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Engagiert, impulsiv und immer auf Ballhöhe: Enis Dzihic, Trainer der Sportfreunde Friedrichsdorf.

Fußball

Interview mit Enis Dzihic: „Mit diesem Kader müssen wir aufsteigen“

Die Konkurrenz hat zu großen Teilen nur die Plätze „hinter“ Rang eins im Blick. Dieser scheint ausschließlich für Topfavorit Sportfreunde Friedrichsdorf reserviert. TZ-Sportreporter Robin Kunze unterhielt sich mit Trainer Enis Dzihic.

Um das offizielle Saisonziel der anstehenden Kreisoberliga-Runde macht niemand bei den Sportfreunden Friedrichsdorf ein Geheimnis: Der Aufstieg in die Gruppenliga Frankfurt West – am liebsten auf direktem Wege als KOL-Meister – soll es sein.

Dafür haben Sportchef Martin Schmidt und Trainer Enis Dzihic den Kader qualitativ wie quantitativ ordentlich aufgerüstet. Gleich in der ersten Partie der Spielzeit 2018/19 steigt gegen den EFC Kronberg am morgigen Sonntag (15 Uhr) ein Härtetest. Der Vorjahresdritte kommt auf dem Papier als Außenseiter in den Sportpark Friedrichsdorf, verfügt aber laut Dzihic über eine Qualität, die seiner eigenen Mannschaft noch abgeht.

Herr Dzihic, kann man sagen, dass Sie mit ihrem aktuellen Kader wunschlos glücklich sind?

ENIS DZIHIC: Prinzipiell bin ich immer mit der Mannschaft, die mir zur Verfügung steht, glücklich. Allerdings kann die Elf, die man als Trainer im Kopf hat, zu 99 Prozent nie zusammenspielen. Einen zweiten Knipser, der neben Florian Kister für 20 bis 25 Tore gut ist, würde ich daher gerne noch nehmen.

Kann ihre Mannschaft nach der großen Fluktuation während der Sommerpause überhaupt schon wirklich eingespielt sein?

DZIHIC: Ich sage immer, dass man als Verein im Idealfall zwei oder drei Neue holt und dazu eventuell noch ein oder zwei junge Spieler. In unserer Situation können wir natürlich noch nicht so eingespielt sein, wie es etwa die seit Jahren homogene Mannschaft des EFC Kronberg ist.

Sie galten schon in der Zeit ihrer Profilaufbahn als äußerst ehrgeizig. Können Sie nachvollziehen, dass Verbands- oder Gruppenligaspieler nun zu den Sportfreunden in die KOL gewechselt sind?

DZIHIC: Na ja, man muss auch bedenken, dass auf diesem Level private und berufliche Gründe eine Rolle spielen können. Zudem haben wir den Spielern in Gesprächen erklärt, was wir vorhaben. Wir wollen – nein, mit diesem Kader müssen wir jetzt aufsteigen. Dass die Jungs, die höherklassig spielen könnten, Teil dieses Projektes sein wollen, spricht für ihren Charakter.

Der Aufstieg als „Muss“ – kann dieser Leistungsdruck den Sportfreunden am Ende vielleicht zum Verhängnis werden?

DZIHIC: Ich bin als aktiver Fußballer immer Druck gewohnt gewesen. Als Trainer umso mehr, denn wenn es nicht läuft, werden nicht etwa 20 Spieler, sondern in der Regel nur der Trainer vor die Tür gesetzt. Wobei es manchmal andersherum vielleicht die bessere Lösung wäre. Aber Spaß bei Seite. Wir haben hier so viele erfahrene Spieler, die müssen das wegstecken können. Wir spielen schließlich KOL und haben dafür eine extrem gute Truppe.

Wer zählt denn für Sie zu den Mitkonkurrenten um die Aufstiegsplätze?

DZIHIC: Generell denke ich, dass diese Liga in den zurückliegenden Jahren stärker geworden ist. Den EFC Kronberg muss man natürlich nennen, da die Mannschaft letztes Jahr bereits lange ganz oben mitgespielt hat und nach wie vor eingespielt ist. Die SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach habe ich zuletzt im Pokal gegen Merzhausen gesehen – ich muss ehrlich sagen, dass sie eine überdurchschnittlich gute Truppe haben. Und den FV Stierstadt darf man als Gruppenliga-Absteiger auch nicht vergessen.

Wundert es Sie, dass viele Teams die Sportfreunde bereits vor dem Saisonstart zum Meister erklärt haben?

DZIHIC: (lacht) Na, das ist doch klar! Würde ich wahrscheinlich genauso machen nach außen hin. Intern werden die Trainer dagegen sehr wahrscheinlich zu ihren Spielern sagen, dass wir auch nur mit Wasser kochen. Ich wette, dass jeder Gegner gegen uns alles raushauen wird.

Mit welchem Ergebnis könnten Sie zum Saisonauftakt gegen den EFC Kronberg leben?

DZIHIC: Ich will gewinnen. Ob 1:0 oder 5:0, das ist mir eigentlich egal. Wichtig ist mir aber, dass wir Spaß am Fußball haben, dass jeder den Willen zum Sieg zeigt und dass jeder versucht, die Fehler des anderen auszubügeln.

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