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Joachim Hans, Trainer der SG Oberhöchstadt

Fußball, Hochtaunus

Joachim Hans (SG Oberhöchstadt) vor dem Derby gegen den EFC Kronberg im Interview

Joachim Hans, Trainer der SG Oberhöchstadt, äußert sich vor dem Kreisoberliga-Derby am Sonntag um 15 Uhr gegen den EFC Kronberg zum Saisonstart, dem Gegner und dem Thema Geld im Amateurfußball.

Vor anderthalb Jahren übernahm Joachim Hans die 1. Mannschaft der SG Oberhöchstadt. Im Verein gilt er als Urgestein, war dort selbst aktiv und trainierte zudem im Jugendbereich. Der Auftrag an den Inhaber der DFB-B-Lizenz lautete damals: Klassenerhalt in der KOL. Das gelang zwar nicht, dafür entwickelte Hans das Team in der darauffolgenden A-Liga-Runde aber deutlich weiter. Zum Lohn gelang der direkte Wiederaufstieg. Und erneut heißt nun das Ziel in der KOL Klassenerhalt.

Vor der morgigen Partie gegen den EFC Kronberg (15 Uhr) sprach TZ-Reporter Robin Kunze mit Joachim Hans über den Saisonstart, welche Rolle Geld in der KOL spielt und wie er den EFC einschätzt.

Herr Hans, Ihre Mannschaft hat als Aufsteiger 10 Punkte aus 8 Spielen geholt und liegt auf Rang zehn. Sind Sie mit dem Saisonstart zufrieden?

Ich denke, wir können mit der Ausbeute zufrieden sein. Wir haben einerseits Punkte geholt, wo es nicht unbedingt zu erwarten war, haben andererseits Punkte liegen lassen, die wir uns erhofft hatten. Bisher verlief die Saison im Rahmen.

Gab es Probleme bei der Umstellung von A-Liga auf KOL?

Glaube ich nicht. Vor anderthalb Jahren, als wir abgestiegen sind, hatten wir deutlich mehr Probleme in der KOL, gerade in der Offensive. Jetzt schießen wir relativ viele Tore, kassieren aber auch einige unnötige Gegentreffer. Vielleicht ist das eine Frage der Konzentration. Jedenfalls passt es da noch nicht ganz.

Im Grunde gingen Sie – mit Ausnahme von Topverteidiger Moritz Kulick, der zum FSV Friedrichsdorf wechselte – mit dem Vorjahreskader in die Saison. Wollte oder konnte man das Team nicht verstärken?

Wir haben ja mit Sebastian Mader einen Spieler dazubekommen, der vor der Saison nach Oberhöchstadt gezogen ist. Er passt super zu uns. Moritz Kulick kam letzte Saison nach seinem Studium in den USA zu uns, um sich fit zu halten. Das war toll für uns, da er schon höherklassig gespielt hat. Aber es war auch abgesprochen, dass er zur neuen Saison wieder geht. Wenn du den Kader verstärken willst, musst du den Spielern etwas bieten, heutzutage meistens Geld. Das ist bei uns aber nach wie vor nicht möglich.

Ist Erfolg ab der KOL somit nur noch möglich, wenn man Geld in die Hand nimmt, so wie die Sportfreunde Friedrichsdorf im vergangenen oder aber der FV Stierstadt in diesem Jahr?

Es gibt ja auch aktuell noch Vereine, bei denen es ohne großes Portemonnaie läuft. Kronberg beispielsweise warf Stierstadt aus dem Pokal, wir setzten uns gegen den FSV Friedrichsdorf durch. Auch Seulberg und Weißkirchen arbeiten mit vielen eigenen Leuten, die mit Spaß am Sport etwas erreichen wollen.

Sind Sie nicht manchmal neidisch auf die Möglichkeiten anderer Clubs?

Manchmal überlegt man als Trainer schon, was wäre, wenn man noch drei, vier von den großen Kalibern hätte. Aber solche Spieler sind schnell wieder weg, wenn das Geld ausbleibt. Ich finde es schöner, wenn Spieler kommen, weil sie Lust auf die Mannschaft, den Trainer, das Umfeld haben. Also nein, neidisch bin ich auf keinen Fall.

Wie schätzen sie den morgigen Gegner, den EFC Kronberg ein?

Das ist ein sehr abgeklärtes Team mit viel Abgezocktheit, auch wenn es auf dem Feld mal hektisch zugeht, was ja in einem Derby wie dem morgigen auch zu erwarten ist. Zudem sind die Kronberger in den letzten Wochen in der Tabelle schwer geklettert, haben einen Lauf. Den wollen wir brechen. Wie soll das gelingen? Indem wir uns auf unsere Stärken besinnen. Wir wollen Fußball spielen, so wie wir es in der A-Liga und auch schon in der KOL gezeigt haben. Wie genau wir es angehen werden, verrate ich jetzt natürlich nicht (lacht).

Und wenn die SGO diese Stärken morgen allesamt ausspielt?

Wenn wir spielen wie gegen Friedrichsdorf und die leichten Gegentore abstellen, dann wird es nicht einmal knapp – dann gewinnen wir 3:0. Allerdings ist das leider ein sehr großes Wenn.

ROBIN KUNZE

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