Frauen-Basketball

Isabel Gregor entwickelt sich bei den Elangeni Falcons zu aller Zufriedenheit

In Bayern lernt sie das Abc „ihrer“ Sportart. Jetzt ist die 17-Jährige flügge – und arbeitet in Bad Homburg daran, ihren Ambitionen Schritt für Schritt und Korb für Korb näher zu kommen.

Für eine große Sportnation wie Deutschland ist es schwer zu ertragen, aber die Wahrheit ist: Was den Basketball betrifft, gehört die Bundesrepublik im Gegensatz zu den meisten anderen Ballsportarten nicht zur absoluten Weltspitze. Dementsprechend verwundert es nicht, dass so gut wie alle Bundesligateams (und auch unterklassige Mannschaften) auf Spieler aus dem Ausland setzen.

21.10.2018, Basketball, 2. BL, Elangeni Falcons Bad Homburg - Krofdorf Knights

Auch bei den Damen der Elangeni Falcons Bad Homburg, die aktuell den fünften Platz der 2. Bundesliga Nord belegen, wurden Talente erfolgreich importiert: Alexandra Polishchuk aus Kanada, Stephanie Furr aus den USA oder Nerea Garmendia aus Spanien, um nur drei zu nennen. Die Förderung deutscher Talente hat sich der Club aber ebenfalls auf die Fahne geschrieben. Eine der vielversprechendsten Nachwuchsspielerinnen ihres Jahrgangs ist dabei Isabel Gregor.

Viele Nachwuchsspieler betonen gerne, dass sie ihrem Sport alles andere unterordnen. Bei der 17-jährigen Gregor stimmt das allerdings auch tatsächlich. Ursprünglich spielte sie in Jugendjahren in ihrer Heimat beim TSV Nördlingen. Kein schlechter Basketball-Standort, spielen die „ersten“ Damen doch in der Bundesliga und weitere Teams in der Regionalliga und der Nachwuchsliga WNBL. „Die erste Liga war für mich aber noch zu hoch“, lässt Gregor im Gespräch eine gute Selbsteinschätzung erkennen. Da ihr bei ihrem Ehrgeiz allerdings Regionalliga und WNBL nicht reichten, machte sie sich auf die Suche nach einem Zweitligisten, bei dem sie auf angemessenem Niveau gefordert werden würde.

Dass sie für diesen Schritt im Alter von 16 Jahren ihr gewohntes Umfeld samt Elternhaus und Freundeskreis würde zurücklassen müssen, war ihr bewusst. „Aber darum habe ich mir anfänglich gar keine Sorgen gemacht“, erklärt sie. Erst später, als der Umzug ins neue Umfeld erfolgte, merkte sie, dass sich das Ganze doch schwieriger als gedacht gestaltete. Den Zuschlag erhielten die Falcons nicht zuletzt, weil dort auch Gergana Georgieva mittlerweile aktiv war. „Gerry war schon in Nördlingen meine Trainerin und sie hat mir am Anfang sehr geholfen“, berichtet Gregor.

Doch auch ihre Eltern hatten Bedingungen gestellt, um ihr Mädchen ziehen zu lassen. „Eine eigene WG haben sie mir noch nicht erlaubt“, erklärt Gregor, „ihnen war es wichtig, dass ich bei einer guten Gastfamilie unterkommen würde.“ Falcons-Betreuerin Liz Rhein, die sich ohnehin wie eine „zweite Mama“ um die Spielerinnen kümmert, nahm das Basketballtalent in ihrer Familie auf. Dort lebt sie mit Tochter Emma Rhein zusammen, die ebenfalls im Kader der Falcons steht. „Manchmal kann Liz sogar strenger sein als meine Eltern“, verrät Gregor mit einem verschmitzten Grinsen.

Ebenfalls streng sei Trainer Jay Brown, von dem es während der Übungseinheiten auch mal eine ordentliche Abfuhr gäbe. „Aber ich weiß, dass er nur das Beste für mich will“, sagt sie. Dass der Coach große Stücke auf sie hält, zeigen auch ihre bereits gestiegenen Einsatzzeiten. Bis zu 20 Minuten steht sie mittlerweile auf dem Parkett, und das, obwohl sie als Aufbauspielerin eine der schwierigsten Positionen einnimmt. Im Schnitt spielt sie in der laufenden Saison über 17 Minuten und legt dabei knapp vier Punkte sowie eine direkte Vorlage auf. „Ich muss noch an meinem Wurf arbeiten und das Spiel besser lesen“, sagt Gregor.

Aufgrund ihrer Wurzeln in der Leichtathletik ist sie dafür schon jetzt zu flink auf den Beinen für so manche Gegenspielerin. In dieser Saison will sie mit den Falcons wieder in die Playoffs einziehen. „Ob es dann das große oder das kleine Finale wird, das hängt auch von der Tagesform ab“, erklärt Gregor. Persönlich hofft sie darauf, eines Tages mal für die Nationalmannschaft auflaufen zu dürfen. „Das ist schon ein kleiner Traum von mir“, gesteht Isabel Gregor. Dass sie sich nicht davor scheut, ihren großen Träumen nachzugehen, hat das große Talent bereits bewiesen.

Rubriklistenbild: © Heiko Rhode

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