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Mit geballter Faust: Als Trainer der 2. Mannschaft eilte Jürgen Merz von einem Erfolg zum nächsten.

Handball, Hochtaunus

Jürgen Merz wird zum Trainer von Bezirksoberligist TSG Oberursel befördert

Nach dem Rücktritt von Klemens Naß trainiert Jürgen Merz die Bezirksoberliga-Mannschaft der TSG OberurselJürgen Merz hat es in seiner ersten Saison geschafft, Oberursels 2. Mannschaft zur ersehnten Meisterschaft in der Bezirksliga A zu führen. Aufgrund des Abstiegs der "Ersten" konnte sie nicht aufsteigen. Jetzt aber steigt Merz auf.

Der Rücktritt von Klemens Naß als Trainer der TSG Oberursel erfolgte Ende der vergangenen Woche überraschend für den Abteilungsvorstand der Handballer. Naß war erst vor der laufenden Saison von der HSG Seckbach/Eintracht nach Oberursel gewechselt und sollte eigentlich eine neue Ära mitgestalten. "Wir bedauern den Rücktritt von Klemens, da wir uns ein längerfristiges Engagement erhofft haben", sagt Abteilungsleiterin Birgit Michelson.

Diese Hoffnung war nicht unbegründet, schließlich stand Naß als Trainer für genau das, was den Handballern der TSGO gefehlt hatte: Kontinuität. Die HSG Seckbach/Eintracht und zuvor den TV Bergen-Enkheim trainierte der frühere Rückraumspieler im Frankfurter Osten jeweils rund zehn Jahre.

Merz statt Mittag

Als Nachfolger präsentierte der Verein am Dienstag Jürgen Merz, der bisher für die 2. Mannschaft verantwortlich war. Diese hatte er im August 2018 übernommen und zur Meisterschaft in der A-Klasse geführt. Mit der "Beförderung" von Merz entschied sich der Abteilungsvorstand gegen eine Übergangslösung mit Jürgen Mittag. Der bisherige Assistent von Naß hatte seine Dienste zumindest bis zum kommenden Hochtaunus-Derby gegen die HSG Steinbach/Kronberg/Glashütten (Sonntag, 16 Uhr) angeboten. Der Abteilungsvorstand entschied sich aber für einen Neuanfang. Dem wollte Mittag nicht im Wege stehen und hat sich am Dienstagabend von der Mannschaft verabschiedet.

"Ich habe ein bisschen Respekt vor dieser Aufgabe", gesteht Merz gegenüber der Taunus Zeitung. Sich selbst miteingerechnet habe er innerhalb der 15 Monate, die er nun im Verein ist, gleich vier Trainer bei der 1. Mannschaft erlebt. Seiner persönlichen Meinung nach sei diese Sprunghaftigkeit in Sachen Trainerposten auch ein Grund für die sportliche Unbeständigkeit des Teams. "Es ist notwendig, dass jetzt klare Strukturen aufgebaut werden und die Begeisterung bei den Spielern neu entfacht wird", sagt Merz. Genau das sei ihm während seiner Zeit bei der Reserve gelungen. "Wir haben dort eine klare Hierarchie geschaffen, die Spieler haben ihrem Trainer vertraut", führt Merz weiter aus.

Viele bekannte Spieler

Dass der erfahrene Übungsleiter, der auch schon die 1. Männermannschaft der TSG Ober-Eschbach trainiert hat, vor der Saison eine Reihe seiner Schützlinge aus der "Zweiten" an die erste Mannschaft hatte abgeben müssen, könnte sich nun als Vorteil erweisen. "Knapp 50 Prozent meiner neuen Mannschaft kenne ich bereits, was mir ein Lächeln bereitet und mir den Einstieg hoffentlich erleichtert", erklärt er. Zugleich betont Merz aber auch, dass nun die Spieler verstärkt in der Verantwortung stehen. "Es liegt an ihnen, jetzt das Herz in die Hand zu nehmen, die persönlichen Ansprüche zurückzustellen und sich auf das zu konzentrieren, wofür sie zweimal unter der Woche und einmal am Wochenende zusammenkommen", sagt der neue Cheftrainer, "einfach Handball spielen. Dass sie das können, weiß ich."

In der laufenden Bezirksoberliga-Spielzeit konnte das Team dies allerdings noch nicht wirklich nachweisen. Zwei Niederlagen gegen Eddersheim und Hochheim/Wicker sowie ein Sieg gegen Ober-Eschbach stehen nach drei Spieltagen zu Buche. Wobei Ex-Trainer Klemens Naß nach seinem Abschied erklärte, dass der Erfolg im Derby weniger aus der eigenen Stärke als aus der Schwäche des Gegners resultierte.

Nachfolger Merz betont, dass es auch unter seiner Führung Niederlagen geben werde, dass man aber auch ohne zwei Punkte als Sieger vom Platz gehen kann. Zunächst wird er die 1. Mannschaft bis zum Saisonende übernehmen.

Über Merz' Nachfolge bei der "Zweiten" führt der Verein aktuell noch Gespräche, wie Michelson mitteilt. Klemens Naß wünscht sie im Namen des gesamten Vorstandes für die Zukunft alles Gute.

ROBIN KUNZE

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