Da geht?s lang: Kronbergs Trainer Miljenko Crnjac (links), hier im Gespräch mit Jure Puljas, weiß, was für seinen MTV Kronberg das Beste ist.
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Da geht?s lang: Kronbergs Trainer Miljenko Crnjac (links), hier im Gespräch mit Jure Puljas, weiß, was für seinen MTV Kronberg das Beste ist.

Basketballtrainer des MTV Kronberg

Interview mit Miljenko Crnjac: „Der Sprung wäre sehr groß“

Es ist auf dem Papier nur eine Zahl, die den Unterschied zwischen 1. und 2. Regionalliga ausmacht. Beim Basketball trennt sich da jedoch die Spreu vom Weizen.

Es ist auf dem Papier nur eine Zahl, die den Unterschied zwischen 1. und 2. Regionalliga ausmacht. Beim Basketball trennt sich da jedoch die Spreu vom Weizen. Ob der Verein den Sprung von der viert- in die dritthöchste deutsche Spielklasse wagt, mit dieser Frage könnte sich bald der MTV Kronberg auseinandersetzen. Die 1. Herrenmannschaft des Clubs ist einfach zu gut und steuert als Tabellenführer der Meisterschaft entgegen. TZ-Sportchef Thorsten Remsperger riskiert mit dem langjährigen Chefcoach Miljenko Crnjac einen Blick voraus.

Herr Crnjac, Ihre Mannschaft benötigt noch zwei Siege aus vier Spielen zum Titelgewinn. Wann darf man zur Meisterschaft gratulieren?

CRNJAC: Wir haben zwei Topteams als nächste Gegner: mit den Gießen Pointers, die am Wochenende den Tabellenzweiten SC Bergstraße geschlagen haben, und den Gladiators Trier II, die im Spiel gegen uns auf Pro-A-Spieler zurückgreifen könnten. Ich bin schon zu lange im Geschäft, im Sport kann immer viel passieren.

Angenommen, Ihre Mannschaft würde mit dem Titelgewinn die so erfolgreiche Saison in der Nordgruppe der 2. Regionalliga Südwest krönen und dürfte aufsteigen. Ist die dritthöchste Spielklasse für den MTV machbar?

CRNJAC: Sportlich gesehen schon, wenn alle Spieler gesund blieben und wir die beste Mannschaft ins Rennen schicken würden. Das haben wir durch gute Spiele in der Vorbereitung gegen Jena und Mainz aus der 1. Regionalliga ja auch bewiesen. Das ist jedoch nur einer von mehreren Aspekten, die wir abwägen müssten.

Verraten Sie uns die anderen?

CRNJAC: Es müssten personelle Fragen und wirtschaftliche sowie organisatorische Punkte geklärt werden. Bisher haben wir mit Kassel, Völklingen und Trier nur wenige weite Auswärtsfahrten. Es würden mehr hinzukommen, viele in den süddeutschen Raum. Auch die Anzahl der Spiele würde bei 14 statt 12 Teams zunehmen.

Das ist ein Mehraufwand, auf den der Verein sich einstellen könnte.

CRNJAC: Ja, aber wir hatten vor drei Jahren schon unsere Gründe, weshalb wir unser Team aus der 1. Regionalliga zurückgezogen haben. Meine Mannschaft spielt just for fun. Aus Verbundenheit zum Verein, um mit Freunden zusammenspielen zu können. Deshalb haben wir auch ehemalige Profis im Team, die mittlerweile aber familiären und beruflichen Verpflichtungen nachkommen müssen und nicht mehr so viel Zeit haben wie früher. Andererseits macht uns gerade die Mischung zwischen erfahrenen Spielern und unseren vielen Jungen so gut. Die Talente zu fördern, sehe ich als eine meiner Hauptaufgaben als Trainer an.

In der dritthöchsten Spielklasse könnten die jungen Spieler doch weitere wertvolle Erfahrung sammeln, oder nicht?

CRNJAC: Aber nur in einer konkurrenzfähigen Mannschaft. Sie müssen wissen: Der derzeitige Tabellenführer der 1. Regionalliga, Schwenningen, hat acht Profis unter Vertrag. Andere Teams leisten sich einen US-Amerikaner oder Spieler aus dem europäischen Ausland. Auf diesem Niveau bekommt man es mit vielen Konkurrenten zu tun, die semiprofessionell arbeiten. Mit einem Budget fürs Team, das vielleicht so hoch ist wie das unserer ganzen Abteilung. Bei uns gibt es keine bezahlten Spieler. Der Sprung in die 1. Regionalliga wäre für uns sehr groß.

Wann könnte der MTV Kronberg eine Entscheidung fällen, ob er das Aufstiegsrecht wahrnimmt?

CRNJAC: Wenn wir es rechnerisch geschafft hätten, würde ich mich in kürzester Zeit mit der Mannschaft zusammensetzen. Die jetzigen Spieler müssten sich zum Mehraufwand äußern und der Verein prüfen, ob der Aufstieg sinnvoll wäre und wirtschaftlich darstellbar ist. Danach wird eine Entscheidung getroffen. Wir benötigen ja auch die Planungssicherheit.

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