Jule Behrens auf dem Weg zu DM-Bronze.
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Jule Behrens auf dem Weg zu DM-Bronze.

Leichtathletik, Hochtaunus

Jule Behrens qualifiziert sich für die U20-EM

  • vonJens Priedemuth
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  • Thorsten Remsperger
    Thorsten Remsperger
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Das große Talent läuft bei den deutschen Meisterschaften über 5000 Meter auf Rang drei. Auch beim Meeting in Frankfurt gibt es Top-Resultate für eine Athletin des Königsteiner LV.

Königstein -Besser hätte die Saison für Jule Behrens kaum starten können. Der Neuzugang des Königsteiner LV qualifizierte sich bei den deutschen Langstreckenmeisterschaften in Mainz über 5000 Meter für die Junioren-Europameisterschaften in Tallinn. Das gelang ihr mit einer neuen persönlichen Bestzeit. Diese dürfte die Nationalkader-Athletin aus Darmstadt fast noch mehr freuen als der dritte Platz im U20-Rennen und das damit verbundene Ticket nach Estland: 16:32,74 Minuten lief Behrens - acht Sekunden schneller als je zuvor.

Die mutige Renntaktik der zierlichen Läuferin des Jahrgangs 2003 hatte sich bezahlt gemacht. Auf dem letzten Kilometer verschärfte sie das Tempo, nur zwei Konkurrentinnen konnten folgen. 200 Meter vor dem Ziel übernahm dann Johanna Pulte vom SV Wenden die Führung und gewann in 16:29,89 Minuten vor der Regensburgerin Emma Heckel (16:31,45) und Behrens.

Derweil ist noch gar nicht sicher, ob die deutsche U18-Meisterin im Crosslauf überhaupt in Tallinn an den Start gehen wird. "Man weiß ja gar nicht, was bis Mitte Juli noch alles passiert", sagte Behrens im Interview mit der VRM. Damit meinte die vielseitige Nationalkader-Athletin nicht unbedingt die Corona-Pandemie mit all ihren Tücken, sondern ihre zweite Leidenschaft: den Triathlon.

Im Ausdauer-Dreikampf würde sie sich gerne für die Sprint-Weltmeisterschaften auf den Bermudas qualifizieren. Die sind zwar erst am 15. Oktober. Die deutschen Meisterschaften in Schongau wiederum - eine gute Gelegenheit zur "Quali" - gehen am 15. Juli zur gleichen Zeit wie die Leichtathletik-EM der U20 über die Bühne. Könnte sein, dass Jule Behrens die Qual der Wahl hat.

Vereinskameradin Vanessa Grimm hatte sich im Vorjahr über einen dritten Platz bei deutschen Meisterschaften gefreut. Allerdings bei den Aktiven. Im Siebenkampf. So hat die 25-Jährige im Olympiajahr natürlich auch die Spiele in Tokio im Blick. Weil sie sich für eine Qualifikation aber noch deutlich steigern müsste - die Norm lautet 6420 Punkte, ihre Bestleistung, beträgt 6047 Zähler - hat sich die KLV-Athletin vor allem vorgenommen, möglichst in jeder Disziplin besser zu werden. Dabei scheint Grimm nicht nur auf einem guten Weg zu sein. Eher auf der Überholspur.

Vanessa Grimm schon in Topform

Das Meeting "Fly up and far" am Leichtathletik-Stützpunkt in Niederrad war ihr erster Freiluftwettkampf der Saison. Den Weitsprung gewann die gebürtige Nordhessin mit der neuen Bestleistung von 6,10 Metern. Den nächsten Tagessieg holte sich die KLVlerin im Kugelstoßen, wo sie mit 14,14 Metern die einzige 14er-Weite markierte. Komplettiert wurde ihr bärenstarker Auftritt mit einem dritten Platz über die 100 Meter Hürden. Die Bundeskaderathletin aus dem Taunus blieb in 13,89 Sekunden lediglich eine Zehntelsekunde über ihrer Bestleistung und schlug Top-Siebenkämpferin Carolin Schäfer (Eintracht Frankfurt/14,07).

Maira Gauges (Eintracht Frankfurt) war viermal am Start. Die Weißkirchenerin brachte 5,75 Meter (Weitsprung/4.), 14,87 Sekunden (100 Meter Hürden/8.), 18,77 Sekunden (150 Meter/3.) und 9,95 Meter (Kugelstoßen/7.) in die Wertung ein. Zwei Bestmarken gab es für Viktoria Koletzko. Die (wie ihr jüngere Bruder Oliver) für den Wiesbadener LV startende Athletin aus Schmitten steigerte sich als Dritte über 100 Meter auf 12,11 Sekunden (zuvor 12,23) und wurde im Weitsprung mit 5,98 Metern Dritte.

In seinem ersten Jahr bei den Männern hat Jeremy McQueen (TSG Wehrheim) einen schweren Stand. Der Zehnkämpfer hatte sein bestes Resultat mit 15,25 Sekunden über die 110 Meter Hürden (8.). Markus Wagenleitner vom Königsteiner LV kam in der Vierkampf-Wertung auf den vierten Platz. Dabei verfehlte der U18-Zehnkämpfer im Weitsprung mit 6,48 Metern (3.) nur knapp seinen "Hausrekord". Konkurrent Fynn Lenzner von der TSG Wehrheim hat den Speerwurf als Paradedisziplin. Er warf das 700 Gramm schwere Sportgerät auf 54,69 Meter und wurde Dritter. Das kann er noch besser.

Seine Team- und Altersklassenkollegin Raphaela Zali sprintete im Vorlauf über 100 Meter in 12,90 Sekunden (Endlauf: 12,97/ 10.) und über 200 Meter in 26,43 Sekunden (8.) Bestzeiten. Der Weg zur erweiterten hessischen Spitze ist allerdings noch weit.

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