Thomas Scherer wird neuer Trainer des Handball-Landesligisten TuS Holzheim. Er will mit dem Team in die Oberliga zurück.
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Thomas Scherer wird neuer Trainer des Handball-Landesligisten TuS Holzheim. Er will mit dem Team in die Oberliga zurück.

TuS Holzheim

Interview mit Thomas Scherer: „Ich bin ein Handball-Verrückter“

Handball-Landesligist TuS Holzheim hat nach Ablauf der Winterpause den Erbenheimer Thomas Scherer als neuen Trainer für die neue Saison vorgestellt. Der Erbenheimer wird die Mannschaft Ende Mai übernehmen.

Thomas Scherer wird neuer Trainer des Handball-Landesligisten TuS Holzheim. Scherer war zuvor vier Jahre in Eddersheim tätig, wurde zudem mit der starken A-Jugend der SG Wallau/Massenheim 2005 Deutscher Meister und stieg mit Wallau in die Oberliga auf. Am gestrigen Rosenmontag unterhielt sich NNP-Reporter Bernd Bude mit dem neuen Mann auf der Holzheimer Trainerbank.

NNP: Wir haben am heutigen Rosenmontag einen ungewöhnlichen Interviewtermin vereinbart. Haben Sie mit Fastnacht gar nichts am Hut ?

THOMAS SCHERER: Ich habe nichts gegen Fassenacht, zumal ich in der Hochburg Mainz arbeite. In der Firma haben wir jedoch die Regelung, am Rosenmontag und Fassenachtsdienstag nicht zu arbeiten. Ich bin gerade dabei, Trainingspläne auszuarbeiten. Dafür ist Rosenmontag ein idealer Tag.

Erzählen Sie ein bisschen von sich. Seit wann sind Sie dem Handball verbunden und welche Stationen haben Sie hinter sich ?

SCHERER: Ich bin jetzt 55 Jahre alt und habe schon mit 17 Jahren die ersten Jugendmannschaften trainiert. Ich bin ein positiv Handball-Verrückter. In der Wiesbadener Region war ich bis zur A-Jugend beim TV Erbenheim aktiv und verlebte mein letztes Jugendjahr beim TV Wicker. Als Aktiver spielte ich für Erbenheim, Nordenstadt, Eddersheim, Langenhain und Dotzheim. Als Trainer habe ich sowohl Frauen- als auch Männermannschaften gecoacht. Der größte Erfolg war die Deutsche Meisterschaft mit der A-Jugend der SG Wallau/Massenheim. Als Seniorentrainer war ich unter anderem in Nordenstadt, Eddersheim und Idstein tätig. Nun bin ich vier Jahre in Eddersheim. Es wird Zeit für einen Wechsel, jedoch auch im positiven Sinne.

Das hört sich alles zeitintensiv an. Was machen Sie beruflich und wie ist die familiäre Situation ?

SCHERER: Ich bin gelernter Industriekaufmann und derzeit im Unternehmenscontrolling beschäftigt. Ich baue voll und ganz auf meine tolle Lebensgefährtin Bettina, die mich jetzt auch beim Wechsel zum TuS Holzheim unterstützt hat. Sie war stets in das Vorhaben involviert und auch bei Gesprächen mit den Holzheimer Vorstandsmitgliedern zugegen. Bettina hat zwei erwachsene Söhne, die studieren und die mir vor nicht allzu langer Zeit ein schönes Kompliment gemacht haben, auf das ich sehr stolz bin. ’Du bis zwar nicht unser richtiger Papa und wir betrachten Dich als solchen.’

Jetzt gehört Holzheim auch im geographischen Sinne nicht gerade zum Nabel der Handballwelt. Nach vier Jahren Eddersheim kommen Sie ins Grenzgebiet Hessen/Rheinland-Pfalz. Warum dieser Schritt und wie kamen die Kontakte zu Holzheim zustande ?

SCHERER: Die Holzheimer haben von meinem Vorhaben, Eddersheim verlassen zu wollen, erfahren und mich angesprochen. Die Kontakte hörten sich interessant an. Für mich steht der TuS, den ich schon jahrzehntelang kenne, unter anderem Gunter Ohl und Alois Friedrich, für gute Arbeit. Holzheim war in Limburg und Umgebung bis in den Wiesbadener Raum schon immer eine Nummer. und hat gute Arbeit geleistet.

Sind Sie was Handball betrifft mehr der introvertierte Tüftler oder der extrovertierte Spontanentscheider auf der Bank während eines Spiels ?

SCHERER: Weder noch. Ich lege großen Wert auf Beobachtung des nächsten Gegners. Das haben mir schon viele Spieler gedankt, denn sie wussten sich schon vor dem Spiel auf den Gegener einzustellen. Da habe ich einige positive Rückmeldungen erhalten. Ich bin kein Freund großartiger Videoanalysen.

Wie schätzen Sie derzeit den TuS Holzheim ein ?

SCHERER: Wie gesagt, ich kenne die Mannschaft zumindest von der Papierform und muss die Spieler erst kennenlernen. Ich glaube, da ist schon einiges Potential drin und neues wachzurütteln.

Jugendarbeit ist bei jedem Verein und bei jeder Sportart oftmals nur ein Schlagwort. Was finden Sie in dieser Hinsicht beim TuS Holzheim vor ?

SCHERER: Der TuS Holzheim steht für eine Jugendarbeit. Durch meine ständigen Beobachtungen in diesem Bereich weiß ich, dass die jüngsten Mannschaften des TuS bis zur A-Jugend in Hessens Spitze mitspielen. Das ist wichtig für die Zukunft, denn es sollen ja möglichst viele Nachwuchsspieler irgendwann einmal in der 1. Mannschaft integriert werden.

Was ist machbar mit dem TuS Holzheim. Ist die Oberliga Utopie ?

SCHERER: Die Oberliga ist keine Utopie. Die Oberliga ist für den TuS ein realistisches Ziel. Der Schlüssel zum Erfolg ist natürlich Training, Training, Training. Die Spieler müssen gewillt sein, drei Mal in der Woche intensiv zu trainieren. Der Trainingsfleiß ist enorm wichtig. Bei meinen Trainingseinheiten werde ich wie bisher penetrant vorgehen und die eine oder andere Situation so lange trainieren, bis sie in den Köpfen der Spieler verfestigt ist.

Wenn Sie irgendwann einmal den TuS Holzheim verlassen. Was sollten die Leute dann über Sie sagen ?

SCHERER: Jeder Spieler soll sagen, der Thomas Scherer hat mich nach vorn gebracht. Die Mannschaft soll das Umschaltspiel, das sie in die Oberliga gebracht hat, loben. Die Leute sollen jedoch auch sagen, Thomas Scherer hat sich nicht nur um die Seniorenmannschaft gekümmert, sondern auch ein Auge auf die Jugendmannschaften gehabt. Und: Thomas Scherer war immer präsent und es war eine schöne Zeit mit ihm.

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