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Jochen Wichert (Mitte) hatte viel Spaß mit der jungen Mannschaft der TSG Münster II. Dennoch beendet er nun seine Laufbahn als Trainer.

Handball, Main-Taunus

Jochen Wichert hört als Trainer auf

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Nach vielen Jahren im Handballbezirk Wiesbaden/Frankfurt möchte der Hochheimer nicht mehr auf der Bank sitzen. Mit Jochen Wichert beendet ein Charakterkopf seine Trainerkarriere. Den Verein wechselte er nicht oft.

Nach fünf Jahren beendete Jochen Wichert sein Traineramt bei der TSG Münster. Und das ist nicht alles. "Ich glaube, ich gehe jetzt als Trainer in den Ruhestand", erklärt der Physiotherapeut.

Wichert hat seine komplette Jugend und einige Jahre in seiner aktiven Zeit bei der TG Hochheim gespielt, ehe er dort von 1995 bis 2000 als Trainer einstieg. Anschließend agierte er von 2000 bis 2002 als Trainer beim TSV Auringen. "Danach sind wir ein Jahr auf Weltreise gegangen", erinnert sich Wichert, der anschließend die B-Jugend der TG Hochheim betreute, aus der Spieler wie Felix Kossler, Paul Windheim und Sebastian Fuchs hervorgingen. Kossler spielte später für den TV Großwallstadt und die TSG Friesenheim in der 1. Bundesliga.

Zurück zu Jochen Wichert: Er übernahm den Bezirksoberligisten TSG Münster II für eine Saison, ehe er im Jahr 2005 einer der Initiatoren für die Gründung der HSG Hochheim/Wicker war und die "Erste" der neuen Spielgemeinschaft bis 2011 in der Landesliga Mitte trainierte.

Nach Pause Rückkehr zur TSG Münster II

Nach einer Handball-Pause kehrte er zur TSG Münster II zurück, die er damals im November übernahm. "Ich habe das zu einer schweren Zeit begonnen, aber in ein ruhiges Fahrwasser gebracht", erinnerte sich der heute 53-jährige Trainer, der dann mit einem starken Team seine beste Saison hatte. "Wir haben die Saison als Zweiter beendet, sind dann aber in den Aufstiegsspielen an der HSG Wettenberg II gescheitert", blickt Wichert auf die erfolgreiche Saison 2015/16 zurück, die aber nicht gekrönt wurde.

Es folgte eine Spielzeit, die in die andere Richtung lief. "Es gab einen Umbruch. Einige Spieler sind in die Erste Mannschaft gegangen, andere haben den Verein verlassen. Außerdem war das eine Reaktion auf den nicht gelungenen Aufstieg, weil auch etwas die Motivation fehlte", erinnert sich Wichert, "so gab es fünf schlechte Spiele zum Auftakt. Wir standen lange auf einem Abstiegsplatz, haben uns aber als Siebte punktgleich mit dem ersten Absteiger noch gerettet und davon profitiert, dass eine Mannschaft in der höheren Liga noch drin geblieben ist".

"Eine tolle Mannschaft mit tollen Jungs"

Ansonsten zieht der Trainer ein positives Fazit über seine mehr als viereinhalbjährige Zeit bei der TSG Münster. "Das ist eine tolle Mannschaft mit tollen Jungs. Vor allem bei den ganz Jungen gibt es welche, die immer alles geben. Und in der abgelaufenen Saison haben wir ja fast alles gewonnen", erklärt Jochen Wichert, "sie haben das im Verein mit der Ersten Mannschaft jetzt gut hinbekommen. Das ist ein Projekt, das Zukunft hat".

Wichert selbst hatte schon vor der vorletzten Saison gefragt: "Wollt ihr nicht einen Jüngeren haben? Denkt mal drüber nach, ich mache es jetzt noch weiter." Aber für den Physiotherapeuten wurde die Belastung immer größer. "Ich hatte eine halbe Stunde Anfahrt, bin um acht Uhr morgens zur Arbeit gekommen und um halb acht zum Training gefahren. Dann habe ich um acht Uhr trainiert und bin um halb zwölf nach Hause gekommen", beschreibt der Hochheimer seine Trainingstage.

Obwohl es ihm viel Spaß gemacht hat, mit einer so jungen Mannschaft zu arbeiten, hat er dies den Verantwortlichen gegenüber intensiver formuliert, dass er angesichts seines beruflichen Aufwandes dieser Mannschaft nicht gerecht werden kann. "Für Daniel Will und Stefan Herr hat es den Ausschlag gegeben, dass sie sich nach einen Nachfolger umgesehen haben", berichtet Wichert, "ich finde die Entscheidung total gut, auch mit Christian Albat. Sie wollen auch drei Mal in der Woche trainieren. Das würde der Mannschaft gut tun. Sie kann das. Dann brauchen sie aber auch einen Trainer, der das mit Leben füllt und lebt".

Wichert sagt selbst, dass er in der abgelaufenen Saison nur ein Spiel eines zukünftigen Gegners in der Halle gesehen hat. "Wir haben uns vor dem Spiel getroffen und uns über den Gegner ausgetauscht, worauf wir achten müssen", beschreibt Wichert seine nicht optimale Spielvorbereitung, "mit so einer jungen Mannschaft kannst du jetzt anders arbeiten, wenn du ihnen die Möglichkeit geben willst, eine Klasse höher zu spielen".

Ein positives Fazit nach fast fünf Jahren

Sein Fazit fällt positiv aus. "Ich war glücklich, als ich gehört habe, dass sie mit Christian einen Nachfolger gefunden habe. Aus der Zeit hier nehme ich viel Positives mit. Das war für mich auch immer ein Alltag", erklärt der Münsterer Trainer, der sich sicher auf die Fahnen schreiben kann, zuletzt am längsten ein Trainer bei der TSG Münster II gewesen zu sein. "Fünf Jahre ist eine lange Zeit. Ich bin mit dem Vorstand gut klargekommen, die mit mir auch", erklärt Wichert, der aber auch deutlich macht: "Wenn ein aktiver Spieler zehn Jahre spielt, hat er dann nur zwei Trainer. Von daher war es höchste Zeit, dass man dort handelt."

Jochen Wichert freut sich, immer im Guten gegangen zu sein. Er wurde nie von seinem Verein gefeuert. Mit diesem Gedanken glaubt er, dass es gut wäre, als Trainer in den Ruhestand zu gehen.

Dem Sport bleibt er verbunden. Er läuft weiterhin gerne Strecken über 20 Kilometer. "Das werde ich auch weiterhin machen", erklärt Jochen Wichert, "das mache ich gerne". So wird man ihn im kommenden Jahr auch wieder auf den längeren Strecken bei den Volksläufen sehen.

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