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Vorbild für die Jugend: Lokalmatador Dominik Scheja läuft mit Kindern zum Zweitliga-Spiel in die Wingert-Sporthalle ein.

Tischtennis

Kapitän Scheja ist wichtig für den TTC OE Bad Homburg

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Morgen um 18 Uhr bestreitet der Tischtennis-Zweitligist aus Ober-Erlenbach sein letztes Hinrundenspiel. Lokalmatador Scheja will dazu beitragen, die makellose Heimbilanz auszubauen – unter erschwerten Bedingungen.

Es ist eine aufregende Woche für Dominik Scheja. Am Mittwoch stand für den 22-jährigen angehenden Immobilienkaufmann die schriftliche Abschlussprüfung auf dem Programm, und am Samstag gilt es für ihn, eine anspruchsvolle sportliche Aufgabe zu meistern. Um 18 Uhr empfängt der TTC OE Bad Homburg die 2. Mannschaft des Tischtennis-Bundesligisten 1. FC Saarbrücken in der Wingert-Sporthalle.

Die Saarländer gewannen vergangene Spielzeit den Titel in der eingleisigen 2. Bundesliga, Schejas Team platzierte sich dahinter. „Attraktiver kann das letzte Heimspiel der Hinserie für den TTC OE gar nicht sein. Vor heimischem Publikum will das Team an die Stärke der vergangenen Monate anknüpfen und die 3:6-Niederlage in Celle vergessen machen“, sagt der Sportliche Leiter Mirko Kupfer.

Zwar stehen Saarbrücken als Dritter und Ober-Erlenbach (4.) derzeit nur in Lauerstellung, dafür ist ein enges, spannendes Match zu erwarten. Auch wenn Spitzenspieler Rares Sipos (Saisonbilanz 7:2 Siege) fehlt – der Rumäne tritt bei der Jugend-Weltmeisterschaft im australischen Bendigo (bei Melbourne) an–, ist es das große Ziel, auch im vierten Heimspiel die beiden Punkte zu behalten. „Die Liga ist sehr ausgeglichen. Auch ohne Rares haben wir gegen Saarbrücken eine gute Chance“, betont Scheja. Allerdings: Mit der Nummer eins aus dem siebenbürgischen Cluj (Klausenburg) hat der TTC noch nicht verloren, ohne ihn war man aber stets (bis dato dreimal) unterlegen.

Zu den Partien in der Wingert-Sporthalle kamen durchschnittlich knapp 200 Zuschauer. Es herrscht dann eine ganz andere Atmosphäre als zum Beispiel beim Tischtennis-Ableger von Borussia Dortmund, wo man in großer Halle vor nahezu leeren Ränge spielt, erzählt Scheja. Er weiß aber auch, dass es in Ober-Erlenbach schon Zeiten gab, in denen noch mehr Fans anfeuerten.

„Man geht in die Halle, um guten Sport zu sehen. Man merkt aber, dass die Leute auch Spieler aus der Region sehen wollen“, meint der Teamkapitän. Doch dies umzusetzen, ist eine komplizierte Kiste. Es gibt wenige Akteure aus der Gegend, die das Format haben, in der 2. Bundesliga mitzuhalten. Und diejenigen, die dieses Level garantieren, haben ihren Preis. Einen höheren jedenfalls als der Rumäne Sipos, der Schwede Harald Andersson (9:6), der Ungar Nandor Ecseki (4:9) und der Slowake Alexander Valuch (9:3) – allesamt junge Profis, die darauf hoffen, einmal in der 1. Liga aufzuschlagen.

Mit Spielern aus der Region

Mit der Neckarsulmer Sport-Union (NSU) gibt es in der 2. Bundesliga nur einen Club, der voll auf heimische Akteure setzt. Die Halbjahresbilanz ist niederschmetternd: 1:17 Punkte, da lässt sich der direkte Abstieg kaum noch abwenden. Unter anderem versucht sich Julian Mohr im vorderen Paarkreuz zu behaupten, der einst mit Scheja als Jugendlicher beim TTC OE in der Oberliga eingestiegen war.

Für Scheja kommt ein Wechsel indes nicht infrage. „Ich will in Ober-Erlenbach bleiben, bin ja schon zum Aushängeschild des Clubs geworden“, schmunzelt er verlegen. Seit acht Jahren schlägt er für den TTC auf, fünf Spielzeiten davon hatte er im Sportinternat in Frankfurt gewohnt. Im Januar steht für ihn die mündliche Abschlussprüfung an, danach wird der Beruf für den jungen Twen noch mehr Bedeutung erhalten. Ein Pendeln wie in dieser Saison zwischen der 2. Bundesliga und Oberliga, in der die 2. Mannschaft aufschlägt, zeichnet sich da ab. Dominik Scheja hofft, dass morgen gegen Saarbrücken II bei ihm der Knoten platzt, ging er doch in den bisherigen drei Einzeln immer als Verlierer vom Tisch. Mit Andersson bildet er dafür ein gutes Doppel (3:2). In der Oberliga gewann der aus Beuern stammende Mittelhesse acht von zehn Einzeln. Das ist die Pflicht. Es wäre zu schön, wenn es für ihn auch mit der Kür klappen würde.

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