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HTG: „Aufstecken kommt nicht in Frage“

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Von: Wolfgang Bardong

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Schwören sich auf eine schwierige Abstiegsrunde ein: die Spielerinnen des Regionalligisten HTG Bad Homburg um Trainer Jens Völkel.
Schwören sich auf eine schwierige Abstiegsrunde ein: die Spielerinnen des Regionalligisten HTG Bad Homburg um Trainer Jens Völkel. © Gerhard Strohmann

HTG Bad Homburgs Regionalliga-Damen starten in die Abstiegsrunde. Vor dem Auftakt am Samstag in Saarlouis ist der Rückstand auf einen rettenden Platz recht groß.

Bad Homburg -„Ich kann mich beim besten Willen an keine Saison erinnern, in der wir dermaßen von Verletzungen und Erkrankungen gebeutelt wurden wie aktuell.“ Kristin Bernius, die Teammanagerin der in der Regionalliga Südwest um den Klassenverbleib schmetternden Volleyballdamen der HTG Bad Homburg, kommt aus dem Kopfschütteln kaum heraus. „Selbst in den Corona-Jahren konnten wir auf eine gesündere und fittere Mannschaft zurückgreifen.“

Auch über den Jahreswechsel hinaus konnten „Tine“ Bernius (sie hatte vor drei Jahren ihr letztes Spiel für die Kurstädterinnen bestritten) und HTG-Trainer Jens Völkel hinter das leidige Thema „Ausfälle“ keinen Haken setzen, der ein „Erledigt“ und „Ausgestanden“ bedeuten würde. Ganz im Gegenteil: Nach wie vor werden die Bad Homburgerinnen von etlichen Ausfällen gepiesackt. Wie auch am Samstag beim Trainingslager deutlich zu sehen, das Jens Völkels Schützlinge im heimischen Primodeus-Park durchgeführt hatten.

„Wir hatten den halben Tag genutzt, um zwei Trainingseinheiten zu bestreiten“, erläutert Bernius. Die eigentlich als Einstimmung auf die an diesem Samstag (18 Uhr) mit einem Spiel bei der VSG Saarlouis startende Abstiegsrunde gedachte Veranstaltung gestaltete sich eher als „Mutmach-Aktion“ - angesichts von aktuell fünf verletzten Spielerinnen, die das Trainingslager gar nicht erst mitbestreiten konnten, und einem zusätzlichen Trio, das angeschlagen aus dem Wochenende hervorgegangen ist. „Bei uns steckt einfach der Wurm drin“, seufzt Teammanagerin Bernius, „mit Jammern könnte man es sich ja jetzt recht einfach machen. Aber wir werden uns der schwierigen Situation stellen.“

Die HTG ist eine von sechs Mannschaften, die anhand der Resultate aus der in zwei Gruppen ausgespielten Vorrunde für die Abstiegsrunde eingestuft wurden. Aus Gruppe 1 sind dies die VSG Saarlouis, der TuS Heiligenstein (ein Club aus der Gemeinde Römerberg in Rheinland-Pfalz) und das DVV-Stützpunkt-Team Südwest - aus Gruppe 2 neben der HTG noch der VC Wiesbaden III und TSV Hanau. Höchstwahrscheinlich müssen zwei der sechs Mannschaften aus der Abstiegsrunde runter in die Oberliga, im schlimmsten Fall erwischt es sogar drei Teams. Wichtig: Das DVV-Stützpunkt-Team kann nicht absteigen, es bleibt der Regionalliga erhalten. Was die Aufgabe für die HTG-Damen nur noch umso kniffliger macht.

Zwei Siege fallen unter den Tisch

„Wir müssen das Sechser-Klassement auf Platz zwei abschließen, um ganz auf der sicheren Seite zu sein“, hat Kristin Bernius hochgerechnet. Dabei hat die HTG jetzt aber nur noch sechs Partien vor sich, die sie gegen die drei Mannschaften der ehemaligen Vorrunden-Gruppe 1 (Saarlouis, Heiligenstein, DVV) bestreiten muss - drei Hin- und drei Rückspiele. Zusätzlich übernehmen alle sechs Teams der Abstiegsrunde die im „alten Jahr“ in der „Quali-Runde“ eingefahrenen Punkte gegen die jeweilige direkte Vorrundengruppen-Konkurrenz. Dagegen werden jene Zähler, die die HTG in der Vorrunde gegen Eintracht Frankfurt (3:2) und bei TSG Bretzenheim (3:0) bejubelt hatte, zum Leidwesen der Homburgerinnen wieder gestrichen - weil sich beide genannten Gegner für die Aufstiegsrunde qualifiziert haben.

Folgende Resultate werden übernommen (aus Gr. 1): Heiligenstein - Saarlouis 1:3, Saarlouis - DVV 3:0, DVV - Heiligenstein 1:3, Heiligenstein - DVV 3:1, Saarlouis - Heiligenstein 3:2, DVV - Saarlouis 0:3; Gr. 2: Wiesbaden - HTG 3:1, HTG - Wiesbaden 1:3, HTG - Hanau 3:1, Hanau - HTG 3:2, Wiesbaden - Hanau 3:2, Hanau - Wiesbaden 1:3.

Daraus ergibt sich folgender Stand vor Beginn der Abstiegsrunde: 1. VSG Saarlouis 3 12:3 11 2. VC Wiesbaden III 3 12:5 11 3. TuS Heiligenstein 3 9:8 7 4. HTG Bad Homburg 3 7:10 4 5. TSV Hanau 3 7:11 3 6. DVV Stützpunkt Südwest 3 2:12 0

Auf Diagonal und Außen wird’s ganz eng

Auch für das am Samstag (18 Uhr) steigende Auftaktspiel der Abstiegsrunde bei der VSG Saarlouis muss HTG-Trainer Völkel kräftig improvisieren. Um nur einen Einblick in die personellen Engpässe der HTG zu vermitteln: Mit den verletzten Susanne Hartwig und Leonie Krebs (mit beider Rückkehr ist erst im Februar zu rechnen) sowie der an Rückenbeschwerden laborierenden Franziska Schroller fallen gleich drei Außen- und Diagonalspielerinnen aus. Derya Gewiontek, eine vierte „A/D-Spielerin“, ist ebenfalls nicht greifbar. Sie absolviert ein Auslandssemester in Schweden.

„Das wird aber nicht unser einziges Problem für das Wochenende und eventuell auch für darüber hinaus sein“, sagt Bernius. Mit Franzi Edmaier und Jelena Voegele haben weitere Stammkräfte das Trainingslager angeschlagen beendet. „Wenn wir uns am Samstag um 14 Uhr auf den Weg nach Saarlouis begeben, könnte uns blühen, dass wir die Fahrt ohne jegliche Libera antreten müssen“, sagt Bernius - die aktuell sieben Punkte Rückstand auf den angestrebten Platz zwei vor Augen. „Wir müssen als Team“, gibt die Teammanagerin die Devise für die nächsten Wochen aus, „richtig gut zusammenhalten, alles geben und das Bestmögliche aus dieser so vertrackten Situation machen. Aufstecken kommt nicht in Frage. Unseren Fokus haben wir nach wie vor auf den Klassenverbleib gerichtet.“

Das HTG-Programm in der Übersicht

Drei Spiele im Januar, eine Partie im Februar, dazu noch zwei Matches im März - das Programm der HTG-Damen für die Abstiegsrunde: Saarlouis - HTG (14. Januar), HTG - DVV (21. Januar), Heiligenstein - HTG (29. Januar), HTG - Saarlouis (11. Februar), DVV - HTG (4./5. März, in Wiesbaden), HTG - Heiligenstein (19. März).

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