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HTG: Mit viel Geduld zum Titelgewinn

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Von: Thorsten Remsperger

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Meisterlich: Die Volleyballerinnen der HTG mit Trainerin Margit Paul (links) sind Oberliga-Champion der Saison 2021/22.
Meisterlich: Die Volleyballerinnen der HTG mit Trainerin Margit Paul (links) sind Oberliga-Champion der Saison 2021/22. © HTG

Die Volleyballerinnen der Homburger TG feiern in der Oberliga Hessen nach einer denkwürdig langen Saison verdientermaßen den Titelgewinn. Ob die Erfolgstrainerin mit aufsteigt, ist nun fraglich.

Bad Homburg -Eigentlich sind die Volleyballerinnen der Homburger TG (HTG) ja auf direktem Weg in die Regionalliga Südwest zurückgekehrt. Auch nach dem Abstieg in der Saison 2020/21 hatten sie gleich die Tabelle der Oberliga angeführt, ehe der Abbruch wegen der Corona-Pandemie folgte. Im Oktober durften die Kurstädterinnen dann wieder am Netz um Punkte schmettern - und nach dem Ablauf der wohl längsten Spielzeit in der Geschichte der Sportart mit am Ende trotzdem lediglich 14 Spielen sind die HTG-Damen wieder viertklassig.

Für die Mehrheit der Spielerinnen ist das nicht so neu, sie waren 2020 schon dabei, manche auch bereits vor drei Jahren, als die Leser der Taunus Zeitung die Volleyballerinnen zur "Mannschaft des Jahres" gewählt hatten.

Neuland mit diesem Team würde auf jeden Fall Margit Paul betreten. Wenn sie denn darf. Selbst wenn die Spielerinnen sich beim nächsten Treffen am Montag in ihrem Saisonfazit für einen Verbleib ihrer Trainerin aussprechen - wovon nach acht Siegen in zehn Spielen der Aufstiegsrunde und gewonnener Meisterschaft auszugehen ist - könnte der "Mitaufstieg" des Coaches an Verbandsregularien scheitern.

Aus der 2. Liga zur HTG

Die fachliche Kompetenz dürfte die 57-Jährige allemal mitbringen. Vor gut 20 Jahren war Margit Paul zur HTG gekommen, um in der Oberliga ihre Karriere ausklingen zu lassen. Zuvor hatte sie für den TV Fechingen und Saar 05 Saarbrücken in ihrer saarländischen Heimat sogar in der 2. Bundesliga aufgeschlagen. Als Übungsleiterin betreute sie später bei der HTG die 2. Mannschaft und spielte anfangs noch mit. Zu Saisonbeginn kam sie schließlich bei der Trainersuche der Oberliga-Damen ins Spiel.

"Nach einem Probetraining mit der Mannschaft wurde ich für geeignet befunden", schmunzelt Margit Paul. Die Chemie stimmte zwischen ihr, der Sportlichen Leiterin Kristin Bernius und der Mannschaft. Das war auch im letzten Saisonspiel bei den Biedenkopf-Wetter-Volleys wieder zu spüren. Die Gäste benötigten nur noch zwei Sätze für den Titelgewinn, nach "raketenmäßig" (Margit Paul) schneller 2:0-Führung entschieden sie mit 3:1 dann auch das Spiel für sich und bauten in der Tabelle mit 25 Punkten ihren Vorsprung auf den TV Waldgirmes II (20), VGG Gelnhausen (18) und Biedenkopf (17) noch aus.

Zweites Meisterstück der Volleyballerinnen

"Man hat gemerkt: Die Mannschaft wollte das Ding", freute sich Margit Paul, die ab dem dritten Satz munter durchwechselte, schließlich sollten alle Spielerinnen ein Teil des abschließenden Meisterstücks werden. Hervor taten sich Kapitänin Jelena Voegele mit einer Top-Leistung in Abwehr und Angriff sowie Susanne Hartwich, der zwischendurch zehn Angabepunkte in Folge gelangen. Für die HTG-Abteilung war es in dieser Runde nach der Meisterschaft der "2. Damen" in der Bezirksoberliga West schon der zweite Titelgewinn.

"Die Spielerinnen haben eine sehr herausfordernde Saison prima gemeistert", lobt die Trainerin. Losgegangen war es ja schon im September. Mehrere Male mussten wegen positiven Corona-Tests im eigenen Team oder beim Gegner kurzfristig Partien abgesagt und verlegt werden. Eine Zeit lange wurde kaum gespielt. Bis die letzte (und entscheidende) Partie in Biedenkopf endlich durchgeführt werden konnte, strich dann nochmals eine auch ferienbedingte, einmonatige Pause ins Land. "Da war die ein oder andere schon leicht genervt."

Umso verständlicher, dass die Bad Homburgerinnen ihren Meistertitel noch am Samstagabend im Frankfurter Nachtleben feierten. Nach einwöchiger Pause wird das Team sich dann bereits mit der nächsten Saison beschäftigen, für die es Aufrufe in den sozialen Medien gestartet hat. Gesucht werden noch Angriffsspielerinnen und eine Libera, die Regionalliga ist schon noch mal eine andere Nummer - leistungsmäßig, aber auch wegen der teilweise weiten Fahrten.

Womöglich benötigt die HTG auch eine neue Trainerin. Denn Margit Paul besitzt zwar viel Volleyball-Erfahrung, aber nicht die für die künftige Spielklasse erforderliche Trainerlizenz. Gerne würde sie diese erwerben, Erkundigungen wurden dafür längst angestellt. Allerdings sind die Ausbildungskurse voll, nachdem es coronabedingt im Vorjahr Ausfälle gegeben hatte. "Wäre schön, wenn der Verband noch etwas anbieten würde", sagt Margit Paul, in deren Aussagen übrigens immer eine gewisse Leichtigkeit mitschwingt.

Geht's für sie als HTG-Trainerin weiter, wäre sie der Heimat wieder näher. In der Regionalliga Südwest duellieren sich Teams aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

Die Meistermannschaft der HTG: Franziska Edmaier, Ann-Katrin Liebe, Jelena Voegele, Janina Hecht, Derya Gewiontek, Zsuzsanna Bender, Anke Limmer, Franziska Schroller, Fabienne Röll, Anja Beyrich, Susanne Hartwich, Esther Peckelsen und Katharina Merz.

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