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Familienfoto in Corona-Zeiten, natürlich auf dem Fußballplatz: Max Hoyer, Dieter Hoyer und Uwe Gronau (von links).

Fußball, Hochtaunus

Der Hoyer-Clan liebt den Fußball

  • vonWolfgang Kullmann
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Dieter Hoyer ist der „Stammesälteste“ einer fußballverrückten Familie. Gleich in drei Hochtaunus-Vereinen wirkt sie munter mit.

Seulberg – Der Begriff „Familien-Clan“ ist nicht gerade positiv besetzt. Aber über den Hoyer-Clan gibt es nichts Schlechtes zu vermelden. Im Gegenteil: Die Hoyers sind eine fußballverrückte Familie, die über Jahrzehnte hinweg das Fußballgeschehen im Hochtaunus mitgeprägt hat. Die Spielvereinigung 05 Bad Homburg, SV Seulberg und der FC Oberstedten sind die Vereine, in denen der „Kopf“ des Clans, Dieter Hoyer, und weitere Familienmitglieder in vielen Funktionen gewirkt haben oder noch tätig sind.

Hoyer, inzwischen 75 Jahre alt, in Ostpreußen geboren, wurde einst mit seinen Eltern in Frankfurt ansässig. Beim 1. FC Rödelheim hat er gekickt, aber auch Handball gespielt. Damals noch auf dem Großfeld. Der spätere Landrat des Hochtaunuskreises, Werner Herr, wohnte damals Tür an Tür mit den Hoyers und lotste sie nach Bad Homburg. Malermeister Hoyer, ein kontaktfreudiger Mensch mit viel Gemeinsinn, lernte im damaligen Erfolgstrainer der SpVgg 05, Herbert Dörenberg, einen Gleichgesinnten kennen. „Die Chemie zwischen uns stimmte“, erinnert er sich.

Dieter Hoyer war wiederum der ideale Mann, um eine wichtige Funktion im damaligen Vorzeigeverein des Hochtaunus-Fußballs zu erfüllen. Als Verbindungsglied zwischen Mannschaft und Vorstand konnte er agieren und vermitteln. Dafür hatte er Talent. Seine zahlreichen Kontakte mit früheren Spielern und Trainern zeugen davon.

Der Kumpel vom FC Bayern

Slaven Skeledzic ist einer von denen, die Hoyer früher als Spieler bei den „Nullfünfern“ betreut hat. Die Freundschaft zwischen den beiden besteht bis heute. Im Sommer lud der inzwischen zum „Cheftrainer Individualtraining“ am Campus des FC Bayern aufgestiegene Skeledzic seinen früheren Mentor nach München ein. Und der staunte nicht schlecht über perfekte Bedingungen für die Jugendarbeit. „Den Spielern, egal ob Jugend oder Senioren, wird dort jeder Wunsch von den Augen abgelesen. Ein echter Kontrast zu unseren Verhältnissen in der hiesigen Kreisoberliga“, erzählt. In der „KOL“ kennt er sich bestens aus. Gleich vier Enkelsöhne kicken dort oder sind im Vereinsleben tätig.

Aber der Reihe nach: Aus der Ehe mit seiner Frau Gisela gingen die Töchter Melanie und Michaela hervor. Die waren zwar nicht selbst am Ball. Aber deren Söhne haben offenbar Opas Fußball-Gene geerbt. Die Zwillinge Max und Philipp, Jahrgang 1993, blieben bis auf einen Ausflug in der C-Jugend zur SG Rodheim bis heute dem SV Seulberg treu. Philipp als Abwehrspieler, Max als Stürmer. Und deren Bekanntheitsgrad ist meist der Größte, wenn sie wie am Fließband treffen. „Tor-Ungehoyer“ titelte die Taunus Zeitung einmal.

In der Fußballer-Kneipe hat’s gefunkt

Bleiben wir in Seulberg. Uwe Gronau kam 1990 aus der früheren DDR in den Friedrichsdorfer Stadtteil. In der 3. Liga bei Chemie Leipzig hatte er dort gespielt, ehe er im Taunus sesshaft wurde und für den SV Seulberg auflief. Er trainierte im Verein auch die Jugend, darunter die beiden Buben Max und Philipp Hoyer. Und ausgerechnet in der Gaststätte Hardtwald, einem Treffpunkt der Fußballer, lernte er die Mutter der beiden kennen. Sie sind seitdem liiert. Nach zwei Jahren erfolgreicher Arbeit als Trainer der Kreisoberliga-Mannschaft lässt Uwe Gronau es aus gesundheitlichen Gründen ruhiger angehen.

Gernot und Domenic Rau sind die beiden anderen Enkelsöhne von Dieter Hoyer. Sie sind wiederum eingefleischte Oberstedter. Gernot lief beim FC 09 als Torwart auf, heute ist er Torwarttrainer, während Domenic als Mittelfeldspieler aktiv ist und die B-Jugend mittrainiert. Die Fußballwelt ist klein. Ihr Onkel Rüdiger Rau ist nämlich seit Jahren Sportlicher Leiter der Mannschaft, die von Leo Caic gecoacht wird.

Gemeinsam musste die Großfamilie Hoyer 2018 einen schweren Schicksalsschlag verdauen. Enkelsohn Sascha, der Handball beim SV Seulberg spielte, starb mit 27 Jahren nach akutem Nierenversagen. Das schweißte die Familie noch mehr zusammen.

Einig sind sich die Hoyers in der Frage nach ihrem Lieblingsverein: Eintracht Frankfurt. Dazu Dieter Hoyer: „Das hat sich so entwickelt. Ich habe niemals auf meine Nachkommen irgendwie eingewirkt. Die Entscheidung für den Fußball war deren freie Entscheidung.“ Schmunzelnd fügt er hinzu: „Ich hatte natürlich nichts dagegen.“

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