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Spieler, Jugendtrainer, Cheftrainer der 1. Mannschaft: Philippe Chakour hat bei der SG Ober-Erlenbach Karriere gemacht.

Fußball

"Die Jungs sind mit Herzblut dabei"

Als Spieler und Jugendtrainer war Philippe Chakour bereits für die SG Ober-Erlenbach tätig, seit der vergangenen Saison ist er Coach der 1. Mannschaft. Der 32-Jährige sprach mit TZ-Reporter Robin Kunze über das schwere Spiel bei den SF Friedrichsdorf (Samstag, 17.15 Uhr), die Qualitäten seines jungen Teams und über seinen Herzensverein.

Herr Chakour, Sie sind in Ihrer zweiten Saison als Cheftrainer bei der SG Ober-Erlenbach. Wie fällt Ihr persönliches Fazit bis hierhin aus?

PHILIPPE CHAKOUR: Im Großen und Ganzen sehr gut. Wir haben eine recht junge Truppe, seit Thomas Bremerich die Abteilung übernommen hat. Daher kenne ich noch viele aus meiner Zeit als Jugendtrainer. Mit den Grasslers habe ich sogar noch als Aktiver zusammen auf dem Platz gestanden.

Welche Qualitäten braucht eine Mannschaft eigentlich, um sich dauerhaft unter den Top-Teams der KOL festzusetzen?

CHAKOUR: (schmunzelt) Eine gute Frage. Bei uns ist es so, dass wir große Qualitäten im spielerischen Bereich haben, aber während eines Spiels große Probleme aufgrund unserer Unerfahrenheit bekommen können. Wenn es zum Beispiel mal härter zur Sache geht, dann kommen wir noch häufig in die Bredouille. Aber Lerneffekte sind erkennbar, denn zuletzt haben wir auch mal Spiele gedreht. In der vergangenen Saison war es noch so, dass wir entweder von Beginn an ins Rollen kamen, oder aber nach einem Rückstand eher noch das zweite oder dritte Gegentor gefangen haben.

Wir kann man gerade bei diesen mentalen Dingen als Trainer auf die Spieler einwirken?

CHAKOUR: Man muss immer wieder in Gesprächen vermitteln, wie sich die Spieler in bestimmten Situationen verhalten sollen. Wie reagiere ich, wenn wir knapp vorne sind? Wie reagiere ich, wenn wir zurückliegen? Diese Dinge muss man immer wieder ansprechen und so den Jungs die nötigen Werkzeuge mit an die Hand geben. Umsetzen müssen sie es dann selbst, wobei man ja auch aus Misserfolgen lernt und Erfahrungen herauszieht.

Sind Sie nicht ein wenig neidisch, wenn Sie die erfahrenen Neuzugänge beim kommenden Gegner SF Friedrichsdorf sehen?

CHAKOUR: Gar nicht. Ich bin heilfroh, dass ich hier einen Kader voller Jungs habe, die sich total mit dem Verein identifizieren, die Dinge vom Trainer annehmen, weil sie sich verbessern wollen und die generell mit Herzblut dabei sind.

Die topbesetzten Sportfreunde kamen nur schwer in die Saison, was viele Beobachter überraschte. Sie auch?

CHAKOUR: Von außen betrachtet habe ich da natürlich schon diese potenzielle Gefahr gesehen. Wenn du einen Kader von 27 Mann hast, bei dem auch die Nummer 27 den Anspruch hat, jedes Mal 90 Minuten KOL zu spielen, dann ist gewisses Konfliktpotential gegeben. Ehrlich gesagt habe ich aber erwartet, dass sie trotz dieser Gefahr ohne Niederlage durch die Saison gehen.

Können Sie gegen den Favoriten überraschen? In der Vorsaison ist Ihrer Mannschaft ein Coup bei Tabellenführer EFC Kronberg trotz zweifacher Unterzahl geglückt (das Spiel endete 4:3 für die SGO, Anm. d. Red.). . .

CHAKOUR: Das Spiel war das absolute Highlight der Saison. Da kam aber auch alles zusammen. Wir haben die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht und mit Leidenschaft verteidigt. Das werden auch die Qualitäten sein, die wir gegen die Sportfreunde in die Waagschale werfen müssen.

Sind Sie dem FSV Mainz 05 als ehemaliger Jugendtrainer eigentlich noch verbunden oder haben Sie einen anderen Herzensverein?

CHAKOUR: (schmunzelt) Mein Herzensverein hat am Donnerstagabend gegen Lazio Rom gewonnen. Ich konnte es leider nur am TV verfolgen, war aber hellauf begeistert. Ich hoffe, ich bekomme noch Karten für eines der ausstehenden Europa-League-Spiele von Eintracht Frankfurt, denn diese Stimmung möchte ich gerne im Stadion erleben.

Bei den Sportfreunden steigt nach dem Spiel am Sonntag das Oktoberfest. Da wird auch gute Stimmung sein. Wie muss das Spiel ausgehen, damit Sie noch die eine oder andere Maß mittrinken?

CHAKOUR: Da müssen wir schon gewinnen. Ich tippe auf 3:1 für uns. Wenn wir einen Punkt holen, dann könnten wir damit aber auch leben.

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