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Jule Seegräber (rechts) gehört bei den Rhein-Main Baskets die Zukunft.

Rhein-Main Baskets

Jule Seegräber hat eine große Zukunft im Basketball

Ihr Zweitliga-Debüt gab sie als 14-Jährige. Mittlerweile ist Jule Seegräber (17) zu einer echten Stammkraft bei den Rhein-Main Baskets gereift. Wenn es nach Trainer Thorsten Schulz geht, stehen der Basketballlerin viele Türen offen.

Basketball ist ihre große Leidenschaft. Doch in den Weihnachtsferien ist Jule Seegräber fremdgegangen. Beim Snowboarden – in der Schweiz. „Das ist meine zweitliebste Sportart“, erzählt die 17-Jährige, die sonst viele Stunden unter statt auf dem Brett verbringt.

Da tat es gut, etwas mit der Familie abzuschalten, das Jahr 2018 Revue passieren zu lassen und sich auf die neuen Aufgaben einzustimmen. Im Frühjahr wird die gebürtige Darmstädterin ihr Abitur machen. Bis dahin heißt es lernen, lernen, lernen – und natürlich Basketball spielen. Eine doppelte Reifeprüfung also.

Jule Seegräber spielt in Basketball-Internat, U18-Bundesliga-Team und bei den Baskets

Den Spagat zwischen Schule und Sport meistert Seegräber schon länger. Und da kommt einiges zusammen. Seegräber pendelt zwischen dem Langener Basketball-Teilzeit-Internat, dem U18-Bundesliga-Team in Hofheim und dem Damenteam der Baskets, das in Langen trainiert und dort fast alle Heimspiele austrägt. „Manchmal ist es schon stressig, alles unter einen Hut zu bekommen. Gerade in der Klausurenphase“, räumt die Spielmacherin ein, „aber ich bekomme viel Unterstützung durch den Fahrdienst des Basketball-Teilzeit-Internats und durch meine Eltern“.

Lernen auf der Zugfahrt

Die Zugfahrten nach Hofheim oder Langen nutzt sie, um zu lernen. Auf den Freitag, ihr einziger trainingsfreier Tag, folgt am Wochenende zumeist der Doppelpack mit Spielen in der U 18-Jugend und dem Damenteam. Viel Aufwand, doch der Ertrag stimmt für die Teenagerin, die mit sieben Jahren die ersten Körbe warf und aus einer Basketball-begeisterten Familie kommt.

In ihrer mittlerweile dritten Saison erhält Seegräber viele Spielanteile, steht im Schnitt über 23 Minuten auf dem Feld. Nur die deutlich erfahreneren Nelli Dietrich und Anja Stupar sowie die Amerikanerin Kailey Edwards bekommen mehr Einsatzzeiten. „In meiner ersten Saison habe ich mir als 14-Jährige noch nicht so viel zugetraut. Jetzt bekomme ich viel Vertrauen vom Trainer und meiner Mannschaft, und es gelingt mir immer häufiger, das auch zu bestätigen. Dabei profitiere ich auch von der Erfahrung der älteren Spielerinnen“, betont die Zweite der deutschen Meisterschaften in der Variante 3x3.

Mit einer Trefferquote von 60 Prozent aus dem Zwei-Punkte-Bereich sowie einer makellosen Ausbeute von der Freiwurflinie (7/7) führt sie sogar ihr Team an. Auch bei der noch ungeschlagenen U 18-Jugend der Rhein-Main Baskets ist sie mit 13,4 Punkten pro Partie beste Schützin.

„Jule spielt eine sehr gute Verteidigung und hat eine gute Beinarbeit. Offensiv kann sie sehr flexibel punkten und hat verschiedene Qualitäten, von denen sie sicher selbst noch nicht alle kennt“, lobt Thorsten Schulz sein Talent. Da stimmt Seegräber mit ihrem Trainer überein. „Etwas mehr Selbstvertrauen und Zug zum Korb wären sicherlich gut“, meint sie. „Tempo und Defensive sind meine Stärken“.

Optimistisch für die Rückrunde der Rhein-Main Baskets

Und die wird sie, wie die weiteren Talente, im weiteren Saisonverlauf noch häufiger einbringen können. Denn mittlerweile steht fest, dass es in der neunköpfigen Süd-Gruppe in dieser Spielzeit keine Absteiger geben wird. Für das Tabellenschlusslicht ist dies eine beruhigende Nachricht, was den Weg der Talentförderung für den Verein erleichtert und eine Planungssicherheit gibt.

Die magere Bilanz von nur zwei Siegen in neun Spielen will Seegräber ohnehin nicht überbewerten: „Es wurden viele junge Spielerinnen ins Team eingebaut. Außerdem gingen einige Partien sehr unglücklich verloren. Ich bin optimistisch, dass wir das in der Rückrunde noch besser hinbekommen.“

Und wie sieht sie ihre persönliche Zukunft? „Ich fühle mich hier sehr wohl. Aber es ist natürlich ein Traum, einmal in der 1. Liga oder sogar im Ausland zu spielen.“ Erstmal steht aber für Jule Seegräber das Abitur an. „Dann sehen wir weiter.“

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