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Kohei Sambe (Neuzugang TTC Ober-Erlenbach, früher TTC Frickenhausen)

Tichtennis 2. Bundesliga

Ein junger Japaner soll Zweitligist TTC Ober-Erlenbach zum Klassenerhalt führen

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Kohei Sambe ist eigentlich das letzte Puzzleteil im Profiteam des TTC Ober-Erlenbach. Vielleicht bessert der Zweitliga-Aufsteiger personell aber nochmals nach.

Ein junger Mann aus dem Land der aufgehenden Sonne soll den Tischtennis-Fans des TTC Ober-Erlenbach in schöner Regelmäßigkeit ein Strahlen ins Gesicht zaubern: Kohei Sambe ist der neue Spitzenspieler des Zweitliga-Aufsteigers. Wie der zweite Neuzugang des Vereins, Dang Qiu, ein ehemaliger deutscher Jugendnationalspieler mit chinesischen Wurzeln, kommt Sambe vom schwäbischen Zweitligisten TTC Matec Frickenhausen II. Sambe soll trotz seiner erst 17 Lebensjahre für einen Qualitätssprung beim Bad Homburger Stadtteil-Club sorgen.

Der junge Asiate ist schon die Nummer 88 der Weltrangliste und legte beim derzeitigen Tabellenvierten der neuen eingleisigen 2. Bundesliga bis dato eine Bilanz von 9:2 Siegen im vorderen Paarkreuz hin. In der Vorsaison schloss er die Runde sogar mit einer makellosen 8:0-Serie ab.

„Kohei Sambe ist stärker einzuschätzen als unser bisheriger Spitzenspieler Thomas Keinath“, glaubt Ober-Erlenbachs Teammanager Johannes Herrmann. „Nach Dang Qiu (18 Jahre, Anm. d. Red. ) ist er ein weiterer junger Spieler, der optimal in unser Konzept der Talentförderung hineinpasst. Aufgrund seines Potenzials und Spielvermögens haben wir uns einen der besten Spieler der 2. Bundesliga gesichert. Mit seinen Siegen im Rücken wollen wir in der 2. Bundesliga bestehen.“

Auch Ober-Erlenbachs Sportlicher Leiter Sven Rehde ist überzeugt vom Neuzugang aus Japan. „Mit Sambe haben wir den aufstrebenden japanischen Spieler verpflichtet. Zusammen mit Dang Qiu, Jens Schabacker und Dominik Scheja steht eine erfolgshungrige Truppe zusammen.“ Dass der Vize-Mannschaftsweltmeister (Jugend) Sambe Ambitionen hat, erfordert von seinem neuen Verein in Deutschland aber auch ein hohes Maß an Flexibilität. Neben internationalen Turnieren dürften seine Verpflichtungen als Student, für die der 17-Jährige mehrmals nach Japan reisen wird, für Terminschwierigkeiten bei der Spielplangestaltung sorgen.

Aus diesem Grund, erläutert Herrmann, überlege man, einen weiteren Japaner aus der „Butterfly-Tischtennis-Akademie“ von Jian Xin Qiu in Nürtingen zu verpflichten. Der frühere chinesische Nationalspieler ist nicht nur Dang Qius Vater, sondern fördert auch unter anderem Kohei Sambe, seitdem dieser vor drei Jahren anfing, in Deutschland Tischtennis zu spielen.

Bleibt die Frage, wie Drittliga-Meister Ober-Erlenbach sich solche hochkarätigen Spieler leisten kann. Ging der Verein doch im Spätherbst noch offen mit einer drohenden Unterdeckung des Saisonetats um. Laut Teammanager Herrmann spiele dem Verein bei den Neuverpflichtungen in die Karten, dass Qiu als auch Sambe beim eigenen Ausrüster unter Vertrag stünden. „Diese enge Kooperation kommt uns sehr entgegen“, sagt Herrmann. „Der Etat für unser Team wird sogar unter dem Budget der Vorsaison liegen. Dafür fallen die weiteren Kosten für die 2. Bundesliga höher aus, so dass wir mit dem gleichen Etat wie in der Vorsaison in die Planung gehen.“

Dem Vernehmen nach benötigt der Aufsteiger rund 80 000 Euro. Der größte Teil dieses Budgets, heißt es im Verein, sei inzwischen gedeckt. Für Transparenz möchte der TTC, der gerne auf mehr als 300 Zuschauer in der Halle und 20 000 Besucher pro Monat auf seiner Homepage verweist, mit der Einführung eines Wirtschaftsbeirates sorgen. Das neue Gremium mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik, so Herrmann, solle bald erstmals zusammenkommen.

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