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Pascal Humml, Torjäger der SG Hundstadt

Fußball, Kreisliga A Hochtaunus

SG Hundstadt: Mit 5-Tore-Mann zum Klassenerhalt?

Noch steht die SG Hundstadt im Tabellenkeller der Fußball-Kreisliga A. Doch zuletzt zeigt das Team eine ansteigende Form. Ein besonders treffsicherer Mann macht Mut.

Egal in welcher Spielklasse: Gelingt es einem Spieler, in einer Begegnung gleich fünfmal zu treffen, dann sorgt das für Aufsehen. In der Bundesliga gelang dieses Kunststück Eintracht Frankfurts Ausnahmetalent Luka Jovic im vergangenen Oktober. Der Serbe steuerte gleich fünf Tore zum 7:1 über Fortuna Düsseldorf bei und wurde daraufhin von Fans wie Medien gleichermaßen gefeiert.

Auch Pascal Humml glückte am Wochenende ein „Fünferpack“ im A-Liga-Spiel seiner SG Hundstadt gegen die Reserve des 1.FC-TSG Königstein (Endstand 6:2). Das Interesse der europäischen Topclubs wird Hummls Heldentat – anders als im Fall von Jovic – zwar nicht wecken, doch für seinen Club hat diese beeindruckende Leistung eine wichtige Signalwirkung.

„In der Hinrunde hatte ich nur in drei Spielen eine annähernde Top 11 auf dem Platz“, erklärt SG-Trainer Lars Werner. Viele Leistungsträger fehlten dem Aufsteiger regelmäßig, darunter beispielsweise Abwehrchef Colin Lauth und die beiden Mittelfeldtalente Frederik Schneweis und Tim Schmidt.

Lange verzichten musste Werner auf Pascal Humml, der sich kurz vor dem Ende der Meistersaison in der B-Klasse schwer verletzte. Kreuzband- und Meniskusriss lautete die Diagnose, die eine Operation sowie eine mehrmonatige Pause nach sich zog. „Eigentlich ist der Schritt von der B- in die A-Liga nicht so wahnsinnig groß“, sagt Werner, der nach dieser Saison als Trainer aufhören wird. Doch ohne die Kaltschnäuzigkeit seines verletzten Knipsers fand sich die SG Hundstadt von Beginn an im Abstiegskampf.

Er konnte kaum hingucken

„Es war richtig schwierig, die Spiele von draußen zu verfolgen“, gesteht Humml, „teilweise konnte ich mir das kaum mitangucken. Es hat einfach vorne einer mit Durchschlagskraft gefehlt.“ Der 23-Jährige sagt dies nicht in einem Anflug von Selbstüberschätzung. Seinen Wert hatte er in der Spielzeit 2017/18 mehr als einmal unter Beweis gestellt. Trotz seiner Verletzung erzielte er 28 Treffer und führte so die Torschützenliste der Kreisliga B mit großem Abstand an.

Wer so viele Buden macht, der kann schon mal durcheinander kommen. Ob ihm zuvor bereits ein Fünferpack gelungen sei, kann Humml nämlich nicht mit Sicherheit sagen. „Vier Tore sind mir schon mehrmals gelungen, aber gleich fünf noch nicht – meine ich.“

Ohne falschen Stolz gesteht er auch, dass bei seiner Gala gegen Königstein II „ein bisschen Glück“ im Spiel gewesen sei. Etwa bei seinem dritten Treffer, als sein erster Versuch zunächst an den Pfosten ging, der Abpraller aber dann für ihn einschussbereit vor dem gegnerischen Gehäuse lag. Beim zweiten Treffer – ein Schuss mit der Hacke aus knapp sieben Metern – bewies er aber auch große Klasse.

Dank Hummls Effizienz in der Offensive sowie der defensiven Souveränität des ebenfalls wieder einsatzbereiten Colin Lauth glaubt Coach Lars Werner nun an den Klassenerhalt. Nur wegen der schwächeren Tordifferenz belegt die SGH noch Relegationsplatz 13. „Wenn uns nicht noch extremes Verletzungspech ereilt, dann bin ich guten Mutes“, sagt der Aufstiegstrainer, „allein Pascal ist ein echter Garant.“

Der Stürmer hat neun Monate nach der Knie-OP wieder volles Vertrauen in seinen Körper. „Das Knie ist stabil. Was aber die Fitness angeht, bin ich erst bei 70 Prozent“, betont der Torjäger. Die Verteidiger der A-Liga dürfen sich also auf etwas gefasst machen.

ROBIN KUNZE

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