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Spiel der Woche / Fussball

Fußball, Gruppenliga

Jörg Loutchan vor seinem Debüt beim FC Neu-Anspach: "Die Spieler müssen auch mal laut werden"

Jörg Loutchan gibt im Taunus-Derby der Fußball-Gruppenliga gegen den 1. FC-TSG Königstein (Sonntag, 15 Uhr) seinen Einstand. TZ-Reporter Wolfgang Kullmann unterhielt sich mit dem neuen Trainer des FC Neu-Anspach.

Herr Loutchan, wie lange hat Ihre Bedenkzeit gedauert, als Sie die Anfrage erreicht hatte, bereits jetzt das Traineramt beim FC Neu-Anspach zu übernehmen? Dies war ja erst für die neue Saison geplant.

 JÖRG LOUTCHAN: Nach dem Rücktritt meines Vorgängers Rico Henrici kam die Frage von Michael Caspari nicht ganz aus heiterem Himmel. Im Urlaub habe ich mich ganz entspannt damit befasst – und dann schließlich zugesagt. Es bringt ja viele Vorteile, die Mannschaft jetzt schon genau kennenzulernen. Das erleichtert die Planungen für die kommende Saison

 Bleiben wir aber noch bei der laufenden Saison. Wie stehen die Chancen auf den Klassenerhalt und was können Sie dazu beitragen?

LOUTCHAN: Die Chancen sind gut, es zu schaffen. Ich will jetzt verstehen lernen, wie die Mannschaft „tickt“ , will „in die Köpfe der Spieler gucken“. Vielleicht finde ich dann den einen oder anderen Grund dafür, wie dieser negative Lauf entstanden ist. Dann kann ich den Spielern aufzeigen, dass sie es eigentlich besser können.

Am morgigen Sonntag kommt es für Sie und Ihr Team gleich zu einem Hochtaunus-Derby. Gegner ist der 1. FC-TSG Königstein. Wie kann man in der kurzen Zeit eine neue Elf schon beeinflussen?

LOUTCHAN: Was mir auffiel und was ich der Mannschaft mitgeben werde: mehr miteinander auf dem Platz reden, auch mal laut werden, sich gegenseitig helfen. Das will ich in die Köpfe bringen.

Steigt Ihr Co-Trainer Turan Pekdemir auch ab sofort ein?

LOUTCHAN: Turan wurde auch am Donnerstag beim ersten Training offiziell vorgestellt. Er wird aber erst wie geplant zur neuen Saison sein Amt antreten.

In einem früheren Gespräch mit uns hatten Sie geäußert, am liebsten in Vereinen mit stabilem Unterbau wie einer 2. Mannschaft und einer ambitionierten A-Jugend zu arbeiten. Da sind Sie doch in Neu-Anspach genau an der richtigen Adresse, oder?

LOUTCHAN: Ja, ich finde dort ähnliche Verhältnisse vor wie früher bei der SG Bornheim/Grün-Weiß Frankfurt, wo ich zehn Jahre lang erfolgreich arbeiten durfte. Bei meinen zwei letzten Stationen TuS Merzhausen und TSV Vatanspor lagen andere Strukturen vor. Aber das hat mich als Trainer auch weitergebracht.

Apropos Vatanspor: Es gab unterschiedliche Darstellungen über das Ende Ihres Engagements beim Bad Homburger Verbandsligisten im Mai vergangenen Jahres. Klären Sie uns auf.

LOUTCHAN: Dass ich gefeuert wurde, ist sachlich nicht richtig. Ich hatte mit Vatanspor eine Vereinbarung bis Saisonende 2017/18. Ob ich selbst weiter eine Zusage gebe, war damals noch unklar. Ich hatte gewisse Bedingungen gestellt. Dann kam meine Krankheit dazwischen. Vatanspor und Manager Güven hatten sich dann für Ibo Cigdem entschieden. Mein Vertrag war sowieso ausgelaufen und meine eigene Entscheidung für ,ja‘ oder ,nein‘ wurde damit hinfällig. Es war also eine einfache Beendigung meines Engagements ohne Verlängerung.

Zurück in die Zukunft: Gibt’s schon Pläne für die neue Saison? Werden Sie sich mit dem FC Neu-Anspach auf dem Markt umsehen oder vorwiegend aus den eigenen Reihen bedienen?

 LOUTCHAN: Aktuell gibt’s nur ein Thema: Klassenerhalt. Frisches Blut von außen für 2019/20 muss und wird es geben. Aber menschlich muss es passen. Wer nur aus materiellen Gründen kommen will, der ist bei uns an der falschen Adresse.

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