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Am Boden zerstört: Jana Sellners Tor zum 33:32 zählte nicht.

Handball

Jana Sellners Siegtor zurückgepfiffen

Kein Sieger im Spitzenspiel der Frauen-Oberliga. Obwohl es ihn nach Oberurseler Einschätzung eigentlich "regulär" gegeben hat.

Rodgau - Patt im Gipfeltreffen: Mit 32:32 (16:20) trennte sich im Spitzenspiel der Handball-Oberliga (Frauen) Verfolger HSG Rodgau Nieder-Roden von Tabellenführer TSG Oberursel, der dadurch mit 19:5 Punkten (HSG 18:6) auf Platz eins bleibt. Oberursels Trainer Paul Günther war voller Stolz für seine Mannschaft: „Überragend, wie die Mannschaft gefightet hat“, sagte er, „besonders gefreut hat mich auch, dass uns etwa 50 Fans begleitet und toll unterstützt haben.“

Anfangs war die TSGO leicht überlegen und führte bis zum 7:6. Dann allerdings kippte das Spiel – laut Günther mit gütiger Unterstützung: „Die Schiedsrichter hatten viele unglückliche Entscheidungen gegen uns getroffen. Das machte schon etwas aus.“ Die TSGO ließ sich aber nicht unterkriegen. Auch dann nicht, als Michelle Okrusch – hart attackiert – im Laufe des ersten Abschnitts vorübergehend aussetzen musste. Obendrein beklagten die Gäste Abschlusspech, hatten sie doch gleich acht Mal Latte oder Pfosten getroffen. Zur Pause lag Nieder-Roden mit 20:16 vorne und schien auf dem besten Weg, nach dem Hinspiel (39:31) nun auch die Revanche für sich zu entscheiden.

Nach dem Wechsel hielt die Überlegenheit der Gastgeberinnen an. Oberursel steckte aber nie auf. Auch die insgesamt zehn Zeitstrafen in der zweiten Hälfte erschütterten den Spitzenreiter nicht. Die Moral der TSGO war intakt – selbst dann, als Nieder-Roden zehn Minuten vor Schluss zum 30:26 traf und die Entscheidung gefallen schien. Dem war aber nicht so. Oberursel blies zur Aufholjagd. Eine Serie von fünf Treffern am Stück und fünf Minuten ohne Gegentor dank stabiler Deckung führten zum 30:30 – und zu Oberurseler Führungstreffern (31:30 und 32:31).

Drei Minuten waren noch zu spielen. Nieder-Roden glich wieder aus. Aber die TSGO hatte noch einen Angriff. Und den schloss Jana Sellner mit einem Treffer ab. Der Sieg für die TSGO? Nein, das Tor wurde nicht gegeben – Schrittfehler. Was Günther in Rage brachte. „Das waren nie vier Schritte“, wetterte er. Ihm pflichtete die vermeintliche, letztlich aber „zurückgepfiffene“ Torschützin bei. „Ich habe den Ball bekommen. Plötzlich gab’s eine große Lücke. Da habe ich noch drei Schritte gemacht und geworfen. Gemein, dass das Tor nicht gegeben wurde“, sagte Jana Sellner.

Spielfilm: 6:7 (10.), 13:11 (20.), 20:16 (30.),24:22 (40.), 30:26 (50.), 30:30 (55.), 32:32 (60.).

TSG Oberursel: Claudia Schilling, Ayana Petri, Viktoria Heilmann (8/4), Michelle Okrusch (8), Nadine Okrusch (7), Jana Sellner (6/1), Berit Mies (3), Jennifer Krasnansky, Selina Walde, Caroline Stahl, Katharina Löbrich, Vanessa Müller, Sharon Hullin, Lisa Greb.

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