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Taktgeberin: Nerea Garmendia Odriozola (14) beschäftigt mit Clara Wilke (13) und Josephine Abbott (17) gleich zwei Berlinerinnen.

Basketball, 2. Bundesliga

Elangeni Falcons gelingt hoher 88:51-Erfolg über Alba Berlin

Drei Viertel deutlich gewonnen, den Schlussabschnitt knapp. Die Elangeni Falcons siegen ganz souverän. Eine Bad Homburgerin lässt die überforderten Gäste sogar regelrecht verzweifeln.

Für die Basketballerinnen der Elangeni Falcons Bad Homburg gilt in der 2. Liga Nord momentan: Verlieren verboten. „Wir befinden uns in einer ganz, ganz kritischen Phase, was die Qualifikation für die Playoffs angeht“, betonte Trainer Jay Brown am frühen Samstagabend. Ein paar Minuten zuvor war das Heimspiel gegen Alba Berlin zu Ende gegangen. Im Großen und Ganzen konnte der Coach mit seinem Team zufrieden sein. Bereits zur Halbzeit führten die Gastgeberinnen komfortabel mit 46:21 (27:15, 19:6), am Ende siegte man mit 88:51 (27:17, 15:13). Vollkommen verdient. „Ich denke, wir haben von Beginn an keinen Zweifel aufkommen lassen, wer hier und heute gewinnt“, so Brown.

Für die Initialzündung sorgte Nerea Garmendia Odriozola, die innerhalb der ersten zwei Minuten zwei Punkte nach einem Fastbreak erzielte, einen offensiven Rebound pflückte und eine Gegenspielerin an der eigenen Dreipunktlinie blockte. Eine ähnlich vielseitige und abgezockte Spielerin gab es auf Seiten der Gäste nicht. Alba, Tabellenvorletzter, trat mit einer jungen und unerfahrenen Truppe an, während in der Startformation der Falcons neben Garmendia auch Alexandra Polishchuk, Leah McDerment, Gergana Georgieva und Stephanie Furr über Erfahrung en masse verfügen.

Besonders schwer bei den Hauptstädterinnen hatten es die Aufbauspielerinnen, die permanent unter Druck gesetzt wurden. Wenn Polishchuk eine Pause brauchte, dann setzten die Wechselspielerinnen Nikola Kacperska und Isabel Gregor die Hatz nach dem orangen Spielgerät nahtlos fort. Besonders die 17-jährige Gregor trieb mit flinken Händen ihre Gegenspielerinnen zum Wahnsinn: Sieben Steals in 16 Minuten – eine überragende Marke. Insgesamt konnten die Falcons 24 Bälle klauen und sorgten so für fast alle der 30 Alba-Ballverluste.

Noch wichtiger für den deutlichen Erfolg war wohl die Überlegenheit an den Brettern. Die Falcons sicherten sich 48 Rebounds – satte 14 mehr als der Gegner. Das ging so weit, dass Alba-Coach Moritz Schäfer während eines Timeouts im dritten Viertel das korrekte Verhalten pantomimisch vormachte: Bevor man nach dem Ball schaut, gilt es den Gegenspieler mit dem ausgestreckten Gesäß wegzuhalten. Ausboxen nennt man das, was bei Alba Berlin nicht so wirklich klappen wollte. Aufseiten der Falcons bemängelte Brown nur die gegen Ende zurück geschraubte Intensität. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir im Hinblick auf das nächste Spiel über die vollen 40 Minuten die Spannung gehalten hätten“, so der Coach.

Nur einmal musste Jay Brown wirklich zusammenzucken. Mitte des zweiten Viertels geriet Furr bei einem Zweikampf im vollen Lauf ins Straucheln. Der athletische Forward ging zu Boden und schlug mit dem Kopf an der Hallenwand an. „Ich habe einen Riesenschock bekommen“, gestand Brown, der seiner Spielerin innerhalb von Sekunden zur Hilfe eilte. Doch Furr schüttelte sich nur kurz, stand dann unter dem Applaus der rund 70 Zuschauer auf und deutete auf ihren Kopf. Genauer gesagt auf den großen Dutt, den sie auf dem Court trägt – und der den Sturz zum Glück abgefedert hatte.

Robin Kunze

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