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Freude bei Geburtstagskind Lev Katsman: Wenn der TTC OE Bad Homburg die Erstliga-Lizenz erhält, wird der russische Nationalspieler in einem Team mit seinem Kumpel Maxim Grebnev spielen.

Tischtennis Hochtaunus

TTC OE Bad Homburg: Der Traum vom Aufstieg in die 1. Liga wird langsam real

Die Ober-Erlenbacher haben einen russischen Topspieler verpflichtet. Es ist der nächste Schritt zur 1. Liga - noch einige weitere müssen jedoch folgen.

Sie war wieder zu sehen, die stolze Brust von Andreas Möller. Mit den Händen in der Hüfte und einen kessem Blick streckte der heutige Wahl-Bad Homburger diese vor der Kurve im Wembley-Stadion den Fans entgegen. Gerade hatte Möller seinen Elfmeter im Halbfinale gegen England verwandelt und damit den deutschen Coup gegen die Gastgeber perfekt gemacht.

Solche und ähnliche Sternstunden des deutschen Sports - wie auch aus dem Jahr 1993 die Sensations-Europameister im Basketball um "Flying" Henning Harnisch - sind derzeit zur besten Sendezeit bei den öffentlich rechtlichen TV-Sendern zu bestaunen.

Das Bedürfnis nach sportlichen Helden ist groß, doch in der Corona-Krise kann es gerade keine geben. Danach aber wieder umso mehr. Positive Nachrichten aus der Welt des Sports wirken dieser Tage wie ein Hoffnungsschimmer am Ende eines tristen Tunnels.

Positiv macht im Hochtaunus beispielsweise der TTC OE Bad Homburg auf sich aufmerksam, der zwar auf den Weg zum Titelgewinn in der 2. Bundesliga gerade eine TV-Übertragung mit dem Hessischen Rundfunk fix machen wollte, ehe das Virus die Saison jäh stoppte. Jener Club aus dem Bad Homburger Stadtteil Ober-Erlenbach stellt nun aber die Weichen für seine erste Saison in der 1. Tischtennis-Bundesliga (TTBL). Wenn auch mit den Finanzen alles klappen sollte, sind Fernsehbilder aus der Wingert-Sporthalle nur noch eine Frage der Zeit.

"Wir haben mit Maxim Grebnev den vierten Spieler für die Bundesliga-Saison 2020/21 verpflichtet", verkündete Sven Rehde, der Sportliche Leiter des TTC OE. Rehde, der im übrigen der erste Jugendvereinsmeister des Vorzeigeclubs war, freut sich vor allem darauf, dass die Profimannschaft mit dem russischen Duo Lev Katsman und Maxim Grebnev künftig über ein Doppel verfügt, das auch hohen internationalen Ansprüchen genügt.

Katsman/Grebnev haben nämlich im Jahr 2018 bei den Junioren-Weltmeisterschaften die Silbermedaille im Herren-Doppel gewonnen. Vor sieben Wochen standen sich beide noch im Duell ihrer aktuellen Mannschaften gegenüber: Zum 6:1-Erfolg des TTC OE im Heimspiel gegen Fortuna Passau steuerte Katsman zwei Punkte bei. Der Russe, der heute seinen 19. Geburtstag feiert, traf dabei jedoch nicht auf seinen Kumpel Grebnev, der mit einem 11:9, 11:6, 13:11 gegen Rares Sipos wenigstens für den "Ehrenpunkt" der Passauer gesorgt hatte.

"In Gesprächen mit einem Topspieler"

Rares Sipos (19 Jahre/Nummer 5 der "eingefrorenen" U21-Weltrangliste vom 3. März), Katsman (19/Nummer 34) und Rechtshänder Grebnev (18/Nummer 45) sollen zusammen mit dem Deutschen Meister im Gemischten Doppel, Nils Hohmeier (22), das Gerüst für die Premieren-Saison in der 1. Bundesliga bilden.

Die Personalplanungen für die kommende Runde sind mit der Verpflichtung von Maxim Grebnev beim TTC OE Bad Homburg jedoch noch nicht abgeschlossen. "Weiterhin sind wir in Gesprächen mit einem neuen Topspieler", verrät Manager Rehde. Das Salär für die Nummer eins dürfte im Etat des Aufsteigers dem Vernehmen nach alleine mindestens 30 000 Euro ausmachen.

Fristgerecht hat der kleine Einspartenverein aus dem Taunus seine Bewerbung für die 1. Liga beim Deutschen Tischtennis-Bund eingereicht. Er ist der einzige Zweitligist auf weiter Flur. Die sportliche Qualifikation ist den Ober-Erlenbachern sicher, die den zwölften Platz in der Eliteliga einnehmen würden, da der TTC indeland Jülich seinen freiwilligen Rückzug angekündigt hat.

200 000 Euro sollten es am Ende sein

Während sich nach Ostern für die Deutschen entscheiden wird, ob weiterhin sportliche Erfolgsgeschichten "aus der Konserve" für gute Laune in den Wohnzimmern sorgen müssen, arbeitet der TTC OE bis dahin fieberhaft daran, die höchste Hürde zur Erfüllung eines Traums zu nehmen. Ein Budget von rund 200 000 Euro muss den Wirtschaftsprüfern der TTBL nachgewiesen werden, um eine hochveranlagte Mannschaft bezahlen zu können, die in einer Spielklasse mit Timo Boll und Co. für Furore sorgen soll.

GERHARD STROHMANN / THORSTEN REMSPERGER

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