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Sie zeigten gemeinsam (rote) Farbe bei den deutschen Seniorenmeisterschaften in Leinefelde, aber mit unterschiedlichem Erfolg (von links): Sabine Rumpf, Jutta Rumpf und Jutta Kerth von der LSG Goldener Grund Selters.

Weite verfehlt, Ziel erreicht

Ingrid Geil gewinnt Silber und Bronze - Besonderes Erlebnis für Herrmann Schulz

Zweimal Gold und einmal Bronze - so lautet die Erfolgsbilanz der LSG Goldener Grund Selters nach Abschluss der deutschen Meisterschaften der Senioren in Leinefelde.

Leinefelde/Selters - Im nordthüringischen Leinefelde fanden die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Senioren statt. Schon am ersten Tag, freitagabends, war Dieter Laux von der LSG Goldener Grund Selters am Start; es galt für ihn die Kugel zu stoßen und den Diskus zu werfen. Und der Auftakt war verheißungsvoll: Laux kam auf 11,84 Meter im Kugelstoßen, was ihm in der M55 einen guten fünften Platz einbrachte. Eine Medaille lag allerdings in Ferne, dafür wären mehr als anderthalb Meter nötig gewesen. Für Laux bedeutete das Ergebnis aber einen eindeutigen Aufwärtstrend nach Technikumstellung.

Kurz darauf musste er in den Diskusring und ließ dann die 1,5 Kilo schwere Scheibe auf stattliche 36,15 Meter segeln - so weit wie noch nie in diesem Jahr. Damit landete er in der Endabrechnung auf dem sechsten Platz in dem anspruchsvollen Teilnehmerfeld.

Ablösung für Laux kam sozusagen am nächsten Tag durch die drei LSG-Seniorinnen Jutta Kerth, Jutta Rumpf und Sabine Rumpf. Jutta Kerth (W50) erreichte im Weitsprung mit 3,84 Metern den zwölften Platz und kam im Hochsprung über 1,15 Meter nicht hinaus, was für sie den elften Rang bedeutete - dies war für sie schon sehr enttäuschend.

Wesentlich besser lief es da bei Jutta Rumpf, die im Kugelstoßen der W40 am Start war. Im dritten Versuch wuchtete sie die vier Kilo schwere Eisenkugel auf 10,16 Meter und überraschte mit dieser Weite sogar ihren Mann Thomas, der vor den nationalen Meisterschaften gemeint hatte, dass sie die Zehn-Meter-Marke nicht schaffen würde. Dieses prima Ergebnis brachte Jutta Rumpf sogar den dritten Rang und somit die Bronzemedaille. Nicht ganz so erfolgreich verlief dann für sie der Diskuswurf-Wettbewerb: Mit 28,05 Meter reihte sie sich auf Rang sieben ein.

Für den Höhepunkt unweit des Harzes sorgte freilich Sabine Rumpf. Zweimal trat sie an, und zweimal schnappte sie sich Gold. Zunächst erzielte sie im Kugelstoßen der W35 für sie bescheidene 11,98 Meter - trotzdem gewann sie damit gegen die Konkurrenz, wenn auch nur mit einem Zentimeter Vorsprung. Deutlicher und natürlich auch erwartet fiel der Sieg der 36-Jährigen im Diskuswurf aus. Mit knapp 13 Metern Vorsprung siegte sie unangefochten und war dennoch auch in dieser Disziplin mit den erzielten 49,28 nicht zufrieden - selbst erklärtes Ziel in jedem Wettkampf sind 50 Meter.

Für Sabine Rumpf und Dieter Laux führt Anfang September die Reise nach Venedig zu den Europameisterschaften, alle anderen testen vorher bei den Senioren- Kreismeisterschaften in Weilmünster.

Hecker verpasst Podest

Mit dem vierten Platz musste sich Herbert Hecker begnügen. Der Athlet der LG Brechen lief die 5000-Meter-Distanz in der M70 in 22:31,70 Minuten und konnte dabei nach eigener Aussage die Leistung von den hessischen Meisterschaften in Hofgeismar, als er mit 22:20 Landesmeister wurde, nicht abrufen. Für Platz 3 wäre allerdings eine Zeit von 22:13 vonnöten gewesen, die Hecker auch kaum erreicht hätte, wenn er in Topform gewesen wäre. Zur Startzeit um 18.30 Uhr war es sehr schwül, was aber nicht der alleinige Grund für die bescheidene Leistung war. Es sei einfach nicht sein Tag gewesen, konstatierte der Läufer aus Oberbrechen. Direkt nach der Veranstaltung fuhr er mit dem Zug ins Allgäu, wo er mit der Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran begann - auch das ist sehr sportlich.

Bei den deutschen Seniorenmeisterschaften war Ingrid Geil (TuS Niederneisen) in diesem Jahr die einzige Teilnehmerin aus dem Rhein-Lahn-Kreis. Sie stand am Ende sowohl im Kugelstoßen wie auch im Diskuswurf auf dem Siegerpodest. Den Diskus schleuderte sie auf 28,91 Meter, das bedeutete in der Endabrechnung die Silbermedaille. Mit ihrer Kugelstoßweite von 10,37 Metern platzierte sich Ingrid Geil auf dem dritten Rang. ws

In Weinheim unternahm Hermann Schulz von der LSG Goldener Grund einen erneuten Angriff, über 200 Meter die 22-Sekunden-Marke zu knacken. Die Bahn in der nordbadischen 45 000-Stadt gilt als "schnelles Pflaster" - hier ist Schulz auch seine Bestzeit über 100 Meter (10,92 Sekunden) gelaufen. Dem jungen Sportler aus Eisenbach machte am Freitagabend allerdings das Wetter einen gehörigen Strich durch die Rechnung: Geplant war der Lauf für 20.50 Uhr - gestartet wurde aber erst um 22.08 Uhr, und das teils ohne Flutlicht. Die ersten 100 Meter lagen im Dunklen, und an der Haupttribüne gab es eher ein spärliches Licht. Die Uhr blieb für Hermann Schulz bei 22,37 Sekunden stehen - er wurde damit Sieger des fünften Vorlaufes mit einer sehr guten Leistung angesichts der Bedingungen. Insgesamt belegte er den 14. Platz in einem internationalen Klassefeld - vom Meldeergebnis her war er 38., das unterstreicht seine starke Leistung beim Wettkampf in Weinheim.

Am Freitag in Mannheim will er seine Form bestätigen, und vielleicht klappt es diesmal, unter 22 Sekunden zu bleiben. mru

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