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Mert Timur (rechts), hier noch im Trikot des Rödelheimer FC, hat nun über Kreisoberligist Alemannia Nied den Weg zu Türkgücü gefunden. Foto: Klein

Fußball

Türkgücü Frankfurt : Jetzt soll der Aufstieg endlich wieder gelingen

Fünf Jahre nach dem Rückzug aus der Gruppenliga Frankfurt West peilt Türkgücü Frankfurt wieder einen Aufstieg an.

Frankfurt - Am Ende der Saison 2012/13 hatte Türkgücü Frankfurt die Meisterschaft in der Kreisoberliga Frankfurt und damit den Aufstieg in die Gruppenliga gefeiert. Eine Etage höher gelangen den an der Sondershausenstraße im Gallus angesiedelten Fußballern auch der Klassenerhalt. Dennoch zogen sie sich vor Beginn der neuen Runde aber freiwillig zwei Klassen tiefer in die A-Klasse zurück. Pressesprecher Adnan Erden erinnert sich: „Kurz vor Saisonbeginn sind uns die Sponsoren abgesprungen und auch fast alle Spieler davongelaufen. Somit war es rückblickend eine gute Entscheidung, in die A-Klasse runterzugehen.“

Die Rückkehr in die Kreisoberliga blieb Türkgücü in den folgenden Jahren verwehrt. Nun aber ist nach 16 Siegen aus 18 Spielen mit 48 Punkten und 75:20 Toren beim Spitzenreiter der Kreisliga A Frankfurt (Gruppe 1) der Optimismus groß: „Wer zur Winterpause an der Spitze steht, kann mit Fug und Recht behaupten, dass er Meister werden will“, so Erden. Zumal die Verfolger TuS Nieder-Eschbach (48), VfR Bockenheim (47) und FC Maroc (46) bereits eine Partie beziehungsweise zwei Spiele (Bockenheim) mehr absolviert haben.

Dass es so gut läuft, liegt auch an der Treffsicherheit von Stürmer Fiorenzo Santoro. Der 19-jährige führt die Torjägerliste mit 24 Treffern an und kam im Sommer aus der U19 der Spvgg. Griesheim. „Er ist unser Shootingstar. Es wird schwierig, ihn noch lange zu halten. Aber wenn er uns zum Aufstieg schießen sollte, ist alles in Ordnung“, so Erden. Routinier Murat Tiryaki habe trotz vieler versäumter Trainingseinheiten in wenigen Spielen zehn Treffer beigesteuert und gehöre auch weiter dem Kader an. „Wir wissen, was er kann. Leider ist er berufsbedingt selten im Training. Aber in guter Form ist er für uns unverzichtbar“, so der erfahrene Funktionär.

Trotz der vielen Siege verlief die Runde bei den „Türken“ aber nicht ganz ohne Reibungspunkte. Nach dem 4:0 beim SV Heddernheim II am 3. Oktober sei es zu einem bedauerlichen Disput zwischen Spieler Deniz Dogan und Trainer Caner Zehir gekommen. Daraufhin hätten sich vier weitere Akteure mit Dogan solidarisch erklärt und stünden seitdem nicht mehr zur Verfügung. „Wir mussten deshalb Spieler aus der Reserve hochziehen und SOMA-Spieler wie Duran Güngör haben ausgeholfen“, beschreibt Erden den dadurch entstandenen Personalnotstand, der sich auch auf die Zweite Mannschaft in der B-Liga ausweitete. Auch ein Fatih Kadimli sei sich mit seinen 45 Jahren nicht zu schade gewesen, in der Ersten Mannschaft auszuhelfen.

Ärgerlich war für Türkgücü Ende November die 1:2-Heimniederlage gegen den direkten Verfolger Nieder-Eschbach. „Wir waren das bessere Team und hätten nicht verlieren dürfen“, rekapituliert Erden.

Zwei neue Gesichter

Zwei Spieler hat der Verein nun noch verpflichtet, um sein Ziel zu erreichen. Vom Gruppenligisten Spvgg. Oberrad kommt Mittelfeldspieler Erol Güler. Dazu schließt sich Mert Timur von Alemannia Nied (Kreisoberliga Main-Taunus) Türkgücü an. „Wir müssen diesen Aufstieg jetzt schaffen“, unterstreicht Erden, der für den Verein nach dem fünfjährigen Konsolidierungskurs in der A-Liga eine gesunde Basis sieht. Zudem sei nun endlich auch der Baubeginn für das Vereinsheim mit eigenen Umkleidekabinen auf dem Sportgelände in Sichtweite. Solange das nicht der Fall ist, müssen die Türkgücü-Fußballer sich weiter das marode Funktionsgebäude mit dem Platznachbarn SG Westend teilen.

(ace)

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