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Immer mehr Läufer für Arque am Start

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Hasan Kurt (rechts) begleitete seine Gruppe im Rückwärtslaufen.
Hasan Kurt (rechts) begleitete seine Gruppe im Rückwärtslaufen. © Marcel Lorenz

539 Läufer und Radfahrer sorg- ten beim 28. Arque-Lauf run + bike dafür, dass querschnittgelähmte junge Menschen unterstützt werden können. Nach einem ersten Kassensturz zeich- net sich ab, dass aus Meldegeldern und Sponsorenbeiträgen rund 15 000 Euro zusammenkommen.

Der Erlös der Benefiz-Veranstaltung geht an die Arque, die sich um 600 Eltern im Rhein-Main-Gebiet kümmert, deren Kinder mit einer Querschnittslähmung zur Welt gekommen sind. Das Geld aus dem 28. Benefizlauf soll in die Aus- und Fortbildung von Eltern, Erziehern und Lehrern fließen, die im Alltag mit behinderten Menschen zu tun haben und dafür geschult werden. Organisationschef Michael Lederer aus Kelkheim, Vater eines querschnittgelähmten Sohns und Zweiter Vorsitzender der Arque, ist zufrieden: „423 Läufer und 116 Radfahrer waren am Start. Die Zahl der Läufer ist von 366 auf 423 angestiegen. Das macht Mut für die Zukunft.“

Beim Arque-Lauf geht es nicht um Siege und Zeiten, sondern es wird in geführten Gruppen gelaufen und Fahrrad gefahren. Die Läufer-Karawane startete in Kelkheim und legte bis zum Mainzer Domplatz 34,631 Kilometer zurück. An Zwischenstationen konnten Läufer, die sich für kürzere Strecken entschieden hatten, einsteigen. Die Radfahrer wählten zwischen der kleinen Runde über 40,6 Kilometer und der großen (74,1 Kilometer).

Die Gruppen wurden von Pacemakern betreut, zu denen dieses Mal auch der Weltmeister im 24 Stunden-Lauf, Florian Reus aus Sulzbach, zählte. Er gewann zuletzt den Spartathlon auf der historischen Strecke von Athen nach Sparta. „Für mich war der Arque-Lauf der Abschluss der Vorbereitung für den zwei Wochen später stattfindenden 24-Stunden-Lauf in Taipeh“, sagte Reus, der die schnellste Gruppe mit einem Kilometer-Schnitt von fünf Minuten führte: „Als Pacemaker hat man nichts zu tun, weil da Wiederholungstäter oder alte Hasen dabei sind.“

Stressiger war die 34,631 Kilometer lange Tour für den Mitorganisator des Eschborner Halbmarathons „Eschathlon“, Hasan Kurt, der die Strecke rückwärts bewältigte. Der Abenteurer auf den Langstrecken wurde von dem Oberurseler Wilfried Abt als Scout geführt, der dafür sorgte, dass bei der Rückwärtsbewegung der richtige Weg eingeschlagen wurde. Als weitere Begleiterin war Anke Gann, ebenfalls Mitbegründerin und Organisatorin des „Eschathlon“, mit dem Fahrrad dabei.

Metzgermeister Wilfried Abt, der Michael Lederer seit Jahren unterstützt, absolvierte seinen 9. Arque-Lauf: „Das war für mich das mit Abstand langsamste Rennen. Aber unterwegs gab es viele gute Gespräche.“ Hasan Kurt lief bis Kilometer 20 flott, hatte dann bis Kilometer 30 zu kämpfen. Begleiterin Anke Gann: „Durch die Süßigkeiten, die ihm Passanten zusteckten, bekam er neue Kraft und lief ab Kilometer 31 wieder energiegeladen.“ Unter großem Jubel wurde die Gruppe nach vier Stunden und neun Minuten auf dem Mainzer Domplatz empfangen. Anke Gann: „Jetzt geht es an die Auswertung der Läuferlisten, um festzustellen, welche Läufer sowohl am Arque-Lauf als auch beim „Eschathlon“ gestartet sind. Denn für alle Doppelläufer spendet der Eschborner Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Christian Hecht noch 2 Euro an die Arque bzw. die Demenz-Betreuung der Andreas-Gemeinde in Niederhöchstadt.“

Zu den Langstrecklern, die nach dem Motto „Gemeinsam laufen, für die, die es nicht können“ unterwegs waren, gehörten auch in der schnellsten Laufgruppe der deutsche Marathonmeister 1979, Michael Spöttel, und die 57 Jahre alten Zwillinge Hansmartin und Klausdieter Schweitzer. Einer wohnt im Saarland, der andere in Boppard. 2005 waren sie gemeinsam beim Arque-Lauf am Start. Zehn Jahre später wiederholten sie es nun.

(mir)

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