+

Hochtaunus-Duell der Gruppenliga

Jegham schießt SGO eine Liga tiefer

  • schließen

Ein tunesischer Stürmer macht im Hochtaunus-Duell der Gruppenliga den Unterschied. Außer sechs Toren sehen die Anhänger vier Aluminium-Treffer und drei Platzverweise.

Sprechchöre schallten nach dem Derby durch den Sportpark Wingert. „Nouri, Nouri überall“, sangen die Anhänger des FC Oberstedten nach dem 4:2-Sieg ihrer Fußballmannschaft bei der SG Ober-Erlenbach und feierten den Matchwinner. Das wegweisende Spiel im Gruppenliga-Abstiegskampf war die große Bühne für Nouri Jegham. Der 26-jährige Tunesier in Diensten des FCO war an fünf Toren beteiligt. Drei Treffer erzielte Jegham selbst, zu einem Tor gab er die Vorlage und einen Handelfmeter hatte er verschuldet.

Mit seinen nun 19 Toren entwickelt sich Jegham immer mehr zur Lebensversicherung für den Liganeuling. Der Stürmer machte gestern den Unterschied – und er gab der SG Ober-Erlenbach den letzten Schubser in Richtung Kreisoberliga. Trainer Artur Rissling war vom Auftritt des Nordafrikaners jedenfalls begeistert: „So kennen wir ihn. Vom Haare raufen bis zum Wahnsinn – heute war wieder alles dabei.“

Anfangs hatte es noch gar nicht nach einer Jegham-Show ausgesehen. Die Gastgeber führten die Zweikämpfe resolut, kombinierten gelegentlich zielstrebig. Oberstedten wirkte sehr nervös, ungefähr jeder zweite Pass kam nicht an. Als Schiedsrichter Gahis Safi das Kopfballtor von Liberato Aiello richtigerweise wegen Abseits nicht anerkannt hatte (12.), wurde Oberstedten besser. Die dritte Torchance nutzte Jegham dann zum 1:0. Als der gute Mario Höss einen Schuss von Daniel Wolf noch glänzend gehalten hatte, kam er in Ballbesitz und drosch die Kugel aus spitzem Winkel flach ins kurze Eck (19.).

Auch die nächste Aktion gehörte wieder dem Tunesier, allerdings recht unfreiwillig. Innenverteidiger Marko Corlija zupfte im gegnerischen Strafraum an Jeghams Trikot, der dabei die Balance verlor und das Spielgerät mit der Hand berührte. Safi, der gut postiert war, gab Elfmeter. Nach heftigen Protesten der Stedter verwandelte Eric Kemen zum 1:1 (27.).

Es folgten wütende Angriffe der Gäste, die bis zum Seitenwechsel große Chancen vergaben, darunter ein Lattentreffer von Luca Kaestner und ein Schuss von Wolf an den Innenpfosten. Sstedtens Spieler sammelten sich in der Kabine und gingen alsbald wieder in Führung: Jeghams hoher Einwurf köpfte Wolf ungehindert ein (48.). Der FCO setzte nach. Marvin Klempin traf die Latte, doch dann gab es wieder Elfmeter für die SGO, dieses Mal aber korrekterweise: Niklas Kraus war von Siyam Noori regelwidrig zu Fall gebracht worden. Kemen verwandelte erneut souverän (57.).

Sollte das Spiel doch noch kippen? Dem war nicht so, denn Corlija leistete sich im Strafraum ein völlig unnötiges Foul an Kaestner. Wieder gab es Elfmeter, den Jeghan sicher zur dritten Stedter Führung verwandelte (59.). Und nur zwei Minuten später, erhöhte der Tunesier per Kopf zum 4:2.

Danach dezimierten sich die Teams. Klempin erhielt die „Ampelkarte, weil er den Ball nach einem Pfiff weggeschlagen hatte (65.). Da wollten die Erlenbacher nicht nachstehen: Florian Grassler leistete sich, wie später sein Bruder Sebastian, ein erneutes Foulspiel – beide sahen Gelb/Rot (75./88.).

Durch Corlija hätte Ober-Erlenbach nochmals herankommen können. Er traf den Pfosten (78.). Nach dem Schlusspfiff schlichen die Spieler des Absteigers deprimiert in die Kabinen, während der Oberstedtener Anhang mit seinen Spielern feierte. SGO-Abteilungsleiter Thomas Bremerich gab sich gefasst: „Ein schwerer Tag für uns mit einem verdienten Sieg der Gäste. Wir müssen jetzt nach vorne sehen und wieder auf die Beine kommen.“

Der SG Ober-Erlenbach hat im Derby der richtige Glaube gefehlt, die Chancen auf den Klassenerhalt waren nur noch theoretischer Natur. Das machte sich in der Leistung bemerkbar. Der Sieg für Oberstedten war aufgrund der Mehrzahl an Chancen verdient. Jetzt kann der FCO in den Heimspielen gegen SV der Bosnier Frankfurt und den FC Neu-Anspach den Ligaverbleib perfekt machen.

FC Oberstedten – SV der Bosnier, RW Frankfurt II – SG Ober-Erlenbach (beide So., 15 Uhr)  

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare