Inlinehockey stammt unverkennbar vom Eishockey ab: Die Bad Sodener Lukas Josten (v.l., blaue Trikots) und Amelie Schmück sowie Nick Balzereit, der auch bei den Kronberg Crusaders und in der Jugend der Löwen Frankfurt spielt, bei einem U15-Bundesliga-Spiel. FOTOs: Alexandra Wolf
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Inlinehockey stammt unverkennbar vom Eishockey ab: Die Bad Sodener Lukas Josten (v.l., blaue Trikots) und Amelie Schmück sowie Nick Balzereit, der auch bei den Kronberg Crusaders und in der Jugend der Löwen Frankfurt spielt, bei einem U15-Bundesliga-Spiel.

Inlinehockey

Im Sommer dem Puck nachjagen

  • Harald Joisten
    VonHarald Joisten
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Die Bad Soden Bats feiern während Corona ein Comeback

Bad Soden -Mancher Eishockeyspieler wird ein bisschen neidisch hinüber schauen. Zu gerne würden auch die Kufencracks öfter eine Partie unter freiem Himmel bestreiten - im Sommer, bei bestem Wetter. Das ist ihnen in der Regel nicht vergönnt, weil die Eisfläche sonst schmilzen würde. Mancher Akteur schlägt daher zwei Fliegen mit einer Klatsche und wechselt in den Sommermonaten zum kleineren "Bruder": dem Inlinehockey.

Die Randsportart kann fast als Kopie des Eishockeys durchgehen. Auch hier wird mit einem Schläger einem Puck nachgejagt, die Spielzeit und Regeln sind ähnlich, das Spielfeld meist von einer Band umrandet, und die Spieler tragen eine umfangreiche Körper-Schutzausrüstung. Aber: Der Untergrund ist ein "normaler" Boden und kein Eis. Daher wird nicht auf Schlittschuhen gelaufen, sondern eben auf Inlineskates. "Zudem ist Inlinehockey deutlich weniger körperbetont", sagt Alexandra Wolf. "Ein Spieler kommt schnell mit zwei Minuten auf die Strafbank. Körperliche Checks gibt es eigentlich nicht."

Alexandra Wolf kann das gut beurteilen, sie hat schon viele Spiele beobachtet. Ausgerechnet während der Corona-Phase ist das Inlinehockey in ihrem Verein TG Bad Soden wieder zum Leben erwacht. 2020 stellte der Club erstmals wieder eine Mannschaft in der Altersklasse U 15 in der Bundesliga - und erreichte prompt Platz drei. Dasselbe achtbare Resultat sprang auch in der kürzlich abgelaufenen Saison 2021 heraus - wenngleich insgesamt auch nur fünf Mannschaften antraten.

Kein anderes Team dürfte eine derart aufstrebende Entwicklung genommen haben. Zunächst wurde der Name in "Bad Soden Bats" geändert und neue Trikots mit Fledermäusen (Bats) entworfen. Kinder aus den benachbarten Gemeinden Sulzbach, Kelkheim, Hofheim und Frankfurt kamen hinzu. Und für die U 15-Bundesliga wurde eine Spielgemeinschaft mit DJK IHS Crusaders Kronberg gegründet. "Wir haben viele Spieler, die in den Wintermonaten Eishockey spielen und im Sommer Inlinehockey", erklärt TG-Sprecherin Alexandra Wolf. Mädchen dürfen mit den Jungs in einer Mannschaft zusammen spielen und sogar ein Jahr länger in einer Altersklasse dabei bleiben, um die körperlichen Nachteile auszugleichen.

Die Bad Sodener besitzen zwar keine Trainingsstätte im Freien, wo die Bundesligaspiele stattfinden. Doch sie sind glücklich, ganzjährig in der heimischen Hasselgrundhalle trainieren zu dürfen. Kleines Handicap dort: Es gibt keine Banden rund um das Spielfeld. Als "Ersatz" legen die Bats eckige Holzleisten auf den Boden.

Läuft eine Partie, ist die Ähnlichkeit zum Eishockey frappierend - auch was die Spieler betrifft. Sie tragen Helme, haben lange Hosen und Ärmel an, Schienbeinschoner und dicke Handschuhe. An warmen Sommertagen kann es darunter ganz schön warm werden. "Sie kommen manchmal gut ins Schwitzen, jammern aber nur, wenn es extrem heiß ist", erzählt Alexandra Wolf. Es hat also alles Vor- und Nachteile zwischen beiden Sportarten - wie im echten Leben. Harald Joisten

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