sich verständigt: Die Bad Homburg Sentinels wollen unbedingt in die GFL2. Der Titel in der Regionalliga Mitte reicht in diesem (Corona-)Jahr schon dafür aus. "Es wird definitiv keine Aufstiegsrunde geben. Wir würden auf jeden Fall das Aufstiegsrecht wahrnehmen", betont Schwarz.

Bislang stiegen die zwei Besten der Aufstiegsrunde auf, an der auch die Titelträger aus Baden-Württemberg und Bayern teilnahmen. Falls alle drei Landesmeister aufsteigen wollen, würde 2021 die GFL2 (Gruppe Süd) mit elf statt wie üblich acht Clubs an den Start gehen - der Abstieg ist in der GFL2 ausgesetzt. Eine Mammutaufgabe für alle Beteiligten, selbst wenn bis dahin das Coronavirus gebändigt sein sollte.

Etwa 15 Akteure haben nach Abschluss der Spielzeit 2019 die Sentinels verlassen, rund 25 schlossen sich dem Club an. "Für die Defense haben wir einige neue Spieler hinzubekommen. In der Offense waren wir ohnehin schon gut aufgestellt", sagt Schwarz, der diesen Mannschaftsteil hauptverantwortlich trainiert, gewohnt selbstbewusst. Ob Spenser Lewis die mit Abstand wichtigste Position allerdings ausfüllen wird, ist aber sehr fraglich. Der US-Amerikaner, bereits im November als neuer Quarterback vorgestellt, ist derzeit in Oklahoma, eine Einreise nach Deutschland aber nicht möglich.

Falls Lewis nicht kommen könne, deutet Schwarz an, dass möglicherweise ein Kanadier ein "Wächter" werden wird. Der nördliche Nachbarstaat der USA wird in Deutschland nicht als Corona-Risikoland eingestuft. Es ist eine entscheidende Personalie, denn Import-Spieler, bekräftigt Schwarz, garantieren einen Qualitätsanstieg. "Sie haben ein ganz anderes Spielverständnis und heben unsere Spieler auf ein höheres Level", weiß er.

Neuzugänge aus der GFL2

Unterdessen haben sich zwei Akteure von den Darmstadt Diamonds den Sentinels angeschlossen. Die Südhessen nehmen nicht an der GFL2 teil, somit war ein Wechsel möglich. Ob es noch weiteren Zulauf gibt, bleibt indes abzuwarten. Außer Darmstadt verzichten auch die Wiesbaden Phantoms und Frankfurt Pirates auf eine Teilnahme in der GFL2. Falls jetzt Spieler wechseln sollten, dürften sie allerdings nicht mehr zurückkehren, kündigte bereits "Piraten"-Präsident und -Headcoach Keith Williams an.

"Wir sind auf jeden Fall stärker als in der vergangenen Saison", betont Maximilian Schwarz. Da hatten sich die Sentinels als Aufsteiger einen dramatischen Titelkampf mit den Pirates geliefert und diesen nur aufgrund des schlechteren Ergebnisses im direkten Vergleich verloren (21:35 und 32:30). Auch wenn es 2020 nur eine verkürzte Saison geben kann - beim nächsten Mal wollen die Bad Homburger am Ende ganz oben stehen.

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