Winterspiele

Ein Bad Homburger unterwegs im Land der Olympischen Spiele

Während die meisten Olympioniken außer dem Olympischen Dorf und den Wettkampfstätten wenig bis gar nichts vom Gastgeberland zu sehen bekommen, lernt die Jugenddelegation des DOSB in Südkorea auch Land und Leute näher kennen.

Die Schnellzugstrecke zwischen der Hauptstadt Seoul und den olympischen Sportstätten in Pyeongchang sowie dem benachbarten Küstenort Gangneung kennt Christian Hass inzwischen bestens. Der 16-Jährige erlebt als Teilnehmer des Deutschen Olympischen Jugendlagers zwei Wochen sportliches Flair im Zeichen der Ringe hautnah.

Organisiert wird das Jugendlager vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und der Deutschen Sportjugend. Die Gruppe besteht aus 40 Jugendlichen und zehn Betreuern und wohnt während der Spiele in einem Hotel in Seoul. Zu den Wettbewerben (zwei durfte sich jeder Teilnehmer explizit wünschen, drei weitere wurden zugeteilt) im rund 130 Kilometer entfernten Taebaek-Gebirge reisen sie per Zug.

Nach dem Daumendrücken für die deutschen Starter beim Eisschnelllauf, Rodeln und in der Langlaufloipe und dem Händeschütteln mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Deutschen Haus erlebte Christian Hass die Luftakrobatik-Show der Snowboader in der Halfpipe mit. „Atemberaubend“ seien die Sprünge, Saltos und Drehungen gewesen, berichtet der Bad Homburger begeistert per Skype – schließlich kann er als Eiskunstläufer die Schwierigkeit von Rotationen in höchster Geschwindigkeit bestens einschätzen. Von den sturmbedingten Absagen ist sein persönliches Wettkampfprogramm bisher nicht betroffen gewesen. Selbst einen Bummel durch den Olympiapark, der bei Windstärke 8 auch schon zeitweise geschlossen werden musste, konnte er absolvieren.

Außer dem Bestaunen sportlicher Höchstleistungen gehört ein umfassendes interkulturelles Austauschprogramm zum Jugendcamp. Beispiele sind ein Schnellkurs in koreanischer Sprache, eine Anprobe traditioneller Hanbok-Kleidung und der Besuch des berühmten Gyeongbokgung-Palasts (Baujahr 1395) in der Hauptstadt. „Solch einen wunderbaren Palast nicht nur auf Bildern, sondern real sehen zu dürfen, ist schon ein Traum“, zeigt sich der Schüler beeindruckt.

In der zweiten Olympiawoche ist für die Jugenddelegation unter anderem ein Besuch an der Grenze zwischen Süd- und Nordkorea geplant. Eine rund vier Kilometer breite „Demilitarisierte Zone (DMZ)“ teilt seit dem Ende des Koreakriegs 1953 das Land. Auch wenn erste Anzeichen vorsichtiger Annäherung bestehen – so nahm eine Delegation aus dem Norden an der Eröffnungsfeier teil, nord- und südkoreanische Sportler liefen gemeinsam ins Stadion ein – gilt die Beziehung zwischen den Nachbarstaaten als eine der sensibelsten der Welt. Auf den Besuch dort wurden die Jugendlichen daher in einem Workshop von südkoreanischen Diplomaten und Militärvertretern speziell vorbereitet.

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