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Jerome Zey: Geplagt, nicht vollständig genesen und auf dem Weg nach oben

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Kann wieder lachen: Jerome Zey, Kapitän des SV Rot-Weiß Hadamar und Spieler des Monats der Nassauischen Neuen Presse.
Kann wieder lachen: Jerome Zey, Kapitän des SV Rot-Weiß Hadamar und Spieler des Monats der Nassauischen Neuen Presse. © privat

Die Sportredaktion der Nassauischen Neue Presse hat sich bei der Wahl zum „Spieler des Monats März“ für Jerome Zey vom Fußball-Hessenligisten SV Rot-Weiß Hadamar entschieden.

Wer Jerome Zey näher kennt, weiß, dass der 24-Jährige eine etwas längere Leidenszeit hinter sich hat - und so richtig vorbei ist sie auch heute noch nicht. Bereits in der Sommer-Vorbereitung auf die aktuell laufende Saison 2021/22 hatte der Kapitän des SV Rot-Weiß Hadamar immer wieder mit Rückenproblemen zu kämpfen gehabt, die ihn noch immer plagen. „Kein Arzt kann eine richtige Diagnose stellen. Ich habe zwei MRTs hinter mir und unter dem linken Rippenbogen Richtung Wirbelsäule starke Schmerzen. So richtig schmerzfrei spiele ich eigentlich nie, aber seit ich mich in der Winter-Vorbereitung genauer damit befasst habe und entsprechende Übungen in Verbindung mit Krankengymnastik mache, bekomme ich es einigermaßen in den Griff“, erzählt Jerome Zey.

Und als er sich dann - pünktlich zum Winter-Vorbereitungsstart am 28. Januar - mit Corona infizierte, wurde die Lage nicht besser. „Es gibt seitdem sicherlich einen Zusammenhang mit den Rückenbeschwerden“, klärt der Spieler mit der Rückennummer „10“ auf. „Erst habe ich es gar nicht bemerkt, bin dann aber bis zum 14. Februar ausgefallen, und hatte eine Woche lang Probleme mit Luft und Ausdauer.“ Ansonsten seien die Symptome aber überschaubar gewesen.

Als er endlich wieder auf den Platz durfte, ereignete sich etwas, das nicht unbedingt alltäglich ist. Nach langer Ausfallzeit wurde Jerome Zey im Aufstiegsrunden-Spiel gegen den 1. FC Erlensee am 26. März nach einer knapp gespielten Stunde erstmals wieder eingewechselt. Das Hessenliga-Spiel stand beim 2:2 „Spitz‘ auf Knopf“. Gute zehn Minuten später erreichte ihn etwa 35 Meter vor dem FC-Tor der Ball. Jerome Zey machte einige Schritte, zog ab, und die Kugel landete sensationell im rechten Toreck zum 3:2. Es war nicht nur die Erlösung nach einer Leidenszeit, sondern auch noch der Treffer, der vom Hessischen Fußball-Verband mit der „Bude des Monats“ ausgezeichnet wurde. Wir berichteten darüber.

Der Dorndorfer im medialen Fokus

„Ich habe natürlich nie darüber nachgedacht, dass dieses Tor vor allem medial so eine Aufmerksamkeit bekommen würde. Ursprünglich wollte ich gar nicht aufs Tor schießen, sondern zu Marco Koch passen. Irgendwie habe ich aber den Mut verspürt, abzuziehen. Dass der Ball dann tatsächlich so einschlägt, macht es im Endeffekt noch schöner“, sagt der seit seiner Geburt in Dorndorf lebende Jerome Zey.

Ohnehin verfügt er über eine außergewöhnlich gute Schusstechnik, die er sich normalerweise noch viel öfter zum Vorteil machen müsste. Aber woher kommt die? Schließlich schießt Jerome Zey mit beiden Füßen fast gleich gut. Sein Vater Markus (früher SG Nord) hat scheinbar einen Anteil daran. „Mein Vater hat früher schon immer zu mir gesagt, dass ich mit beiden Füßen schießen muss. Ich glaube, ich habe das auch ein Stück weit von ihm geerbt.“ Dass Jerome Zey trotz seiner Rückenverletzung eine ganz starke Saison spielt, ist unbestritten. Einen nicht unwesentlichen Anteil daran hat aber auch sein Trainer, Stefan Kühne, der ihn etwas überraschend vor der Saison zum Kapitän der Mannschaft ernannt hatte. „Das hat mir natürlich einen Schub gegeben, diese Wertschätzung des Trainers zu erfahren. Ich sehe mich als wichtigen Teil unserer Mannschaft, und selbstverständlich hat mich das Vertrauen von Stefan, mit dem ich ein sehr gutes Verhältnis pflege, sehr gefreut“, meint der 24-Jährige.

Abseits des Sportplatzes ist Jerome Zey übrigens im Außendienst des Technischen Handels tätig. Kommunikation, die eben auch als Spielführer vonnöten ist, ist er also gewohnt und fällt ihm nicht besonders schwer. Da er nicht liiert oder vergeben ist, kann sich Jerome Zey weiterhin mit der nötigen Einstellung seinem SV RW Hadamar widmen. Einfach ein Typ, der jeder Mannschaft gut tut. PATRICK JAHN

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