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Jubel brandet bei den Judo-Frauen der HTG auf: Die Mannschaft rückt als Zweitliga-Vizemeister in die 1. Bundesliga nach.

Judo, Hochtaunus

Die Judo-Frauen der HTG steigen in die 1. Bundesliga auf

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Das hat es selbst im erfolgsverwöhnten Bad Homburger Judosport noch nicht gegeben. Die HTG darf einen Erstligisten stellen. Cheftrainer Rolle erklärt die Gründe und warum die Saison eine Herausforderung wird.

Als Mario Rolle vor zwölf Jahren seinen Job in der Judo-Abteilung der Homburger TG (HTG) antrat, steckte er sich sogleich für seine Kampfsportler und Kampfsportlerinnen hohe Ziele. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga sollte bis zum Jahr 2014 gelingen. "2012 haben wir das mit den Frauen erstmals geschafft", blickt der hauptamtliche Cheftrainer nicht ohne Stolz zurück.

Seitdem gehört die HTG nicht nur in der Jugend zu den deutschen Top-Adressen. Auch die Männermannschaft schaffte vor zwei Jahren den Sprung in die zweithöchste Wettkampfklasse, die Frauen feierten schon zweimal die Vizemeisterschaft. In dieser Saison hätte es sogar fast mit dem erstmaligen Titelgewinn in der Süd-Gruppe geklappt. Denn nur wegen des schlechteren Kampfverhältnisses hatten die Kurstädterinnen Kim-Chi Wiesbaden den Vortritt lassen müssen. Beide hatten sieben Mannschaftsvergleiche gewonnen, und im direkten Aufeinandertreffen am letzten Wettkampftag setzte sich die HTG im heimischen Feri-Sportpark sogar mit 4:3 gegen das Team aus der Landeshauptstadt durch.

Es kann also als verdient bezeichnet werden, dass der Deutsche Judo-Bund kürzlich entschieden hat, auch die Bad Homburgerinnen aufsteigen zu lassen. "Es ist das erste Team des Vereins, das in der 1. Bundesliga kämpft", freut sich Trainer Rolle. Der HTG-Vorstand hatte frühzeitig grünes Licht für einen Aufstieg gegeben, als sich schon abzeichnete, dass die Mannschaft als Nachrücker in Frage kommt.

Reform spielt in die Karten

Letztlich hat sich der Brander TV in der Gruppe Nord dazu entschieden, nicht mehr in der höchsten Klasse anzutreten. Und da wegen der Ligareform die rheinländischen und hessischen Teams nun im Norden auf die Matte gehen, darf die HTG aus der 2. Bundesliga Süd den Platz einnehmen.

Für den Verein werde die nächste Saison nun eine Herausforderung, sagt Rolle. Damit spielt der 47-jährige Cheftrainer nicht auf die weiten Wege zu den Auswärtskämpfen an, sondern den veränderten Modus. In der Beletage gibt es nicht nur sieben Kämpfe, aus denen sich das Gesamtresultat eines Vergleich zwischen zwei Vereinen ergibt, sondern zwei Durchgänge à sieben Kämpfe. In der Pause können die Trainer mehrere Wechsel vornehmen. "Das heißt für uns, dass wir einen breiteren Kader benötigen", erläutert Rolle.

Gleichzeitig schließt der Trainer mit A-Lizenz für den Leistungssport, der in den Nullerjahren aus dem sächsischen Dohna in den Taunus zog, einen eventuellen Kurswechsel aus. "Wir werden das nicht mit Legionären auffangen." Wegen des Aufstiegs rechnet Rolle fest damit, dass Julie Hölterhoff aus Hochheim im Main-Taunus-Kreis sich wieder der Mannschaft ihres Vereins anschließt. Bisher war die Judo-Dame aus dem U21-Nationalkader für den KSV Esslingen in der 1. Liga auf die Matte gegangen. Ebenfalls geht Rolle davon aus, dass Annabelle Winzig wieder vermehrt für die HTG im Teamwettbewerb auf die Matte gehen wird, weil die Bronzemedaillen-Gewinnerin der U21-Europameisterschaften gegen deutlich stärkere Konkurrenz Erfahrung sammeln kann.

Die 19-Jährige aus Idstein lebt und trainiert inzwischen am Olympiastützpunkt (OSP) in München, wo sie ihr Studium der Zahnmedizin begonnen hat. Da liegt es durchaus nahe, dass Winzig am OSP junge Kolleginnen dafür begeistert, mit ihr für die HTG anzutreten.

Der Aufsteiger hat auf jeden Fall eine Menge Zeit, sich auf die Herausforderung vorzubereiten. Wegen der Olympischen Spiele wird die Erstliga-Saison mit jeweils sechs Teams in Nord- und Süd-Gruppe erst im August 2020 starten.

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