Ü50-Weltmeisterschaften in Canberra

Jednat geht Down Under auf Medaillenjagd

Am anderen Ende der Welt schwingt der Bad Homburger gerade den Hockeyschläger. Es geht um den WM-Titel. Nach der 0:2-Auftaktniederlage gegen Neuseeland gab’s ein 2:2 gegen die USA und einen 4:3-Sieg über Malaysia. Morgen steigt das Spiel gegen Südafrika.

1982 schoss die australische Band Men at Work in den Charts rund um den Erdball an die Spitze. Ihr „Down Under“ war damals in aller Munde. „Down under“ hält sich derzeit auch Günter Jednat auf. Nicht der Musik wegen, dafür in Sachen Hockey.

In der australischen Hauptstadt Canberra laufen derzeit die Hockey-Weltmeisterschaften der Senioren Ü 50. Dabei werden die deutschen Farben unter anderem auch von dem am kommenden Montag 58 Jahre alt werden Günter (gerufen „Hennes“) Jednat vertreten. Der in der Marktforschung tätige Vater zweier Söhne gehört der Seniorenmannschaft des HC Bad Homburg an und ist seit 2009 Senioren-Nationalmannschaftsspieler. Die Taunus Zeitung nutzte die Gelegenheit, Günter Jednat einige Fragen zu seinem sportlichen Faible zu stellen.

Wie hat Ihre Karriere beim HCH begonnen?

GÜNTER JEDNAT: Ich hatte die Gelegenheit, mit meinen beiden Schwestern am Damentraining teilzunehmen. Das war etwa 1968. Die damalige Halle war die kleine Sporthalle der Hölderlinschule. Draußen wurde an der Sandelmühle auf einem roten Hartplatz gespielt. Im Jahr darauf habe dann die erste Jugendmannschaft gegründet. Alle Spieler kamen aus meiner Grundschulklasse. Unser Trainer war Rainer Trapp.

Wie sind Sie zur Senioren-Nationalmannschaft gestoßen?

JEDNAT: Vor sieben Jahren habe ich über einen ehemaligen Mitspieler davon gehört. Er nahm mich mit. Seitdem bin ich dabei. Seit vier Jahren wird stets an Ostern ein Sichtungswochenende durchgeführt. Diesmal fiel bereits Mitte Januar beim Mannheimer MHC die Entscheidung. Im Februar folgten ein Lehrgang in Krefeld und ein Tagesturnier im holländischen Oss.

In welchen Ländern sind Sie mit dem Nationalteam bereits gewesen?

JEDNAT: In England, der Schweiz und Holland. Und jetzt bei der WM 2016 in Australien.

Wird vor den WM-Spielen eigentlich die Hymne gespielt?

JEDNAT: Ab und zu. Das ist Gänsehaut-Feeling pur. Ich warte noch auf einen Titel, und wenn dann die Hymne ertönt, könnten auch Tränen fließen.

Wie hoch ist der Trainingsaufwand?

JEDNAT: Die WM-Teilnahme verlangt eine gute körperliche Verfassung. Entsprechend intensiv und anstrengend ist das Training. Es macht aber auch viel Spaß.

Wie haben Sie sich persönlich auf Canberra vorbereitet?

JEDNAT: Nach meiner Nominierung im Januar begann ich mit intensivem Training. Alle drei Tage nahm ich mir eine Trainingseinheit von 45 Minuten vor. Für die allgemeine Fitness waren Laufen, Gymnastik und Schnellkrafttraining angesagt. Auch das wöchentliche Hockeytraining mit den HCH-Senioren, die auch im Winter draußen auf dem Feld spielen, hilft mir. Da ich der einzig nominierte Hesse bin, kann ich kaum gemeinsam mit anderen WM-Spielern trainieren.

Wie schätzen Sie die Erfolgschancen für Deutschland ein?

JEDNAT: Hoch! Deutschland ist für die Ü50-WM Titelverteidiger und wir spielen mit vier, fünf Akteuren der letzten WM von 2014.

Wen haben Sie nach Australien mitgenommen?

JEDNAT: Ich reise alleine. Bis auf zwei Spieler, die ihre Frauen mitnahmen, sind alle solo angereist. Es ist einfach zu teuer und ein zu großer (Zeit-)Aufwand. Sponsoren gibt es beim Hockey ja leider keine.

Besteht neben den WM-Spielen noch Zeit für Land und Leute?

JEDNAT: Nach dem Turnier reisen wir an die Südküste. Für einige Tage an den Strand, ehe es von Melbourne wieder nach Hause geht.

Ihr bisher tollstes Hockeyerlebnis?

JEDNAT: Der Bundesliga-Aufstieg mit dem SC 80 Frankfurt.

Was gäben Sie talentierten Jugendspielern mit auf den Hockey-Weg?

JEDNAT: Ich würde mich freuen, wenn wir die talentierten Spieler länger in unserem Club halten könnten. Dadurch wäre die Motivation aller Spieler größer und sie könnten größere Verantwortung in ihrer Mannschaft übernehmen. Davon könnten alle profitieren. gg/snd

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