Christopher Nguyen (RW Walldorf, re.) versucht, Kenan Ölmez (Eintr. Altwiedermus, li.) abzuhängen.

Fußball

Jetzt hat auch RW Walldorf seinen Haller

Dank einer starken Leistung und der Torjäger-Entdeckung Jan Deumlich besiegen die Rot-Weißen Mitaufsteiger Altwiedermus mit 3:0 - und überwintern als Tabellenzweiter.

Wenn ihm vor der Saison ein Seher prophezeit hätte, dass der SV Rot-Weiß Walldorf bis zur Winterpause 35 Punkte holen würde. Und dass der Aufsteiger damit als Tabellenzweiter der Fußball-Verbandsliga Süd überwintern würde. Dann hätte RWW-Vorsitzender Manfred Knacker den Wahrheitsgehalt dieser Wahrsagung sehr bezweifelt. Dass die Rot-Weißen dies aber geschafft haben, „macht mich glücklich“, sagte Knacker gestern im kleinen Kreis. Mit dem überzeugenden 3:0-(2:0)-Erfolg gegen Eintracht Altwiedermus haben die Walldorfer Platz zwei gehalten.

Trainer Max Martin freute sich über die Leistungssteigerung gegen den Mitaufsteiger. „Viel konzentrierter, aggressiver und selbstbewusster“ als zuletzt sei seine Mannschaft aufgetreten. Dass man in der Offensive so auftrumpfen würde, war nicht unbedingt zu erwarten. Denn mit dem verletzten Dominik Lewis und dem gelbrotgesperrten Nils Herdt fielen beide Mittelstürmer aus. Samet Demir hat nach einer Verletzungspause (Nasenbeinbruch) noch Trainingsrückstand und kam nur zu einem Kurzeinsatz. Der quirlige Angreifer Nico Struwe fiel mit einer Patellasehnen-Reizung an beiden Knien aus.

Also kam Martin auf die Idee, Jan Deumlich aus dem defensiven Mittelfeld ins Sturmzentrum zu versetzen. Diese Notlösung hatte er vor zwei Monaten bei Germania Ober-Roden (2:2) schon einmal ausprobiert. „Ich brauche vorne jemanden, der den Ball festmachen kann“, erklärte der Trainer. Der „Zielspieler“, wie er diesen Typ Fußballer nennt, müsse auch die körperlichen Voraussetzungen mitbringen, eine hohe Hereingabe per Kopf zu verlängern. Oder selbst ins Tor zu nicken. Der 1,92 Meter große Deumlich bietet sich da an.

Gestern gab der Aushilfsstürmer nicht nur den Zielspieler, sondern auch den Torjäger. Mit drei Treffern war der 26-Jährige der Mann des Spiels. Er bewegte sich im Strafraum, als ob er nie etwas anderes gemacht hätte. Dabei sei dies nach dem Ober-Roden-Spiel erst seine zweite Stürmer-Erfahrung gewesen, wie er durchblicken ließ. Nicht einmal in der Jugend habe er sich in dieser Rolle ausprobiert.

Nach einer Viertelstunde wuchtete Deumlich den Ball aus acht Metern via Lattenunterkante ins Tor. Dann spitzelte er eine Flanke von Christopher Nguyen ins Ziel (30.). Das 3:0 kam nach einem Pressschlag zustande, der den Ball in seine Richtung prallen ließ. Deumlich nutzte die Gunst des Moments und hob die Kugel über den herauslaufenden Torhüter Philipp Wolf ins Netz (57.). „Ein Tor hatte ich mir ja schon vorgenommen, wenn’s gut läuft, vielleicht sogar zwei Dinger“, sagte Deumlich: „Aber dass ich dann drei Tore mache...“ Prompt bekam er einen neuen Spitznamen verpasst: „Haller“, wie der französische Torjäger der Frankfurter Eintracht.

RW Walldorf: Darmstädter – Werther, Niksic, Deumlich (81. Demir), Ludwig, Tayboga, Matheisen, Borger, Walter (64. Kremer), Felter, Nguyen (76. Wohn).

Tore: 1:0, 2:0, 3:0 Deumlich (15., 30., 57.). – SR: Klein (Frankfurt). – Zuschauer: 50.

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