Sie sind weiterhin befreundet, arbeiten bei Fußball-Gruppenligist DJK Bad Homburg aber nicht mehr zusammen: Trainer Enis Dzihic (links) und Sportlicher Leiter Goran Skeledzic. foto: Rhode
+
Sie sind weiterhin befreundet, arbeiten bei Fußball-Gruppenligist DJK Bad Homburg aber nicht mehr zusammen: Trainer Enis Dzihic (links) und Sportlicher Leiter Goran Skeledzic.

Fußball, Gruppenliga

DJK Bad Homburg: Trainer Enis Dzihic ist Geschichte

  • Thorsten Remsperger
    vonThorsten Remsperger
    schließen

Wechsel bei Fußball-Gruppenligist DJK Bad Homburg: Warum Ibrahim Cigdem jetzt beim Gruppenligisten am Kirdorfer Wiesenborn zum Chefcoach aufsteigt.

Ein gutes Jahr dauerte die Amtszeit von Enis Dzihic bei der DJK Bad Homburg. Der frühere Fußball-Profi ist gebürtiger Bad Homburger, inzwischen Inhaber der Trainer-A-Lizenz, und gemeinsam mit seinem Kumpel Goran Skeledzic - der Sportliche Leiter hatte ihn verpflichtet - schien einiges möglich am Wiesenborn.

Wechselhaft verliefen die Spielzeiten dann für den früheren Torjäger: Die Gruppenliga wurde erst am letzten Spieltag gehalten, im Sommer feierten die "Schwarzen" aus Kirdorf ein Fußball-Fest vor 4500 Zuschauern gegen Bundesligist Eintracht Frankfurt. Mit runderneuertem Team spielte die DJK dann zwar vorne mit, lag nach einem Drittel der Saison in aussichtsreicher Position. Doch ging das Geld offensichtlich allmählich aus, der Kader war irgendwann so ausgedünnt, dass Dzihic, mittlerweile 45 Jahre alt, selbst wieder die Fußballstiefel schnürte. Bis auf Rang acht waren die Kirdorfer abgerutscht bis zum Saisonabbruch durch Corona.

Der Neustart wird ohne Dzihic stattfinden. Assistenzcoach Ibrahim Cigdem übernimmt, wie Skeledzic auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte. Eine naheliegende Lösung. Damals noch als Stürmer gekommen, hatte Cigdem im Sommer 2019 schon mehrere Spieler mitgebracht.

"Es hat sich so ergeben"

Ob Dzihic denn jetzt selbst gegangen sei oder der Verein sich von ihm getrennt habe? Darauf möchte der Sportchef keine klare Antwort geben. "Es hat sich so ergeben", sind seine ersten Worte.

In seiner Begründung umkreist Skeledzic (50) mehr oder weniger das Thema Finanzen, obwohl er seinen alten Kumpel Dzihic auf keinen Fall als Trainer darstellen möchte, der aufs Geld schaut. Von Anfang an sei er als hochqualifizierter Übungsleiter dem Verein entgegengekommen, habe zugunsten der Spieler später auch weitere Abstriche gemacht.

"Enis hat uns super geholfen und alles mitgemacht, was wir wollten", lobt Skeledzic. "Wir können uns nur bei ihm bedanken." Corona-bedingt seien die Sponsorengelder aber knapper, "wir haben finanzielle Probleme bekommen", räumt der DJK-Macher ein, dessen Verein sich übrigens im 100. Jahr seines Bestehens befindet.

Er selbst habe sich jetzt die Aufstellung eines "seriösen Etats" auf die Fahne geschrieben und wolle in den nächsten zwei, drei Jahren für die Fußball-Abteilung eine gesunde Basis schaffen. In diesen offensichtlich enger gesteckten Rahmen passt Ibrahim Cigdem hinein, der zum Chef-Coach aufsteigt. Dzihic dazu: "Der Ibo und ich, wir kennen uns jetzt seit 15 Jahren. Ich habe ihm früher schon immer Tipps gegeben, und wir haben das bei der DJK zuletzt gemeinsam gemacht."

Neues Sturmduo birgt für Qualität

Auch Salih Yasaroglu leisten sich die Kirdorfer. Der hessenligaerfahrene Routinier birgt für einige Tore pro Saison und sei zuletzt bei den Sportfreunden Friedrichsdorf nicht glücklich gewesen, berichtet Skeledzic. "Spaß am Fußball" wolle Yasaroglu wieder haben, und den werde er mit der jungen Truppe am Wiesenborn auch bald wieder haben. Ihm an die Seite gestellt bekommt Yasaroglu mit Kenam Hodzic (früher Zejnelovic) den wohl talentiertesten jungen Stürmer der abgebrochenen Saison im Hochtaunus. Mit 28 Treffern hatte der 1,95-Meter-Schlaks den FC Mammolshain in die Kreisoberliga geschossen. "Er bekommt bei uns die Chance, sich in der Gruppenliga zu beweisen", erzählt Skeledzic und schwärmt sogleich: "Wenn Kenam an sich arbeitet, kann er zwei Klassen höher spielen."

Da gestandene Spieler wie Maximilian Lorenz (FC Neu-Anspach) und Mohamad Mouma den Verein verlassen haben, deutet vor dem Ablauf der Wechselfrist in der gestrigen Nacht einiges auf den nächsten Umbruch bei der DJK hin. Mit "Ibo" Cigdem, der 2018/19 beim TSV Vatanspor in Bad Homburg als Trainer debütiert hatte, aus der Verbandsliga Süd abgestiegen war. Ohne Enis Dzihic, der im Hochtaunus auch schon für die SG Ober-Erlenbach, den TSV Vatanspor und TuS Merzhausen gearbeitet hat.

"Wir hatten einen guten Weg eingeschlagen", sagt Dzihic zu seinem Abgang in Kirdorf, "es fällt schon schwer zu gehen." Der Verein, dem er angesichts von vier Trainingseinheiten pro Woche viel entgegengekommen sei, müsse nun sehen, dass es weitergeht.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare