Fußball, Hessenliga

"Kämpfen ist meine große Stärke"

  • Harald Joisten
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FUSSBALL Zeilsheims Nicklas Pitas nimmt sich Joshua Kimmich zum Vorbild

Zeilsheim -Wenn Fußballer nach Vorbildern gefragt werden, fallen oft Namen wie Messi, Mbappé oder Ronaldo - weil sie am Ball außergewöhnliche Dinge vollbringen. Auch Joshua Kimmich ist ein begnadeter Techniker. Der 26-Jährige vom FC Bayern München besticht jedoch fast noch mehr durch seine mentale Stärke. Er ist ein Führungsspieler, ein Antreiber. Und das beeindruckt auch Nicklas Pitas. "Kimmich ist zwar nicht meine Position, aber vom Spielertyp ist er mein Vorbild - wegen seiner Kämpfermentalität", sagt der Innenverteidiger des SV Zeilsheim. Denn: "Kämpfen ist, glaube ich, auch meine größte Stärke."

Diese Tugenden sind es mitunter, die Zeilsheim in der Hessenliga wieder in die Spur gebracht haben. Nach turbulentem Saisonstart holte die Mannschaft aus den vergangenen vier Spielen drei Siege. Der Rückstand auf Tabellenführer RW Hadamar beträgt in der Gruppe B nur noch fünf Punkte - bei zwei noch ausstehenden Nachholspielen.

Hessenliga: Morgen gegen Waldgirmes

Und am Sonntag soll der Aufwärtstrend weitergehen, hofft Abwehrchef Pitas. "Da haben wir ein sehr wichtiges Spiel", blickt der 24-Jährige auf die Heimpartie gegen den SC Waldgirmes (15 Uhr). Mit einem Sieg würden die Zeilsheimer den derzeitigen Tabellendritten überholen. "Waldgirmes hat bisher zwar eher wenige Tore geschossen, hat aber auch wenige kassiert", spricht Pitas das Torverhältnis von 11:8 aus sechs Spielen an. "Wir sind immer für ein Tor gut und müssen schauen, wieder zu null zu spielen."

Auf ihn selbst wartet die nächste anspruchsvolle Aufgabe. Waldgirmes hat zwar bisher vor dem gegnerischen Tor noch kein Feuerwerk abgebrannt, mit Natnael Tega und Felix Erben verfügt das Team aber über "zwei sehr gefährliche Stürmer", so Pitas.

Der 1,80 Meter große Innenverteidiger fühlt sich längst heimisch beim SV Zeilsheim. Nach der A-Jugend kam er erstmals zu dem Club, spielte drei Jahre dort, wechselte dann eine Saison nach Dreieich und kam im Sommer 2020 zurück - zu jenem Verein, bei dem auch sein älterer Bruder Nils Pitas (31) in der zweiten Mannschaft spielt.

Nicklas Pitas wurde vor wenigen Wochen recht kalt erwischt, als sich der Verein kurz vor Saisonbeginn von Trainer Sascha Amstätter trennte und durch Soufian Houness ersetzte. "Das war nicht vorhersehbar. Aber so ist das manchmal im Fußball", meint Pitas. Weil auch mehrere neue Spieler integriert werden mussten, verlief der Auftakt holprig. "Es hatte alles ein bisschen Zeit gebraucht, bis man sich zusammenfindet. So langsam klappt es", meint Nicklas Pitas und fügt an: "Das Selbstvertrauen steigt. Jetzt gelingen einem vielleicht auch Dinge, die vorher nicht so geklappt haben."

Houness habe einiges verändert, das Training unter ihm mache Spaß. "Soufian möchte zeigen, was er drauf hat. Er kam ja aus unserer zweiten Mannschaft und möchte in der Hessenliga etwas erreichen, unter die Top fünf kommen." Er sei "vielleicht noch etwas mehr motiviert" als sein Vorgänger Amstätter.

Ein Trainer, der hochmotiviert auftritt, ist genau das richtige für einen Kämpfertyp wie Nicklas Pitas. Der Krifteler hat ebenfalls das Ziel, die Hauptrunde der Gruppe B unter den ersten fünf Teams zu beenden. Damit würde Zeilsheim der Abstiegsrunde entgehen. "Dann würden wir gar nicht in die Bredouille geraten." Mit dem vierten Sieg im sechsten Saisonspiel kann er am Sonntag mit seinem Team einen großen Schritt machen. Harald Joisten

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